Jetzt schon an den Winter denken
Igel benötigen Schutz
- In August und September beginnen die Igel sich Reserven für den Winter anzufressen.
- Foto: Stock/Adobe.com/Maren Winter
Die Stadt Euskirchen legt in den innerstädtischen Parkanlagen Überwinterungsquartiere für Igel an.
Euskirchen (lk). In jedem Jahr sind Hauptgeburtsmonate der Igel August und September. Igel suchen in dieser Zeit Futter für den Nachwuchs und beginnen sich Reserven für den Winter anzufressen, doch die Population der Braunbrustigel ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen und benötigt besonderen Schutz.
In Euskirchen wurden jetzt vermehrt insektenfreundliche Wildblumenstreifen in unmittelbarer Nähe der Igel-Quartiere angelegt. „Die dort lebenden Insekten dienen dem Igel als gute Nahrungsquelle zum Aufbau von Energiereserven für den Winterschlaf“, erklärt die Stadtverwaltung.
Der Stadtbetrieb Technische Dienste unterhält diese ausgewählten Orte durch die Extensivierung der Pflegemaßnahmen.
Sieht man aktuell tagaktive Igel sind diese meist von Grünpflegearbeiten oder der Gartenarbeit aufgeschreckt worden, was unkritisch ist. In den kälteren Monaten sollten die Tiere nicht gestört werden, damit sie mit den angefressenen Reserven gut über den Winter kommen und nicht aufwachen.
Bereits jetzt können Tierfreunde etwas für Igel im eigenen Garten tun, wie beispielsweise die Anlage von Winterquartieren. Im späteren Jahresverlauf kann es unter Umständen nötig sein schwache Igel zuzufüttern.
Geeignete Winterquartiere an einem geschützten Standort ermöglichen dem Igel einen ruhigen Winterschlaf. Ideal sind lockere Laubhaufen mit Hohlräumen aus gestapelten Ästen oder Steinen. Die Hohlräume verschaffen den Igeln ausreichend Platz für den Winterschlaf. Das aufgeschüttete Laub sollte zusätzlich mit Zweigen als Windschutz abgedeckt werden. Die Ast- und Laubhaufen soltlen erst ab März / April nach dem Winterschlaf der Igel umgeschichtet oder entfernt werden.
Hilfreich ist es darüber hinaus einen Durchlass in einer Größe von 10 x 10 Zentimetern im Gartenzaun zu belassen, um die Wanderbewegungen und Futtersuche der Tiere zu ermöglichen.
„Des Weiteren sollte der Betrieb von Mährobotern grundsätzlich auf 9 bis 17 Uhr begrenzt werden“, teilt die Stadtverwaltung mit.
Wenn keine natürlichen Nahrungsquellen mehr zur Verfügung stehen, sollten unterernährte Igel vor der Winterruhe gefüttert werden. Geeignet sind Katzenfutter mit mindestens 60 Prozent Fleischanteil, als Nass- oder Trockenfutter, ohne Soße und ohne Gelatine. Ungeeignete Futtermittel sind zum Beispiel Milch oder Haferflocken. Igel und andere Wildtiere freuen sich generell über eine Tränke mit Wasser.
Wenn Igel oder Igelnachwuchs derzeit tagsüber gesichtet werden, ist das nicht direkt besorgniserregend. Hilfe benötigen sie nur, wenn sie verletzt oder krank sind.
Hilfsbedürftige Igel sollten nur von fachkundigen Personen versorgt werden; in Euskirchen ist dies die Igel-Pflegestation in Dom-Esch. Weitere Infos hier: https://tierschutz-euskirchen.de/ueber-uns/igel-pflegestation/
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |