Hochwassermeldepegel und Gütemessstation
Verbesserte Vorwarnzeiten

Am Pastorat in Leichlingen wird der neue Hochwassermeldepegel errichtet. Foto: Wupperverband
  • Am Pastorat in Leichlingen wird der neue Hochwassermeldepegel errichtet. Foto: Wupperverband
  • hochgeladen von Angelika Koenig

Leichlingen. Am 13. Oktober starten im Auftrag des Wupperverbands die Bauarbeiten für einen neuen Hochwassermeldepegel an der Wupper. Die Anlage am Standort „Am Pastorat“ wird durch eine Gewässergütemessung ergänzt. So erfasst der Wupperverband dort kontinuierlich sowohl Daten zur Wassermenge als auch zur Gewässergüte der Wupper. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 31. Oktober, wenn das Wetter und der Pegelstand im Fluss mitspielen.
Der Pegel Leichlingen verbessert die Vorwarnzeit und das Hochwassermanagement bei Hochwasser für die Stadtgebiete von Leichlingen und Leverkusen. Dadurch ist er für die Städte und den Katastrophenschutz ein wichtiges Element bei der Vorbereitung bzw. Bewältigung von Hochwasserereignissen. Er ist somit auch ein wichtiger Baustein für das vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW geförderte Forschungsprojekt Bergisches Hochwassermeldesystem 4.0 (HWS 4.0). Die Pegeldaten fließen -gemeinsam mit vielen weiteren Messdaten - in das Frühmeldesystem ein. Dieses soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz Hochwasserrisikozonen frühzeitig erkennen und entsprechend gezielt Gefahrenlagen melden.
Daten für das Meldewesen
Mit dem neuen Pegel wird der Wasserstand der Wupper durch zwei Messmethoden erfasst. Zusammen mit den schon vorhandenen zwei Sensoren an der Fußgängerbrücke am Pastorat stehen dann insgesamt vier Wasserstandsgeber mit unterschiedlicher Datenübertragung zur Verfügung. Dies erhöht die Sicherheit, dass in Hochwasserlagen auch bei Ausfall eines Systems weiterhin Daten übertragen werden.
Das Fundament der Pegelanlage wird auf einem Sockel errichtet. Dies dient dem Schutz der Anlage vor Überflutung bei Hochwasser.
Beim Wupperverband fließen die Daten in das Meldewesen ein, z. B. in die automatisierten Meldungen an Kommunen und Feuerwehren bei Erreichen von Meldegrenzen sowie als Information für Fachleute, Bürgerinnen und Bürger im Hochwasserportal. Die Daten unterstützen den Katastrophenschutz dabei, die Bevölkerung vor Ereignissen zu warnen.
Es werden also zwei Aspekte mit dem neuen Pegel umgesetzt: die Pegelanlage nach besten Möglichkeiten resilient zu gestalten und auch in Hochwassersituationen die Verfügbarkeit von Daten zu verbessern.
Die Daten des Pegels Leichlingen haben einen weiteren Nutzen: Sie bieten eine ergänzende und zuverlässigere Auskunft zum Pegelstand der Unteren Wupper und zur pegelabhängigen Befahrbarkeit für den Kanusport. Denn der sensible Wupperabschnitt darf aus Naturschutzgründen nur bei einem Mindestpegel befahren werden. Dieser liegt im Abschnitt Müngsten bis Wupperhof bei einem Wasserstand von mindestens 49 Zentimetern. Im Abschnitt Wupperhof bis Endausstieg Opladen dürfen Kanus ab einem Wasserstand von 39 Zentimetern die Wupper befahren.
Die Anlage, bestehend aus Pegel und Gütemessstation, umfasst ein Fundament mit 2 Schaltschränken für die Messtechnik, einer Zähleranschlusssäule sowie zwei Pegellatten.
Die Anlage wird auf der in Fließrichtung linken Seite der Wupper im Bereich der Fußgängerbrücke am Pastorat gebaut. Die Baustelleneinrichtung wird den Fußweg zwischen Fußgängerbrücke und Marktstraße einnehmen. Die Fußgängerbrücke bleibt während der Bauzeit begehbar. Für Fußgänger und Radfahrer wird eine Umleitung für den Weg zur Marktstraße ausgeschildert.

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RAG - Redaktion

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