PaRoLi-Vereine kämpfen für ihre Tradition
Demo statt Dorfumzug
- Ob bei der für den 4. Juli geplanten Demonstration im PaRoLi-Land Kamelle geworfen werden dürfen, ist derzeit ebenso offen wie die Frage, ob die Polizei die aus den Vorjahren bekannte Zugstrecke genehmigt. Foto: Gabi Knops-Feiler
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Pattscheid (gkf). Die Dorfgemeinschaft Pattscheid-Romberg-Linde (PaRoLi) setzt ein ungewöhnliches Zeichen: Statt des traditionellen Dorfumzuges soll am Samstag, 4. Juli, eine Demonstration durch die Ortschaften Pattscheid, Romberg und Linde ziehen. Unter dem Motto „Für unsere Dorftradition – Auflagen runter, Stimmung hoch“ wollen die Verantwortlichen auf die aus ihrer Sicht kaum noch zu bewältigenden Sicherheitsauflagen aufmerksam machen und für den Erhalt ihres Brauchtums werben.
Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Mayhof. Von dort soll sich der Zug in Bewegung setzen, somit auf der Strecke, die sonst von vielen Bürgern mit dem traditionellen Dorfumzug verbunden ist. Nach Angaben der Organisatoren haben sich bereits rund 150 Teilnehmer angemeldet. Die Dorfgemeinschaft hofft auf bis zu 250 Demonstrierende. Eingeladen sind mehr als 30 Vereine aus Leverkusen, Leichlingen und der Umgebung.
„Wir möchten nicht gegen etwas protestieren, sondern auf Tradition und Kultur aufmerksam machen“, betont Sebastian Folkers, Pressesprecher der Dorfgemeinschaft. Der 42-Jährige sieht die Veranstaltung als wichtigen Beitrag zum Erhalt gewachsener Strukturen. „Alle sprechen immer davon, wie wichtig Tradition und Kultur sind. Aber wir fühlen uns mit den Herausforderungen zunehmend allein gelassen.“
Besonders drastisch seien die Erfahrungen aus dem Vorjahr gewesen. Straßensperrungen führten zu großflächigen Umleitungen. „Das Dorf war praktisch abgeriegelt“, erinnert sich Folkers. Besucher hätten den Ort nur erschwert erreichen können. Dies habe sich deutlich auf die Stimmung ausgewirkt. Hinzu kommt: „Die Nachvollziehbarkeit der Auflagen fehlt uns“, sagt Folkers.
Die Sorgen gehen über die aktuelle Situation hinaus. Im kommenden Jahr feiert die Dorfgemeinschaft ihr 75-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum soll nach dem Wunsch der Verantwortlichen nicht von Unsicherheiten über die Zukunft überschattet werden. Gerade für jüngere Generationen sei es wichtig, solche Bräuche weiterhin erleben und später selbst fortführen zu können, so Folkers. Sobald die Genehmigung durch die Polizei vorliegt, soll die Demo nach Möglichkeit die übliche Route nehmen. Das dreitägige Festprogramm bleibt unverändert.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |