Kerpener trainiert nach Schlaganfall
Mit starkem Willen zurück aufs Fahrrad

Der Kerpener hat sich nach dem Schlaganfall ein spezielles Renn-Dreirad bauen lassen. | Foto: Thomas Mund
  • Der Kerpener hat sich nach dem Schlaganfall ein spezielles Renn-Dreirad bauen lassen.
  • Foto: Thomas Mund

Nach dem Schlaganfall aus dem Rollstuhl zurück aufs Fahrrad: dieses Kunststück gelang Thomas Mund aus Kerpen. Jetzt ist er für den „Motivationspreis 2026“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nominiert.

Kerpen (red). Es ist der 23. Juli 2017, ein Sonntagmorgen: Als Thomas Mund erwacht, spürt er starke Kopfschmerzen. „Und ich konnte nichts mehr“, erinnert er sich. Im Krankenhaus folgt dann die schockierende Diagnose Schlaganfall. Auslöser ist eine von Geburt an veränderte Arterie. Die erste Reaktion des damals 54-Jährigen: „Ich muss hier raus, ich bin zum Rennradrennen am Nürburgring angemeldet.“

Doch durch den Schlaganfall ist er halbseitig gelähmt. Im Rollstuhl tritt Thomas Mund seine erste Reha an. „Man kann natürlich sagen: Das war es jetzt. Aber das bin nicht ich“, so Mund. Also beginnt der Kerpener zu kämpfen. Sein erstes Ziel: wieder laufen lernen. Nach acht Wochen Reha kann er immerhin schon etwas am Gehstock laufen. Für Thomas Mund ist das aber nicht genug. Es folgen eine Intensivtherapie, bis heute fährt er regelmäßig nach Köln zur ambulanten Therapie.

Nicht nur laufen kann er längst wieder – auch sein Arm hat große Fortschritte gemacht. 2020 gelingt Mund sogar die Rückkehr in den Straßenverkehr. Dafür muss er extra sein Auto umbauen lassen und seine Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen. Doch der Aufwand lohnt sich – endlich kann er wieder selbstständig zu seinem geliebten Sport fahren.

„Sport ist mein Schlüssel“, sagt Thomas Mund über sich selbst. Regelmäßig geht es für ihn ins Fitnessstudio und ins Schwimmbad. Während der Corona-Pandemie zieht ein Spinning-Bike bei ihm zu Hause ein. Und das Highlight folgt 2021: Der Kerpener lässt sich ein spezielles Renn-Dreirad bauen. Endlich ist er zurück im Fahrradsattel. 2025 bestreitet er schließlich in Köln sein erstes Radrennen nach dem Schlaganfall. „Bis hierhin war das schon ganz gut – der Rest kommt noch“, urteilt er über seine Fortschritte.

Eins ist Thomas Mund aber sehr wichtig: „Ich erzähle meine Geschichte nicht, um mich darzustellen“, stellt er klar. Vielmehr möchte er anderen Schlaganfall-Betroffenen Mut machen. „Das macht mich glücklich.“ Mit seiner Geschichte ist Thomas Mund nun im Rennen um den Motivationspreis 2026 der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die Gütersloher Stiftung verleiht den Preis alle zwei Jahre an Menschen, die sich als Betroffene, Ehrenamtliche oder Fachleute in herausragender Weise für das Thema Schlaganfall engagieren. Die Nominierten sind Vorbilder und motivieren Betroffene, sich nach einem Schlaganfall zurück ins Leben zu kämpfen.

Redakteur/in:

Georg Zingsheim aus Kerpen

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