Ein Blick in die Augen
Gerda und Josef Mertes sind seit 65 Jahren verheiratet

Josef Mertes ist das jüngste von sechs Kindern. Seine Frau Gerda fühlte sich in dessen Familie stets akzeptiert. Der „Escher Junge“ war zudem zweimal Tollität im Dreigestirn, der von ihm mitgegründeten Dorfgemeinschaft.
  • Josef Mertes ist das jüngste von sechs Kindern. Seine Frau Gerda fühlte sich in dessen Familie stets akzeptiert. Der „Escher Junge“ war zudem zweimal Tollität im Dreigestirn, der von ihm mitgegründeten Dorfgemeinschaft.
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Esch - (hh). Manchmal muss einfach der Zufall nachhelfen. „Gerda hatte
ein Zimmer in dem Haus, wo meine Schwester gewohnt hat. Dort ist sie
mir dann direkt aufgefallen“, erinnert sich Josef Mertes noch heute
an die ersten Begegnungen mit seiner Frau im Jahre 1947, die in einer
großen Feier zur Eisernen Hochzeit ihren vorläufigen Höhepunkt
fand.

Es sollten jedoch noch über fünf Jahre vergehen, bis sich beide
Anfang 1953 auf dem Standesamt das „Ja“-Wort gaben und Gerda
Rodorfer ihren Mädchennamen ablegte. „Mein Vater war im Krieg
gefallen und meine Mutter somit mit drei Kindern alleine. Sie war
nicht sehr begeistert, als ich als damals 16-Jährige mit einem Freund
ankam“, blickt die dreifache Großmutter auf die Anfänge zurück.
Während sie von seiner ruhigen und zuvorkommenden Art begeistert war,
fühlte sich der ehemalige Ford-Mitarbeiter von ihren Augen angezogen.
„Sie hatte schon damals faszinierende schwarze Augen. Es war schön,
ihr beim Tanzen ganz tief dorthin zu schauen.“ Wenig später
erblickte Tochter Anja das Licht der Welt. Als der Nachwuchs in die
Schule kam, hing Gerda Mertes ihren Beruf als Fabrikarbeiterin
endgültig an den Nagel. Viele gemeinsame Urlaubsreisen, insbesondere
nach Österreich und Italien, und Wochenendausflüge, unter anderem
zum Zelten, sind beiden in Erinnerung geblieben. „Nach Karneval, den
wir stets intensiv hier im Dorf gefeiert hatten, sind wir über 30
Jahre zudem nach Inzell zur Erholung gefahren. Das brauchten wir dann
aber auch“, sagt Josef Mertes lächelnd.
Neben der Hochzeit und der Geburt des einzigen Kindes sah das Jahr
1953 für ihn noch ein weiteres Ereignis vor. „Wir hatten seinerzeit
mit etwa zehn Leuten die Dorfgemeinschaft gegründet, die aus dem
Junggesellen- und Gartenbauverein hervorgegangen ist. Als
Dorfgemeinschaft konnte besser für die jährliche Kirmes, dem
damaligen absoluten Höhepunkt Eschs, gebürgt werden“, erläutert
das letzte noch lebende Gründungsmitglied mit der Ausweisnummer
„1“. Noch heute ist der frühere mehrmalige Vorsitzende und
aktuelles Ehrenmitglied auf Veranstaltungen der „Greesberger“ ein
gern gesehener Gast. Das Ehepaar genießt jede Stunde, die sie in
inniger Gemeinschaft verbringen dürfen. „Wir gehen viel spazieren
und schauen uns gerne Krimis an. Und im Sommer wird viel mit der
Familie gegrillt, ohne dabei jedoch den jüngeren Generationen zur
Last werden zu wollen“, betont Gerda Mertes. 

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RAG - Redaktion

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