Parkour
Sport und Graffiti
- Kai und Manu auf dem „Parkour“.
- Foto: we
Medinghoven (we). Bezirksbürgermeister Peter Leonhardt brachte es auf den Punkt: „Nach dem Begegnungszentrum ist dies ein weiteres Highlight in Medinghoven. Damit ist bewiesen: Medinghoven ist im Aufbruch.“
Mit diesen Worten eröffnete er den neuen Parkour im Park Medinghoven. Für rund 350.000 Euro ist hier eine Freizeitstätte für sportlich Interessierte entstanden – eine Premiere für Bonn. Direkt daneben befindet sich eine neue Graffiti-Wand. So verbinden sich Kultur und Sport in grüner Umgebung miteinander, eben mitten im Park. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün und das Sportamt der Stadt Bonn haben hier erfolgreich zusammengearbeitet.
Wer mit dem Begriff wenig anfangen kann: Parkour ist eine aus Frankreich stammende Sportart, die ihren Ursprung im urbanen Raum hat. Jugendliche in den oftmals tristen Vorstädten von Paris nutzten die grauen Betonbauten ihrer Umgebung, um durch geschicktes Klettern, Springen, Abrollen und Balancieren den sonst eintönigen Beton kreativ als Sportgerät zu verwenden und ihren Alltag so aktiv und sinnvoll zu gestalten.
In Medinghoven zeigten Kai und Manu eindrucksvoll, wie man scheinbar unüberwindbare Hindernisse aus Naturstein, Beton und Stahlrohren meisterhaft überwindet – und das mit sichtbarem Spaß.
„Ich mache seit Jahren Yoga“, erzählt der erschöpfte, aber begeisterte Kai. Diese Körperbeherrschung, fast schon Akrobatik, ist definitiv von Vorteil. In Köln gibt es sogar spezielle Ausbildungsgänge für Parkour. „In Bonn ist die Szene jedoch noch überschaubar“, sagt Manu und springt schon zur nächsten Betonwand.
Die Anlage ist eine Premiere für Bonn. Obwohl vorgefertigte Bauteile verwendet wurden, erfordert der Aufbau Spezialwissen. Viele Experten haben mit ihrem Know-how zum erfolgreichen Gelingen beigetragen. Besonders die umliegenden Schulen an der Europabrücke werden die Anlage zukünftig nutzen.
Nicht nur junge Männer, sondern auch Frauen schätzen die Möglichkeit, sich hier fit zu halten oder ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Körperbeherrschung ist für die Ausübung von Parkour wichtig, denn obwohl der Boden gefedert ist, sind Verletzungen durch Stürze nicht ganz auszuschließen.
Doch die Faszination für den Sport und das wachsende Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten überwiegen diese Schattenseiten. Parkour stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das Zutrauen in die eigene körperliche Kraft – und macht vor allem großen Spaß. Auf die Frage, was den Sport so besonders macht, antworteten Kai und Manu unisono: „Das Rumhüpfen.“
Ein Gewinn für Medinghoven – ein neuer, attraktiver Treffpunkt für Jung und Junggebliebene, egal ob für Sport oder für den Einstieg in die Welt der Graffiti mit ihren farbenfrohen Ausdrucksformen.Und träumen darf man auch: „Wir arbeiten daran, dass Parkour olympiareif wird“, sagt Kai, der sich unter Insidern Tracteur nennt. Bis dahin gibt es aber noch viele Übungseinheiten, sogenannte Lines, die einzelne Teile einer Kür bilden.
Die Bezirksvertretung Hardtberg hatte 2019 den Park Medinghoven als Standort für diese Freizeitanlage beschlossen. Jetzt ist sie fertig und wurde mit großem Interesse seitens der örtlichen Politik sowie zukünftiger Nutzer eröffnet.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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