Hilfe für Odessa
Hilfslieferung für Behindertenzentrum

Die Fahrer und Helfer beim Beladen des Transportfahrzeuges mit Medikamenten, Windeln und Pflegemitteln.
  • Die Fahrer und Helfer beim Beladen des Transportfahrzeuges mit Medikamenten, Windeln und Pflegemitteln.
  • Foto: Friedrich Joseph Haass Gesellschaft

Ein bis unters Dach mit Medikamenten, Windeln und Pflegemitteln beladener Transporter startete vergangene Woche von Bad Münstereifel in Richtung ukrainische Grenze. Von dort aus soll die Ladung in die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer gebracht werden.

Bad Münstereifel (lk). „Dort warten behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene dringend auf die Hilfsgüter“, erklärt die Friedrich Joseph Haass Gesellschaft. Sie ist nach einem Münstereifeler Arzt benannt, der als „Heiliger Doktor von Moskau“ bekannt wurde. Die Stiftung hat über 30 Jahre den Aufbau des Behindertenzentrums „Janush Korchak Institut“ in Odessa tatkräftig gefördert.

In den ersten Tagen des Ukraine-Konfliktes blieb es noch ruhig in Odessa. „Die zunehmende Zerstörung der zivilen Infrastruktur in der Ukraine und verstärkte Angriffe auch auf Odessa führten jedoch auch hier bald zu einer Notlage bei der Versorgung“, meldete die Leiterin des Behindertenzentrums, Dr. Marina Igonina und bat die Stiftung um Unterstützung bei der Beschaffung von Lebensmitteln, Medikamenten, Hygiene- und Pflegeartikeln.

„Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Behinderung sowie deren Familien leiden noch einmal stärker unter dem Krieg. Das beginnt schon damit, dass sie bei Angriffen durch Mobilitätseinschränkungen schlecht die Schutzräume erreichen können“, sagt Wilhelm Stein, Vorsitzender der Haass Gesellschaft. So verweist die Bundesvereinigung Lebenshilfe darauf, dass sich die Familien mit ihren behinderten Angehörigen in Kellern und Badezimmern einrichten, um sich vor Angriffen zu schützen. Auch unter der immer schlechter werdenden Versorgungslage würden besonders die Menschen mit Behinderung leiden. Medikamente, auf die viele behinderte Menschen dringend angewiesen seien, würden fehlen. Gleiches gälte für Hygieneprodukte und insbesondere Windeln aller Größen.

“Wir haben sofort auf den Hilferuf reagiert und mit der Beschaffung der dringend benötigten Hilfsgüter begonnen. Dabei wurden wir besonders von dem Mechernicher Arzt Gert Schäfer, der Tondorfer Lambertusapotheke und der Lebenshilfe Euskirchen unterstützt“, sagt Stein. Zudem seien Spenden von Mitgliedern und Freunden der Haass Gesellschaft eingegangen und hätten bei der Finanzierung des Transports geholfen. Der Weilerswister Ferdinand Schwanitz, der bereits mehrfach für die Haass Gesellschaft Hilfsgüter nach Odessa gefahren hatte, erklärte sich wieder bereit den Transport durchzuführen und organisierte einen Transporter, den er gemeinsam mit seinen Freunden Thomas Schwenk und Wolfgang Riemann belud und dann mit Schwenk als Beifahrer Richtung ukrainische Grenze startete. Nach zwei Tagen Fahrt konnten die Hilfsgüter schließlich in der Slowakei übergeben werden, von wo aus sie nach Odessa transportiert werden. Auf dem Rückweg nehmen werden die Fahrer eine Familie aus Odessa mit einem behinderten Kind nach Deutschland bringen, wo sie von einer Lebenshilfeeinrichtung betreut werden.„Wir werden die Behinderteneinrichtung in Odessa auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter unterstützen“, stellt Stein weitere Hilfe in Aussicht.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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