Cooler Schullhof
Schule will abkühlen
- Ein Temperaturmessgerät an einer Laterne erfasst neuerdings kontinuierlich die Wärmeentwicklung auf dem Schulgelände des Frechener Gymnasiums.
- Foto: Florian Braun
Das Gymnasium der Stadt Frechen plant die naturnahe Umgestaltung eines zentralen Schulhofbereichs. Aus einer bislang stark versiegelten Fläche soll ein klimaangepasster, grüner Lern- und Aufenthaltsraum entstehen.
Frechen (lk). „Wer an einem heißen Sommertag über einen der Schulhöfe am Gymnasium der Stadt Frechen läuft, merkt schnell: Asphalt kann erstaunlich viel Wärme speichern“, teilt die Schule mit. Das soll sich zukünftig ändern. Mit einer Förderung von bis zu 20.000 Euro für Planung und erste Umsetzungsmaßnahmen unterstützt das Projekt „Coole Schulhöfe NRW“ Schulen dabei, konkrete Schritte hin zu zukunftsfähigen Schulhöfen zu gehen.
Für die Verantwortlichen des Gymnasiums war schnell klar: Genau das ist der richtige Rahmen, um schon länger vorhandene Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Der ausgewählte Schulhof gehört zu den größten und zugleich am stärksten versiegelten Bereichen des Schulgeländes. Während andere Bereiche bereits über begrünte Rückzugsräume verfügen, fehlt es hier bislang an Schatten, Aufenthaltsqualität und ökologischer Vielfalt. Besonders im Sommer entstehen deutliche Hitzeinseln.
„Dabei zeigen zahlreiche Beispiele: Gerade solche Flächen bieten enormes Potenzial. Durch Entsiegelung, Begrünung und Beschattung lassen sich Mikroklima und Aufenthaltsqualität deutlich verbessern, gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere“ erklärt Biologielehrer Tobias Littschwager das Kernkonzept des Projektteams.Ein naturnaher Schulhof wirke sich zudem positiv auf Bewegung, Konzentration und Wohlbefinden aus und schaffe zugleich wichtige Anknüpfungspunkte für Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Vision: Ein grüner Schulhof
Ziel des Gymnasiums ist es, diesen Schulhof schrittweise in einen grünen Begegnungs- und Lernraum zu verwandeln.
Geplant sind unter anderem die teilweise Entsiegelung von Asphaltflächen, die Pflanzung heimischer Bäume und Gehölze als natürliche Schattenspender, die Anlage von Blühflächen und naturnahen Pflanzstreifen, die Schaffung von Sitz- und Aufenthaltsbereichen in begrünten Zonen und perspektivisch ein grünes Klassenzimmer als Lernort im Freien.
Ein vorhandener Grünstreifen soll zusätzlich zu einem kleinen artenreichen Biotop weiterentwickelt werden – mit heimischen Pflanzen sowie Strukturelementen wie Totholz oder Steinhaufen. „So entstehen Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere und gleichzeitig ein Lernort für praktischen Natur- und Artenschutz. Hier freut sich die Schule über die unterstützende Begleitung der Projektumsetzung durch die Stadtverwaltung Frechens, wodurch hier auch erste Bausteine des frisch beschlossenen kommunalen Nachhaltigkeitskonzeptes umgesetzt werden können“, teilt das Gymnasium Frechen mit.
Lernen unter freiem Himmel
Bestimmte Areale des Schulhofes sollen langfristig zu einem Lernraum im Freien umgestaltet werden.
Schülerinnen und Schüler können hier das Schulgelände als Ökosystem untersuchen, Daten zu Klima und Biodiversität erheben und eigene Ideen zur nachhaltigen Gestaltung entwickeln. Naturwissenschaftliche Fächer begleiten den Prozess und machen Veränderungen messbar.
Ein erster Schritt ist bereits erfolgt: Ein Temperaturmessgerät an einer Laterne erfasst kontinuierlich die Wärmeentwicklung auf dem Schulgelände. So kann die Schulgmeinschaft künftig nachvollziehen, wie stark Begrünungsmaßnahmen zur Abkühlung beitragen.
Das Projekt ist als Gemeinschaftsprojekt angelegt. Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern bringen ihre Ideen ein, entwickeln Konzepte und wirken aktiv an der Umsetzung mit.
Das schulische Ziel ist ein Schulhof, der mehr ist als ein Aufenthaltsort: Ein grüner Lernraum, eine kühle Oase und ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Schulentwicklung.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |