Fahrrad-Demo als Lichterfahrt
Regelmäßige Erinnerung an Ratsbeschluss

Eskortiert von der Polizei radelte die unerschrockene Schar der Demonstranten bei ungemütlichem Wetter aber bestens gelaunt durch den Eitorfer Innenort. | Foto: Herkenrath
  • Eskortiert von der Polizei radelte die unerschrockene Schar der Demonstranten bei ungemütlichem Wetter aber bestens gelaunt durch den Eitorfer Innenort.
  • Foto: Herkenrath

Eitorf. In Eitorf treffen sich bereits seit über drei Jahren Radfahrer zu einer Demonstrationsfahrt durch den Ort. Damit wollen sie die Verwaltung an die Umsetzung des längst beschlossenen Radverkehrskonzepts erinnern. Die alle zwei Monate stattfindende Critical Mass-Demo quer durch den Ort hat ein internationales Vorbild. Die Critical Mass-Bewegung ist eine weltweit verbreitete, lose organisierte Form des Protests und der Selbstermächtigung von Radfahrenden. Sie entstand Anfang der 1990er-Jahre in San Francisco und findet heute in vielen Städten regelmäßig statt, oft einmal im Monat. Dabei treffen sich zahlreiche Radfahrerinnen und Radfahrer, um gemeinsam durch die Stadt zu fahren.

Auch in Eitorf soll damit sichtbar gemacht werden, dass Fahrräder ein gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs sind und mehr Raum, Sicherheit und Aufmerksamkeit verdienen. Gleichzeitig will man daran erinnern, dass politischen Beschlüssen auch Taten folgen müssen. Der Name „Critical Mass” bezieht sich auf die Idee, dass ab einer bestimmten Anzahl von Radfahrenden eine kritische Masse entsteht, die wie ein eigenes Verkehrsmittel zu betrachten ist. Zur ersten Fahrt im neuen Jahr hatte sich der Klimatreff Eitorf als Organisator etwas Besonderes einfallen lassen: Anstatt samstags um die Mittagszeit startete man diesmal freitagabends und schmückte die teilnehmenden Räder neben der erforderlichen Beleuchtung mit zusätzlichen bunten Lichtern. Vorbild waren hier sicher die Traktor-Lichterfahrten vor Weihnachten. Allerdings komplett ohne Dieselgestank und vollkommen abgasfrei. Nicht zuletzt durch den E-Bike-Boom ausgelöst, nimmt die Zahl der Radfahrenden immer mehr zu, während die Straßen allerdings immer noch überwiegend nur für Autos ausgelegt sind. Das vor über fünf Jahren mit einstimmigem Beschluss gefasste Radverkehrskonzept des Rates der Gemeinde Eitorf wollte dem auch Rechnung tragen. Es umfasst mehr als 60 Maßnahmen, darunter Radwege, Markierungen, Abstellplätze und zusätzliche Tempo 30-Zonen. Bisher wurde jedoch nur wenig davon umgesetzt. In erster Linie fehlt im Eitorfer Rathaus das dafür nötige Personal.

Es bleibt abzuwarten, wie oft die unermüdlichen Mahner noch ihre acht Kilometer langen Schleifen durch Eitorf drehen müssen, bis das Ziel einer fahrradfreundlicheren Kommune erreicht ist.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Stefan Herkenrath aus Eitorf

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