Arbeitsmarkt
Geringfügiger Anstieg im Juni

Rainer Imkamp ist Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Brühl.
  • Rainer Imkamp ist Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Brühl.
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Kreis Euskirchen - (bp). Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni leicht gestiegen.
Insgesamt waren 5450 Menschen arbeitslos; das sind 15 oder 0,3 Prozent
mehr im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit
einem Minus von 195 oder 3,5 Prozent aber noch unter dem Niveau des
Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte
auf 5,1 Prozent.

„Auch wenn die Sommerpause im Kreis Euskirchen etwas früher
eingesetzt hat, werte ich den leichten Anstieg im Juni nicht als
besorgniserregenden Frühindikator. Die deutsche Wirtschaft befindet
sich weiterhin in guter Verfassung und auch der Arbeitsmarkt ist
stabil“, kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der
Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, die neuesten
Arbeitsmarktdaten aus dem Kreis Euskirchen.

Üblicherweise beginnt die Sommerpause erst im Juli. Die
Arbeitslosigkeit steigt dann leicht, unter anderem weil Azubis nach
der Ausbildung zum Teil nicht übernommen werden und Einstellungen
erst nach den Sommerferien erfolgen. „Unser Arbeitgeberservice hat
gut zu tun, die Nachfrage nach Fachkräften ist weiterhin hoch.
Insbesondere im Dienstleistungssektor, hier besonders im Gesundheits-
und Sozialwesen sowie im Handel gibt es einen hohen Bedarf an
Arbeitskräften“, so Imkamp.

„Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre im Vergleich zum
Vorjahr leicht abgenommen hat, kann von einer grundlegenden Besserung
der Arbeitsmarktsituation für Ältere nicht die Rede sein. Dabei
liegen die Vorteile älterer Mitarbeiter auf der Hand: Sie verfügen
über hohe Kompetenz und Verantwortungsgefühl, “ erklärt der
Arbeitsmarktexperte. „Gerade die Reife und Lebenserfahrung älterer
Menschen sollte für Arbeitgeber ein wichtiger Beschäftigungsfaktor
sein. Wir können es uns nicht leisten, auf das Potenzial Älterer zu
verzichten. Dies haben gerade zukunftsorientierte, aktive Arbeitgeber
erkannt, von einem Umdenken der Wirtschaft auf breiter Front kann
allerdings nicht gesprochen werden. Da muss noch viel
Überzeugungsarbeit geleistet werden.“ Derzeit sind 1942 - das sind
35,6 Prozent - aller Arbeitslosen 50 Jahre und älter.

Nicht nur der Arbeitsmarkt ist derzeit in Bewegung. Auch auf dem
Ausbildungsmarkt tut sich einiges. Bei der Arbeitsagentur läuft die
Vermittlung der freien Ausbildungsstellen auf Hochtouren. Für den
Zeitraum von Oktober 2017 bis Juni 2018 wurden im Kreis Euskirchen
1241 Bewerber registriert, 97 oder 7,2 Prozent weniger als im
vergangenen Jahr. Dem gegenüber stehen der Arbeitsagentur 710
Ausbildungsstellen zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 56 oder
8,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt sind im Kreis Euskirchen derzeit noch 324 Ausbildungsstellen
unbesetzt und 422 Bewerber haben bisher noch keinen Ausbildungsplatz
oder eine andere Alternative gefunden. Die Sommerferien in
Nordrhein-Westfalen rücken immer näher. Viele Jugendliche möchten
nicht ohne Ausbildungsvertrag in die Ferien gehen. Und auch die
Unternehmen haben ein großes Interesse möglichst noch vor der
Urlaubszeit die Personalplanungen für den Ausbildungsstart 2018
abschließen zu können.

Imkamp appelliert: „Mit einem unterschriebenen Ausbildungsvertrag in
die Sommerferien zu gehen, gibt sowohl den Ausbildungsbetrieben als
auch den Jugendlichen eine große Sicherheit. Jugendliche, die jetzt
noch keine Zusage haben, sollten unbedingt handeln, nachhaken, weiter
bewerben und gegebenenfalls eine Alternative zum Wunschberuf in
Betracht zu ziehen.“ Imkamp rät den Jugendlichen, auf die
Berufsberatung zuzugehen und sich mit gutem Rat und konkreten
Ausbildungsangeboten unterstützen zu lassen. Junge Menschen können
in ihrer Schule ihre Berufsberaterin oder ihren Berufsberater
ansprechen, oder sie vereinbaren einen Termin über die kostenlose
Rufnummer: 0800 4555500.

Zahlreiche Arbeitgeber in der Region haben in den letzten Jahren bei
ihrer Suche nach dem passenden Nachwuchs für das Unternehmen trotz
verstärkter Aktivitäten eine sinkende Zahl von Bewerbungen zu
spüren bekommen. „Die Ausbildungsbetriebe in der Region bitte ich,
sich ebenfalls möglichst noch vor den Ferien für einen passenden
Bewerber zu entscheiden“, so Imkamp. „Wer bis jetzt noch nicht den
passenden Nachwuchs für das eigene Unternehmen finden konnte, kann
sich auch kurzfristig noch bei der Arbeitsagentur Brühl melden. Der
Arbeitgeberservice unterstützt gerne bei der Suche nach geeigneten
Bewerbern“. Den Arbeitgeberservice erreichen Betriebe über die
bundesweite kostenlose Rufnummer: 0800 4555520.  

Redakteur:

RAG - Redaktion

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