"Immer für eine Überraschung gut"
Proklamation des Hennefer Dreigestirns

Jungfrau Dieta (Dieter Hombücher), Prinz Gerd I (Gerd Hecken) und Bauer Udo (Udo Lambertz) regieren die Hennefer Jecken.
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  • Jungfrau Dieta (Dieter Hombücher), Prinz Gerd I (Gerd Hecken) und Bauer Udo (Udo Lambertz) regieren die Hennefer Jecken.
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Hennef - Die Plätze in der Narrenburg Meiersheide waren pandemiebedingt reduziert. So standen den Besuchern der diesjährigen Prinzenproklamation nur 600 Sitzplätze zur Verfügung. Jedoch blieben einige dieser Plätze frei und so verfolgten rund 500 kostümierte Gäste, die nach den 2G-Regeln Einlass fanden, das bunte abwechslungsreiche Programm der KG „Quer durch de Waat“ und waren gespannt auf die neuen Tollitäten.

KG-Vorsitzender Dieter Hombücher freute sich, dass es wieder los geht nach so langer Pause und übergab das Mikrofon an seinen Präsident Jörg Steinhauer, der mit Witz und Humor den Abend moderierte. Das von Literat Udo Lambert zusammengestellte Programm brachte beim „Warm up“ mit den Boore, Sitzungspräsident Volker Weininger, der Stadtgarde Schwarz-Rot Hennef und den Räubern die Narren in die richtige Stimmung bis zum Höhepunkt des Abends, der Proklamation der neuen Tollitäten der Stadt Hennef durch Bürgermeister Marion Dahm. Zwischen den Programmpunkten wurden auch die vier Neuen im Verein (Anwärter) vorgestellt, es sind Jan Bender (22), Leon Jeske, Leon Meis (23) und Peter Mörtter (54). Den BDK Orden in Gold überreichte BDK-Bezirksvertreter Peter Söntgerath an Dietmar Lütz, Horst Eduard Hess, Robert Reuter und Wolfgang Steimel für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft in der KG "Quer durch de Waat" und mehr als elf Jahre Arbeit im Vorstand der KG.

Dann war es soweit: Die Siegburger Funken Blau-Weiß marschierten zur Bühne, gefolgt vom „Quer durch de Waat“-Elferrat und der Überraschung des Abends: Anstatt eines Prinzenpaares zog ein Dreigestirn in den Festsaal ein. Es wurde laut im Saal, im Jubelrausch und Klatschrhythmus des Narrenvolks schritten sie langsam zur Bühne, wo die Vertreter vom Komitee Hennefer Karneval mit Bürgermeister Marion Dahm auf das neue Dreigestirn warteten. Bürgermeister Dahm übergab an die neuen Regenten der Stadt erstmals den Schlüssel und erkundigte sich bei Altbürgermeister Klaus Pipke, der mit in der Reihe des „Waarter“ Elferrats stand, ob er alles richtig gemacht habe. Nach der „Amtseinführung“ von Jungfrau Dieta, Prinz Gerd I. und Bauer Udo, wandte sich der Prinz als Erster an die Jecken im Saal und bedankte sich für den „klasse Empfang“. „Wir freuen uns, nach anderthalb Jahren Vorbereitung hier oben zu sein. Heute lassen wir es richtig krachen“, sagte er und meinte: „Jetzt fragt ihr euch, warum hier kein Prinzenpaar steht“ und und erzählte dann, dass er schon als kleiner Junge den Traum hatte, einmol Prinz zo sin. Dann ist er vor zwölf Jahren nach Hennef gekommen und vor vier Jahren offenbarte er seiner Frau Melanie, dass er Prinz werden möchte. Da sagte meine Frau, dass sie schon Prinzessin war. Er konnte sie nicht überreden, mit ihm als Prinzenpaar aufzutreten. Tief enttäuscht hat er dann später bei einer Veranstaltung im Sövener Hof Udo sein Herz ausgeschüttet. "Da sagte mir Udo: Kein Problem, dann machen wir ein Dreigestirn, den Bauer hast du schon. Ok, Prinz haben wir, Bauer haben wir, aber wer wird Jungfrau? Ein paar Veranstaltungen später sind wir dann zum ersten Vorsitzenden gegangen und haben unser Anliegen vorgetragen, aber nicht so plump, sondern haben ihm gesagt: Peter wir haben ein Prinzenpaar für dich! Er fragte dann: wer ist es denn? Ja wir. Wie wir? Ja Bauer und Prinz haben wir, bleibt nur noch die Jungfrau, er meinte: ist eine klasse Idee, ich wollte schon immer mal Jungfrau werden, ich bin eure Jungfrau! Ja jetzt stehen wir hier als Dreigestirn". Mit einem Ständchen als Liebeserklärung dankte er seiner Frau und gab ihr einen Kuss.

