Gesundheitsamt bittet um Mithilfe
Tigermücke: Maßnahmen zur Eindämmung empfohlen
- In den beiden roten Kreisen wurde in 2024 die Population der Tigermücke nachgewiesen.
- Foto: OpenStreetMaps (Quelle: Pressestelle Rhein-Erft-Kreis)
Population stirbt im Winter nicht aus - Brühl-Ost und Kerpen-Brüggen betroffen - keine akute Gesundheitsgefahr
Brühl-Ost/Kerpen Brüggen (red). Schon letztes Jahr wurden im Rhein-Erft-Kreis Populationen der Asiatischen Tigermücke nachgewiesen, die sich in Brühl-Ost und in Kerpen -Brüggen angesiedelt hatten. Da die Populationen im Winter nicht absterben, ist damit zu rechnen, dass die Asiatische Tigermücke sich dauerhaft in Brühl-Ost und in Kerpen -Brüggen ansiedeln wird – das teilt das Gesundheitsamt des Kreises mit und bittet die Bevölkerung in den beiden betroffenen Gebieten um Mithilfe bei der Eindämmung der Tigermücke.
Das Insekt, gelegentlich auch „Tigermoskito“ benannt, ist ursprünglich in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatete Stechmückenart. Sie ist als Überträger von Krankheitserregern wie dem Zika-Virus, dem Chikungunya-Virus und dem Dengue-Virus bedeutsam.
Durch Warentransporte und Reisen wurde das Tier weltweit verschleppt und breitet sich seit den 1990er Jahren auch in Europa, die globale Erwärmung tut ihr Übriges. Auch ist die Tigermücke äußerst anpassungsfähig. Ihre Eier legt sie bevorzugt in kleinste stehende Wasseransammlungen ab. Diese Eier können auch längere Trockenzeiten und Minustemperaturen überleben und im darauffolgenden Jahr wieder ausreifen – besonders in milden Wintern.
Mit dem Einsetzen wärmerer Temperaturen und häufiger werdendem Regen besteht deshalb ein erhöhtes Risiko, dass aus überwinterten Eiern schon neue Mücken geschlüpft sind. Das Gesundheitsamt bittet daher die Bevölkerung erneut um Achtsamkeit und Mithilfe bei der Eindämmung.
Keine akute Gesundheitsgefahr, aber Vorsorge wichtig
Laut Robert Koch-Institut sei in Deutschland bislang keine Erkrankung durch eine Tigermücke übertragen worden, dennoch kann die Mücke unter bestimmten Bedingungen übertragen.
Um eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu unterbinden, sei die aktive Mithilfe der Bevölkerung im Umfeld der früheren Fundstelle (Kerpen-Brüggen, Umkreis von etwa 200 Metern, Brühl-Ost, Umkreis von etwa 500 Metern) weiterhin entscheidend, so das Gesundheitsamt. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr bestehe aber derzeit nicht. Aus Gründen der Vorsorge sollte die Verbreitung der Tigermücke aber unbedingt eingedämmt werden.
Wo brütet sie?
Die Tigermücke brütet in allen Ansammlungen von Wasser, die mindestens fünf Tage stehen bleiben. Beliebte Brutstätten sind beispielsweise. Regentonnen, Eimer, Gießkannen, Blumentöpfe, Untersetzer, Wasserschalen, wassergefüllte Schirmständer, Gullys und Autoreifen. Die Eier kleben am Innenrand der Gefäße und überstehen auch Trockenheit und kalte Winter. Belebte Gartenteiche und Fließgewässer sind keine Brutstätten! Bei Tiertränken sollte das Wasser mindestens alle fünf Tage gewechselt werden.
Typisches Erscheinungsbild: Auffällige Musterung erleichtert Erkennung
Die Asiatische Tigermücke gehört zur Familie der Stechmücken (Culicidae) und ist mit einer Körperlänge von bis zu 0,9 Zentimetern vergleichsweise klein. Dank ihrer markanten schwarz-weißen Färbung ist sie jedoch leicht erkennbar. Besonders auffällig sind die gestreiften Hinterbeine sowie eine durchgehende weiße Linie, die vom Hinterkopf bis zum Flügelansatz verläuft. Ihre Flügel sind durchsichtig und zeigen keine Musterung. Trotz dieser Merkmale kann es mitunter zu Verwechslungen mit einheimischen, größeren Stechmückenarten wie der Ringelschnake kommen.
Was kann man tun?
Da Tigermückenweibchen ihre Eier schon in kleinste stehende Wasseransammlungen ablegen, sollen alle stehenden Gewässer vermieden werden, die als Brutstätte dienen können.
Das bedeutet, Behältnisse (zum Beispiel Gießkannen, Eimer, Blumenkübel, Sandspielzeug) unter einem Dach lagern, oder umdrehen, damit sich darin kein Wasser ansammeln kann. Behältnisse wie Eimer, Blumenkübel etc. mindestens einmal wöchentlich leeren und ausschrubben, damit keine Eier darin festkleben. Das Wasser am besten in ein Beet oder in die Wiese leeren, nicht in einen Abfluss. Im Garten Blumentopfuntersetzer vermeiden oder diese zumindest alle drei bis fünf Tage leeren. Regentonnen mit einem engmaschigen Netz (mit Kordel oder Gummiband) lückenlos abdecken, denn Regentonnendeckel sind meist nicht dicht.
Hohle Stangen wie Sonnenschirmständer soll man nach der Reinigung mit Klebeband abdichten oder eine dichte Schutzkappe befestigen. Regenrinnen regelmäßig von Laub befreien.
Brutstätten reinigen
Tigermücken legen ihre Eier vorzugsweise am Rand von potenziellen Brutstätten, oberhalb der Wasseroberfläche ab. Durch Säubern des inneren Randes können die Eier daher leicht entfernt werden. Ein Schwamm oder eine Bürste und etwas Seifenlauge sind dafür gut geeignet.
Das Wasser, das zur Reinigung verwendet wurde, wird am besten in ein Beet oder die Wiese gekippt und nicht in den Abfluss, denn dort könnten sich die Eier weiterentwickeln. Vogel- und Igeltränken sowie Planschbecken sollen regelmäßig überprüft und das Wasser gewechselt werden. Nach der Mückensaison soll man darauf achten, dass alle Behälter vor der Überwinterung gründlich gereinigt werden, um Überwinterungseier zu entfernen. Dazu werden die Behälter gründlich ausgebürstet und anschließend mit Wasser ausgespült.
Für Rückfragen steht das Gesundheitsamt unter der E-Mail-Adresse tigermuecke@rhein-erft-kreis.de zur Verfügung.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |