Gut gebohrt ist halb erobert
Traditioneller Rathaussturm in Eitorf

Zirkusdirektor Rainer Viehof im Wettstreit mit den Jecken. | Foto: Festausschuss Eitorfer Karneval
  • Zirkusdirektor Rainer Viehof im Wettstreit mit den Jecken.
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Eitorf. Alle Karnevalsgesellschaften Eitorfs unterstützten die Prinzenpaare Lukas I. und Jil I. sowie Finn I. und Lena I. und den Festausschuss Eitorfer Karneval beim Marsch auf das Rathaus zwecks Übernahme. Bürgermeister Rainer Viehof hatte offensichtlich das Vorhaben durchschaut und die Türen des Rathauses fest verschlossen. Selbstsicher strahlte er mit der Sonne um die Wette und schunkelte gut gelaunt mit seiner Ersten Beigeordneten Iris Prinz Klein zu "Kölsche Jung" oder "Karnevalsmaus".

Zur weiteren Ablenkung des Bürgermeisters lud der Vorsitzende des Festausschusses, Jürgen Siebigteroth, die Kindertanzgruppen der Brückenwache, Turmgarde, Minikännchen, Stadtsoldaten Binos und Fidele Funkengarde zum Vortanzen ein. Mit geballter Power rückten neben dem Festausschuss mit den Prinzenpaaren neun Karnevalsgesellschaften dem Bürgermeister auf die Pelle. Doch Viehof - verkleidet als Zirkusdirektor - wollte nicht freiwillig aufgeben. Passend zum Motto "Ejal ob Kirmes oder Karneval, fiere kann Eitorf allemal" holten die Narren die Attraktion „Hau den Lukas“ -  eine Hommage an das 880. Jubiläum der Eitorfer Kirmes - hervor. Im Wettbewerb des Bürgermeisters gegen die Prinzenpaare sollte die Schlüsselübergabe erreicht werden.
Auf die Untersützung der Ersten Beigeordneten konnte Viehhof nicht zählen. "Da musst Du jetzt alleine durch", lautete ihr kurzer Kommentar. Kinderprinzessin Lena I. begann und legte ordentlich vor. Bei ihrem dritten Schlag läutete die Glocke - volle Punktezahl rief Prinz Lukas I. sogleich. Auch beim Kinderprinzen Finn I. lief es mit voller Punktezahl wie am Schnürchen. Bevor nun Viehof an die Reihe kam, verdonnerte Prinzessin Jil I. ihn mit Prinz Lukas I. zunächst zu einem Aufwärmtraining mit jeweils zehn Hampelmänner und Kniebeugen. Aufgelockert kurzatmig versuchte nunmehr der Bürgermeister unter Buhrufen sein Glück und natürlich kamen seine ersten zwei Schläge nicht annähernd an die Kraft der Jecken heran. Kurz bevor er zum letzten Schlag ausholte, strömte plötzlich Rauch aus einem offenen Fenster des Rathauses. Prinz Lukas I. lachte siegessicher: "Das, was die in der Sparkasse Gelsenkirchen können, das können wir auch. Unser Ablenkungsmanöver war erfolgreich. Unser Adjutant hat sich schon längst von unserer Hofburg durch die Wand des Rathauses gebohrt". Bürgermeister Rainer Viehhof kapitulierte und übergab die Schlüsselgewalt an die Prinzenpaare. Fröhlich gab Prinz Lukas I. bekannt „Fastelovend und Lachen ziehen jetzt ins Rathaus ein“. Jürgen Siebigteroth bedankte sich bei allen Jecken und Karnevalsgesellschaften für ihr Kommen und Mitmachen, sowie bei der Polizei, Feuerwehr und DRK für ihren unermüdlichen Einsatz.

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