Demonstration in Köln gestoppt
Angriffe auf Einsatzkräfte: Polizei setzt rund 300 Teilnehmende fest
- Mehrere vermummte Personen haben die Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen. Ein Beamter hält eine solche Kugel in der Hand, die durch den Beschuss entstandene Beschädigung im Visier ist rot markiert.
- Foto: Polizei Köln
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Die Polizei Köln hat am Samstagnachmittag (5. September) einen Aufzug zum Thema „Frieden für alle auf der Welt“ gestoppt. Hintergrund waren nach Polizeiangaben Angriffe auf Einsatzkräfte sowie wiederholte Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.
Nach der Erörterung vereinbarter beschränkender Verfügungen und der Entfernung unzulässiger Fahnenstangen setzte sich der Aufzug mit mehreren tausend Teilnehmenden gegen 14.30 Uhr in Bewegung. Kurz nach Beginn warfen teils vermummte Personen Farbbeutel auf ein Bankgebäude an der Komödienstraße und brannten Pyrotechnik ab.
Auf Höhe der Zeughausstraße griffen ebenfalls vermummte Teilnehmende Einsatzkräfte mit Schlägen und Tritten an. Zudem sollen sie die Beamten mit Löschmitteln aus mitgebrachten Feuerlöschern besprüht haben. Gegen 15.10 Uhr setzte die Polizei im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße eine nach ihren Angaben unfriedliche Gruppierung von rund 300 Teilnehmenden fest.
Aus dieser Gruppe heraus sollen mehrere vermummte Personen Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen haben. Die Metallkugeln wurden teilweise noch in Uniformteilen gefunden und sichergestellt. An Einsatzhelmen entstanden Sachschäden. Auch aus der polizeilichen Umschließung heraus wurde Pyrotechnik gezündet.
Um weitere Angriffe auf Einsatzkräfte zu unterbinden, setzte die Polizei einfache körperliche Gewalt ein. Ein Teilnehmender soll dabei versucht haben, nach der Dienstwaffe eines Beamten zu greifen, ein anderer nach dem Einsatzmehrzweckstock.
Mit Stand 21.30 Uhr wurden elf Polizistinnen und Polizisten verletzt. Ein Polizist blieb nicht dienstfähig. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.
Während Einsatzkräfte am Nachmittag die Identitäten mutmaßlich an den Angriffen beteiligter Personen feststellten, entfernten sich friedliche Teilnehmende zu einer Zwischenkundgebung auf dem Friesenplatz. Dort wurde eine weitere Spontanversammlung angezeigt, die gegen 19 Uhr weitestgehend störungsfrei beendet wurde.
Im Zusammenhang mit der ursprünglichen Versammlung und den Einsatzmaßnahmen wurden insbesondere im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße weitere Spontanversammlungen angezeigt und kooperiert. Wegen der erwartbar längeren Dauer der Maßnahmen versorgte die Polizei die eingeschlossenen Personen mit Getränken und organisierte mobile Toiletten. Personen mit gesundheitlichen Problemen erhielten medizinische Versorgung durch entsprechend geschultes Personal.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |