Paketbranche im Visier
Mehr als 250 Beschäftigte bei Zoll-Großkontrolle überprüft
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In den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 6. Mai 2026, haben rund 100 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Kölner Zolls gezielt Paketdienstleister in Köln, Bergisch Gladbach, dem Oberbergischen Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis kontrolliert. Im Mittelpunkt der Maßnahmen standen vor allem große Paketverteilzentren.
Nach Angaben des Hauptzollamts Köln wurden insgesamt mehr als 250 Beschäftigte von Transportfirmen überprüft. In Köln kontrollierten die Einsatzkräfte 117 Beschäftigte von 27 Firmen, in Bergisch Gladbach 66 Beschäftigte von acht Firmen. Im Oberbergischen Kreis, konkret in Bergneustadt und Nümbrecht, wurden 35 Beschäftigte von acht Firmen überprüft. Im Rhein-Sieg-Kreis in Niederkassel und Siegburg waren es 36 Beschäftigte von ebenfalls acht Firmen.
Wie der Kölner Zoll betont, sind die Befragungen vor Ort nur der erste Schritt. Erst nach Auswertung der Angaben und weiterer Prüfungen könne festgestellt werden, ob Beschäftigte ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet sind oder unrechtmäßig Sozialleistungen beziehen. Auch die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns erfordert demnach regelmäßig vertiefte Prüfungen von Lohn- und Finanzbuchhaltung der betroffenen Firmen.
Die erste Bilanz der Maßnahme fällt bereits deutlich aus: In Köln trafen die Einsatzkräfte einen 39-jährigen türkischen Fahrer ohne die erforderliche Arbeitserlaubnis an. Noch vor Ort wurden gegen ihn und seinen Arbeitgeber Ermittlungsverfahren eingeleitet. Darüber hinaus ergaben sich in 18 Fällen erste Hinweise auf mögliche Mindestlohnverstöße, in 20 Fällen bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass Beschäftigte nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet wurden. In weiteren fünf Fällen gibt es Hinweise auf möglichen Missbrauch von Sozialleistungen. Die Auswertungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |