19. Fabrikgespräch in der Meys Fabrik
Mit künstlicher Intelligenz (KI) in ein neues Zeitalter
- vl. Peter Ehrenberg, Thomas Wallau, Nadja Johnen, Karl Heinz Land und Michael Kremer nachdem Fabrikgespräch in der Meys Fabrik
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Hennef: „Aufbruch in eine neue Zeit“ war das Thema beim 19. Fabrikgespräch der Hennefer CDU in der gut besetzten Meys Fabrik. Vizebürgermeister Thomas Wallau moderierte den Abend und hatte einige Zukunftsfragen an die beiden Gäste, Bürgermeisterkandidatin Nadja Johnen und KI-Visionär Karl Heinz Land: „Wir werden in 50 Jahren entspannter leben, weil vieles die KI übernimmt“, blickt Land positiv in die Zukunft. Für Johnen, die als eGovernment-Projektleiterin Verwaltungsprozesse der Digitalisierung und Modernisierung begleitet hat, wird die KI den Mitarbeitermangel in der Verwaltung ausgleichen, Verwaltungsprozesse beschleunigen und Sicherheitsprobleme schneller entdecken. „Wir müssen mit KI in die Zukunft investieren und mit KI-Schulungen die Arbeitsplätze sichern. Mit KI können wir z. B. Straßenschäden mit Drohnen erfassen, daraus 3D-Modell erstellen und schnell entscheiden, wo man rein muss“.
Land hielt nach der ersten Fragenrunde einen mutmachenden Vortrag über das neue KI-Zeitalter, was die Welt revolutionieren wird -mehr als die Dampfmaschine Anfang des 19. Jahrhunderts, oder des PCs sowie des Internets in der Neuzeit. Für ihn wird die Welt in 25 Jahren mit seinen dann 9,8 Milliarden Bewohnern die Ressourcen aus den Städten holen und nicht nur wie heute aus den Rohstoffmienen der Erde. „Es wird nicht mehr gegoogelt, sondern per Sprache über den Handyassistent Informationen abgefragt“, sagte er.
Das Anwachsen der Weltbevölkerung führt zu Problemen der Menschen und der Umwelt. KI wird 90 Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen, aber auch 170 Millionen neue schaffen. Wenn alle Menschen so leben würden, wie wir in Europa, dann bräuchten wir schon heute drei Erden. Die große KI-Transformation in der Wirtschaft und Verwaltung macht Lust auf die Zukunft. Schon heute nutzen 52 Prozent der 8 Milliarden Menschen auf Welt das Internetnetz, 51 % sind aktiv in Sozialen Medien vernetzt und es gibt 8,7 Milliarden Mobilfunkgeräte weltweit. Die Herausforderung durch Bevölkerungszuwachs, Urbanisierung (als Folge ziehen viele Bürger vom Land in die Stadtmitte oder in Stadtnähe), Migration, Flüchtlinge, alternde Bevölkerung, Klimakrise, Energiekosten, Umweltverschmutzung, Kriege, Pandemien sowie Populismus, Kognitive Dissonanz (unangenehm empfundenen Gefühlszustand), Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) sind enorm, die zu Nahrungskrisen, extrem Wetterlagen, Cyberangriffen, tiefer sozialer Instabilität, Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung, Datenbetrug, Diebstahl und Haushaltskrisen führen kann. All das ist laut Land mit Intelligenz und Vernetzung sowie mit neuen Visionen (die in Europa derzeit fehlen) lösbar. Er nennt Energie und Arbeit als Quelle unseres Wohlstandes und die Sonne liefert uns mehr Energie, wie wir benötigen. So hat sich im laufe der Jahrhunderte, durch den Fortschritt die Leistung des einzelnen verteuert, aber durch den Einsatz von Maschinen und KI ist insgesamt die Leistung gravierend günstiger geworden. So kostet z. B. der Flug von 24 Menschen je KW ein Euro, bei Bahnfahrten sind es ein Euro/KW bei 12 Passagieren. Land nennt die KI die größte Chance auf ein neues deutsches Wirtschaftswunder. Prof. Dr. Michael Hüther schätzt das jährliche wirtschaftliche Potential durch KI auf 330 Milliarden Euro allein in der deutschen Wirtschaft. Moderne KI wird die sozialen, ökonomischen, politischen und ökologischen Bedingungen radikal verändern. Bei der Entwicklung des BIP (Bruttosozialprodukt eines Landes) in der Zeit von 1992 bis 2024 liegt Deutschland abgeschlagen ganz hinten mit 4,59 Billionen Dollar, zum Vergleich: USA 28,78-, EU 18,78-, China 18,53 Billionen Dollar, da muss und kann Deutschland aufholen.
Wir müssen die Kollaborative Intelligenz nutzen, also die Fähigkeit, die Kraft einer Gruppe, um Ziele zu erreichen, die allein nicht zu schaffen sind. Die KI kann besonders bei Verfahren, Normen, bei Ethik und Werten, bei Formularen Kundenmanagement und Verträgen genutzt werden. Routine Arbeit übernimmt die KI und der Mensch die manuelle Arbeit. „Die Verwaltung ohne KI wird in vier Jahren doppelt so teuer sein wie heute und nur halb so gut und schnell sein“ ist sich Land sicher, „Unternehmer ohne KI-Strategie werden in der Branche nicht mehr mithalten können. Wer heute eine KI-Strategie entwickelt, gewinnt 10-100-1000 Fach an Geschwindigkeit“. Die KI ist vergleichbar mit einer Bibliothek, mit KI sucht man das, Buch, jede Firma und Verwaltung muss da sein „Buch“ als eigene KI-Plattform generieren. Am Ende seines Vortrags machte Land der Zuhörerschaft Mut, gleichzeitig warnte er: „Keine Angst vor KI, aber vor der natürlichen Dummheit“ und zitierte Antonio Gramsci aus dem Jahr 1937: „Die alte Welt liegt im Sterben, die neue Welt ist noch nicht geboren: Dies ist die Zeit der Monster“. Damals waren es Hitler, Stalin und Mussolini, heute sind es Putin, Trump, Erdogan und die AFD. „Deutschland braucht eine eigene KI-Plattform, die Sicherheit, Vertrauen und Rechtskonformität den Verwaltungen und Firmen gibt“ ist der Ratschlag von Land an Deutschland.
Der leidenschaftliche Vortrag zur KI begeisterte die Anwesenden, lies aber auch Fragen aufkommen, die Land und auch Johnen verständlich beantworteten.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Heimermann aus Hennef |
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