Wieder Modeste
Sinnbildlicher 1:0-Sieg des 1. FC Köln über Stuttgart

Kölns Torschütze Anthony Modeste jubelt nach dem Treffer zur 1:0 Führung.
  • Kölns Torschütze Anthony Modeste jubelt nach dem Treffer zur 1:0 Führung.
  • Foto: Marius Becker/dpa
  • hochgeladen von Düster Volker

Und wieder war es Anthony Modeste, wer sonst? Als alle schon mit einer Nullnummer rechnen, schlägt der Kölner Torgarant der Bundesliga-Hinrunde wieder einmal zu. Der Treffer ist sozusagen sinnbildlich für die erste Saisonhälfte der Geißböcke.

Nach dem späten Heimsieg verdunkelten die Kölner das Stadion und feierten ihr Team auf der Endrunde, gerührt umarmte Siegtorschütze Anthony Modeste seine glücklichen Kollegen und weinte in den Armen von Trainer Steffen Baumgart: «Am 19. Dezember habe ich vor drei Jahren meinen Papa verloren. Und ich denke, für diese Aktion war mein Papa für mich da», sagte Matchwinner Modeste im DAZN-Interview. «Wir haben 25 Punkte in der Hinrunde geholt. Aber das ist nur die Hälfte der Saison, jetzt müssen wir erst mal Weihnachten genießen.»

Kölns Modeste mit elftem Saisontreffer

Die über die gesamte Hinrunde von großen Verletzungs-Sorgen geplagten Schwaben kassierten zum Abschluss der ersten Saison-Hälfte eine verdiente 0:1 (0:0)-Niederlage beim 1. FC Köln und überwintern mit 17 Punkten als Tabellen-16. Ganz anders die Sutation beim FC: Den Siegtreffer für Köln erzielte einmal mehr Anthony Modeste (88. Minute), der zuvor zahlreiche Chancen vergeben hatte. Doch dann erzielt der Franzose sein elftes Saisontor.

«Wir hatten heute die Chance, die Hinrunde zu krönen - und das haben wir mit dem späten Tor auch geschafft», sagte der eingewechselte Kölner Kingsley Schindler. Die Stuttgarter sehnen dagegen nun die komplette Genesung ihrer lange verletzten Offensiv-Stars Silas Katompa Mvumpa und Sasa Kalajdzic herbei. Neuzugänge im Winter schloss Sportdirektor Sven Mislintat auch mit Blick auf sie vor dem Spiel aus.

FC hat acht Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz

Der FC, der in der Vorsaison erst in der Relegation den Abstieg vermied, beendet die erste Halbserie unter dem neuen Trainer Baumgart dagegen mit 25 Zählern auf einem beachtlichen achten Platz. Die Europa-League-Ränge sind nur zwei Punkte entfernt, der VfB dagegen acht Zähler.

Der FC ging erstmals unter Baumgart mit einer unveränderten Startelf ins Spiel. Der VfB wechselte dagegen nach dem 0:5 unter der Woche gegen den FC Bayern offensiv: Der frühere Kölner Chris Führich und Mateo Klimowicz ersetzen Marc Oliver Kempf und den erkälteten Atakan Karazor. Im letzten Bundesliga-Spiel des Kalenderjahrs 2021 wurden den überlegenen Kölnern schon in der Anfangsphase (3./10. Minute) gleich zwei Treffer wegen eines Handspiels und einer Abseitsstellung aberkannt.

Weil Passgeber Florian Kainz den Ball zuvor mit der Hand berührt hatte, zählte das Tor von Modeste nicht. Sieben Minuten später hatten die Gäste noch mehr Glück: Nach Louis Schaubs sehenswertem Schuss unter die Latte jubelten die Kölner länger, doch diesmal verhinderte eine ganz knappe Abseitsstellung von Modeste die Anerkennung des Treffers.

In der Folge verflachte die Partie. Der VfB stand nun sicherer, setzte offensiv aber immer noch wenig Akzente. 

Nach dem Wechsel waren zunächst die Stuttgarter aktiver. Bei einem Schuss von Omer Marmoush aus spitzem Winkel musste Kölns Torhüter Marvin Schwäbe erstmals ernsthaft eingreifen (51.). Fünf Minuten später zeigte Baumgart, wo er den größten Verbesserungspotenzial sah: Mit Schaub, Sebastian Andersson und Ondrej Duda nahm er gleich drei seiner fünf Offensiv-Spieler vom Feld, mit Kainz ging später der vierte.

Der eine, der blieb, war die Konstante: Modeste verzog nach Hereingabe von Jonas Hector aber knapp (65.). 20 Minuten vor dem Ende vollzog auch VfB-Coach Pellegrino Matarazzo einen Dreifach-Wechsel, brachte unter anderem Silas. Die nächste Chance hatte natürlich wieder Modeste, der aus zehn Metern verzog (73.) - doch dann letztlich ganz spät doch noch traf.

Und so gehen die Geißböcke bester Laune in die Weihnachtspause. 

© Holger Schmitz / dpa-infocom, dpa:211219-99-445467/4  /  (vd)

Redakteur:

RAG - Redaktion

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