Tim Axer
Endgültig ein „Großer“
- Foto: Rulsch / Axer
Erftstadt-Gymnich (vd). Die sportliche Erfolgsgeschichte von Wasserspringer Tim Axer weist schon viele Kapitel auf. Während die Seiten der „Jugend“ nun zu Ende geschrieben sind, setzt Tim jetzt endgültig auch bei den Großen echte „Ausrufezeichen“ – wie jüngst in Rostock bei den Deutschen Sommer-Meisterschaften der Junioren und der Offenen Klasse. Dort versammelten sich die besten deutschen Athleten, um sich zu messen. Und Tim Axer war mit ehrgeizigen Zielen angereist, die er gleich am ersten Wettkampftag untermauern und bestätigen konnte: „Zum Auftakt bin ich gleich Deutscher Junioren-Meister vom 1-Meter-Brett geworden“, lächelt der Gymnicher Ausnahmeathlet. Und diese Goldmedaille sollte nicht die einzige bleiben.
Zunächst musste Tim aber mit seinem Partner beim Synchronspringen bangen: „Alex lag die Tage vor dem Wettkampf mit Magen-Darm-Problemen flach im Hotel-Bett. Lange war nicht klar, ob er zum Wettkampf antreten kann“, blickt Tim zurück. Doch letztlich stand Alex, wenn auch noch leicht geschwächt, mit Tim auf dem Brett. Auch wenn diese Vorbereitung alles andere als optimal war, sicherten sich die Beiden am Ende sogar die Bronzemedaille in der offenen Klasse.
In den folgenden Tagen standen dann die Wettkämpfe vom 3-Meter-Brett auf dem Programm. Bei den Junioren konnte sich Tim auch hier den Titel des Deutschen Meisters und somit seine zweite Goldmedaille sichern.
In der offenen Klasse war die Konkurrenz mit Teilnehmern der letzten Olympischen Spiele noch einmal deutlich stärker. Doch auch bei den Erwachsenen konnte sich Tim behaupten und sprang konstant stark in die „Top 5“. Für das Finale hatte Tim dabei eine besondere Überraschung für alle Zuschauer und Sportler im Gepäck: „Meine Sprungserie bestand zwar schon aus sehr anspruchsvollen Sprüngen, im Finale habe ich dann aber erstmals eine richtige ‚Erwachsenen-Serie‘ präsentiert“, blickt der Gymnicher stolz zurück. Aus einem dreieinhalb-fachen Vorwärtssalto gehechtet wurde ein viereinhalb-facher Vorwärtssalto gehockt und aus einem zweieinhalb-fachen Delfinsalto gehechtet ein dreieinhalb-facher Delfinsalto gehockt. „Diese Sprungserie entspricht dem Schwierigkeitsgrad eines Olympia-Teilnehmers“, erklärt Tim Axer, der gesteht: „Neue Sprünge erstmals in einem Wettkampf zu zeigen, das ist immer etwas ganz Besonderes.“ Es mache einen ein Stück weit „frei“, einen neuen Sprung vor Publikum gezeigt zu haben – wenn er denn gelingt. Das Publikum zeigte sich entsprechend sensibilisiert und war nach der Ankündigung des viereinhalb-fachen Vorwärtssaltos „mucksmäuschenstill“, erinnert sich Tim. Doch der Gymnicher hielt dem Druck stand und brachte seinen Premierensprung gut ins Wasser, was das Publikum mit einem tosenden Applaus honorierte. Tims Fazit: „Noch nicht perfekt, aber für das erste Mal schon richtig gut“, grinst der Erftstädter. Mit diesem Rückenwind glückte auch der dreieinhalb-fache Delfinsalto, sodass am Ende eines großartigen Finales für Tim Platz 5 in der offenen Klasse zu Buche stand – mit nur vier Punkten Rückstand auf den Viertplatzierten und nur sieben Punkten auf den Drittplatzierten. „Auf diesem Niveau, mit diesen Schwierigkeiten der Sprünge, ist das eine einzige Kampfrichterwertung - von sieben - von einem Punkt im gesamten Wettkampf. Aber an der Spitze des Deutschen Wasserspringens ist die Konkurrenz natürlich sehr eng beieinander - und eben sehr, sehr gut“, so sein persönliches Resümee zum Finale.
Am Ende nahm Tim aber nicht nur zwei Gold- und eine Bronzemedaille mit nach Hause, sondern auch eine Nachricht, auf die er lange hingearbeitet und sich letztlich verdient hatte: „Ich wurde vom Deutschen Schwimm Verband DSV für die FISU World University Games nominiert“, strahlt Tim übers ganze Gesicht, denn: „Das sind die Weltspiele der Studierenden. Die werden vom Internationalen Hochschulverband FISU dieses Jahr in Deutschland ausgetragen - im Juli geht es los!“ Die Weltspiele der Studierenden werden auch gerne als die „kleinen Olympischen Spiele“ bezeichnet, an denen Studierende aus aller Welt teilnehmen. Auch die World University Games haben sich – wie die „großen“ Olympischen Spiele – das Verbindende und den Austausch zwischen den Sportlern, ihren Nationen und Kulturen auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend riesig ist die Vorfreude beim Erftstädter angesichts dieses sportlichen Highlights.
Doch bis dahin hat Tim noch eine weitere Gelegenheit, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren und seine neuen Sprünge weiter auf Top-Niveau zu stabilisieren. Für den DSV geht er in Bozen Anfang Juli beim internationalen Wettkampf des italienischen Schwimmverbands an den Start: „Das wird dann meine Vorbereitung für die World University Games sein, die für Schwimmen und Wasserspringen in Berlin ausgetragen werden“, fasst Tim zusammen. Und wer weiß, vielleicht folgt auf die Stille auch dort Jubel und Edelmetall: „Das wäre natürlich der absolute Wahnsinn“, lacht Tim.
LeserReporter/in:Düster Volker aus Erftstadt |