Yīlùpíng'ān, Gina!
Gina Advena auf Erftstadt fliegt für 10 Monate nach China

Gina Advena sitzt auf gepackten Koffern und freut sich auf ihr Abenteuer China.

Gina Advenas großes Abenteuer beginnt nächsten Mittwoch am
Köln-Bonner Flughafen. Von hier aus geht es nach München, wo der
Flieger Richtung Peking startet. Ein 13-Stundenflug, der die rund 8000
Kilometer zwischen der Heimat und dem Ort überwindet, an dem sie die
nächsten zehn Monate verbringen wird.

Erftstadt-Lechenich. Xièxie und Nǐhǎo, Dankeschön und Guten Tag,
diese beiden Worte kennt Gina Advena auf Chinesisch. Dass es in zehn
Monaten mehr sein werden, ist sicher. Denn Gina wird in Peking nicht
nur die vierjährige Tochter und den fünfjährigen Sohn ihrer
chinesischen Gastfamilie betreuen, sondern parallel auch Mandarin, die
chinesische Hochsprache, studieren. Den ersten Kontakt mit ihrem
Sehnsuchtsland hatte sie 2014, als sie im Rahmen eines
Schüleraustauschs der Europaschule Kerpen in China war. Mittlerweile
hat sie Abitur gemacht und will die Zeit bis zum Beginn ihres Studiums
„International Communication Management“ im niederländischen
Nijmegen für ihr großes Abenteuer nutzen.
Auf einer Auslandsmesse in Köln entdeckte Gina den Stand einer
Agentur, die chinesische Gastfamilien vermittelt. Schnell war man sich
einig und eine passende Familie gefunden. „Über Skype und das
chinesische WhatsApp WeChat hatte ich bereits Kontakt mit meiner
Gastmutter. Sie spricht sehr gut Englisch. Sie erwartet ihr drittes
Kind, um das sich aber eine Nanny kümmern wird“, erzählt Gina.
Natürlich hat sie in der 280 Quadratmeter großen Wohnung ein eigenes
Zimmer mit Wlan. Zudem zahlt die Gastfamilie den Rückflug,
Versicherung, Unigebühren und ein Taschengeld in Höhe von 130 Euro
im Monat. Zwei Tage in der Woche und an den Feiertagen hat sie frei,
und zwei Wochen Urlaub bekommt sie auch. Mit anderen Au Pairs, die
bereits in China sind, ist sie bereits in Chat-Kontakt, regelmäßige
Treffen sind in Planung. Die Agentur war bei allen Formalitäten
behilflich, etwa bei der Beantragung des Visums bei der Chinesischen
Botschaft in Frankfurt, Gesundheits- und Führungszeugnis. Im
Frühling brachte Gina einen Impfmarathon hinter sich, ließ die
europäischen Standardimfpungen auffrischen und sich zusätzlich gegen
Typhus impfen.
Als gar nicht so einfach stellte sich das Kofferpacken heraus: „23
Kilo plus acht Kilo Handgepäck sind erlaubt. Dabei wiegt mein Laptop
bereits drei Kilo. Außerdem muss ich Kleidung für alle Jahreszeiten
einpacken. Die Winter in Peking können richtig kalt sein.“ Ende
Juni nächsten Jahres kommt Gina zurück. Da gibt es kein Weihnachten
und – vielleicht schlimmer noch – keinen Karneval. Vor diesem
Hintergrund hält es Gina für möglich, dass sie auch mal ein kleines
Heimwehtränchen verdrücken könnte. Allerdings überwiegt bei ihr
eindeutig die Freude, das Neue und Fremde zu entdecken: „Am meisten
freue ich mich auf die Sprache und die Kinder.“
Ihre Eltern unterstützen ihre Ambitionen. Allerdings weiß Mutter
Anette Kolgraf, dass sie ein Stück weit loslassen muss: „Ich kann
nicht eingreifen, wenn etwas passiert. Ich kann ja auch nicht einfach
in ein Flugzeug steigen und hinfliegen. Wenn alle Stricke reißen,
muss Gina einen Flieger zurück nehmen.“ Außerdem sollte Gina, wenn
es nach ihrer Mutter geht, zumindest ihre Adresse auf Chinesisch
herunterladen, falls sie in der großen Stadt Beijing mit den fremden
Schriftzeichen einmal verloren gehen sollte.
Gina hat versprochen, in loser Folge von ihren Erlebnissen zu
berichten und die Leser der SonntagsPost an ihrem Abenteuer China
teilhaben zu lassen. Die Redaktion sagt: yīlùpíng'ān, Gute Reise!
Ein drittes Wort auf Chinesisch kann nicht schaden.

Redakteur:

REDAKTEURIN Gabriele Rupprecht aus Erftstadt

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