Jungfrau Dieta hatte die Ehre, den Dreigestirnsorden vorzustellen. Auf dem Orden zu sehen ist oben das Dreigiebelhaus als Wahrzeichen der Warth. Im Mittelpunkt das Dreigestirn als Kegel mit Kölsch-Gläsern in der Hand. Gerd, Dieter und Udo Kegeln alle vier Wochen gemeinsam im Kegelclub "De Holzfäller", was im Orden deutlich wird.

Für das Komitee Hennefer Karneval begutachtete Anne Dietrich das Trio. "Ich glaube, wir sind heute alle sehr überrascht, aber positiv überrascht. Wir haben eine verrückte Zeit und da so etwas zu machen ist genial. Ihr seid ein staatzes Dreijesteen". Sie fand, die Jungs haben alles richtig gemacht, gratulierte und drückt ihnen und allen Jecken die Daumen, dass die Session gefeiert werden kann.

Als letzter griff Bauer Udo zum Mikrofon und blickte auf die Tradition zurück, dass die Prinzenpaare der letzten Jahre immer mit einer tollen Aktion ein soziales Projekte während ihrer Regentschaft unterstützten. "Wir hatten erst gar keine Idee", gab Udo zu. "Wir haben vor zwei Jahren einen lieben Freund durch eine schwere Krankheit verloren und so das Hospiz in Lohmar kennengelernt. Nun bekommen wir so ein Haus auch in unserer Stadt und weil im Frühjahr in Bödingen der Spatenstich für das Sibilla Hospiz erfolgt, haben wir uns gedacht, wir machen ein Lied dafür". In einem professionellen Tonstudio, unterstützt von den Jungs von "Eldorado" sang man mit den "Funky Marys" die erste Hennef-Hymne ein und brannte davon CDs, die in der Session für 5,55 Euro (mindestens) als Spende zugunsten des neuen Hospiz abgegeben werden. Nach der ersten erfolgreichen Präsentation der "Hennef Hymne" durften die Jecken im Saal zur Bühne um dem Dreigestirn zu gratulieren.

Mit dem Dreigestirn stellt die KG "Quer durch de Waat" das 22. Prinzenpaar der Stadt Hennef, doch wer sind die drei?

Prinz Gerd I.

Gerd Hecken ist 56 Jahre. Gemeinsam mit seiner Frau Melanie, der Prinzessin von 2006, seiner Stieftochter und seinen beiden Kindern lebt er seit 2010 in der Meiersheide. Durch seinem Umzug aus dem benachbartem Buchholz (WW) wurde er durch seine Frau schnell aktives Mitglied der KG "Quer durch de Waat". Beruflich ist er Abteilungsleiter bei einem IT-Dienstleister in Bonn. neben dem Karneval und dem Kegeln liest er gerne historische Romane und liebt die Musik, das Oktoberfest, Wacken und den 1. FC Köln.

Jungfrau Dieta (Dieta= altdeutsch für Diet, das Volk)

Dieter Hombücher, 53 Jahre alt, geboren und wohnhaft in Hennef. Er wohnt mit seiner Familie am Rande der Warth. Zur Familie gehören seine Frau Stephanie, seine drei Töchter, drei Schwiegersöhne und drei Katzen. Seit 1985 ist er beruflich bei der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft als Leiter der Abteilung Facility Management tätig. In der KG "Quer durch de Waat" ist er seit 1994, die letzten sieben Jahre Mitglied im Vorstand und ab 2018 der 1. Vorsitzender. Neben der KG und dem Kegeln ist er in seiner Freizeit auch begeisterter Opa.

Bauer Udo

Udo Lambertz, 51 Jahre, geboren in Hennef, aufgewachsen in Kurenbach. Mit Partnerin Birgit lebt er in Edgoven und hat einen Sohn. Er ist Inhaber der 2006 gegründeten Firma Parku-Flex Parkett & Kunststoffe in Hossenberg. Seit 1992 ist er aktives Elferratsmitglied der KG "Quer durch de Waat" und seit 2003 im Vorstand als Literat tätig. Als Adjutant begleitete er fünf Prinzenpaare und bei den letzten drei Prinzenpaare der KG war er als Prinzenführer verantwortlich für die Termine. Auch bei ihm zählt das Kegeln im Club "De Holzfäller" zu seinem weiteren Hobby.

Redakteur:

Alfred Heimermann aus Hennef

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