Rudolf Böhm ist mehr als nur Schwimmlehrer
Leidenschaft Schwimmsport

Wolfgang Henseler (li) und Ulrich Rehbann (re) bedanken sich bei Rudolf Böhm für 40 Jahre Schwimmunterricht in Bornheim. 
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  • Wolfgang Henseler (li) und Ulrich Rehbann (re) bedanken sich bei Rudolf Böhm für 40 Jahre Schwimmunterricht in Bornheim. 
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Bornheim - Das Wasser ist sein Element: Unzähligen Säuglingen, Kleinkindern
und sogar Senioren brachte und bringt Rudolf Böhm im Bornheimer
HallenFreizeitBad das Schwimmen bei. Und das seit mittlerweile 40
Jahre. Bürgermeister Wolfgang Henseler und Ulrich Rehbann, Leiter des
Stadtbetriebs Bornheim, dem Betreibers des Bades, luden ihn aus diesem
Anlass ins Rathaus ein.

„Ich bin im Schwimmbad groß geworden", erklärt Rudolf Böhm. Als
Kind lernte er im mittlerweile längst geschlossenen 50-Meter-Becken
der Union Kraftstoff (heute Shell) in Wesseling-Urfeld schwimmen.
Seine Eltern arbeiteten damals dort. Das Element Wasser fasziniert den
63-Jährigen bis heute. Seit 40 Jahren kennt man ihn als Schwimmlehrer
im Bornheimer HallenFreizeitBad, das 1973 eröffnet wurde. Drei Jahre
später holte ihn der damalige Bademeister nach Bornheim. Seitdem
gewöhnt Böhm Säuglinge und Kleinkinder ans Wasser, gibt ihnen
ebenso wie Erwachsenen Schwimmunterricht, auch Senioren lernen bei
ihm.

Böhm auf seine Arbeit als Schwimmlehrer zu reduzieren würde seiner
Vita jedoch nicht gerecht werden. Seine beruflichen Stationen und
Erfolge beeindrucken. Nachdem er 1983 an der Deutschen Sporthochschule
Köln seinen Abschluss als Diplom-Sportlehrer und
–Sportwissenschaftler mit dem Sonderfach Schwimmsport absolviert
hatte, folgten zahlreiche eindrucksvolle Stationen in seiner
beruflichen Karriere, darunter Ende der achtziger/Anfang der neunziger
Jahre etwa seine Arbeit als Cheftrainer im Bereich Leistungssport der
Schwimmabteilung bei Bayer Leverkusen wo er sich vor allem im
Behindertensport engagierte und als Trainer und Berater die
siebenfache Weltmeisterin im Behindertenschwimmen Britta Siegers zu 45
Goldmedaillen bei Deutschen Meisterschaften und zu Gold- und
Silbermedaillen bei den Paralympics 1988 in Seoul und vier Jahre
später in Barcelona führte.

#Infobox

Böhm arbeitet als selbstständiger Sport- und Gesundheitsberater, war
Jugendnationaltrainer in Luxemburg und von 2002 bis 2009
Landesverbandstrainer beim Schwimmverband NRW. 2010 wechselte er in
den Schuldienst und ist seitdem als Sportlehrer an der Grundschule
Medinghoven beschäftigt.

Als freiberuflicher Schwimmlehrer arbeitet er aber bis heute
ununterbrochen: „Solange ich kann, möchte ich dies auch
weitermachen", betont Böhm und plädiert dafür, dass Eltern ihren
Sprösslingen beizeiten das Schwimmen beibringen. Dabei bricht er auch
eine Lanze für das Bornheimer HallenFreizeitBad mit seinem Angebot.
Böhm warnt davor, immer mehr Spaßbäder zu eröffnen, das habe mit
dem eigentlichen Schwimmen weniger zu tun, denn es wäre bedauerlich,
dass immer weniger Lehrbecken für den Schwimmunterricht zur
Verfügung stünden. Dem pflichtet auch Bürgermeister Henseler bei
und kritisiert Stimmen, die fordern, das Bad auf den Prüfstand zu
stellen: „Aus meiner Sicht gehört so ein Bad zur kommunalen
Daseinsvorsorge."

Wie wichtig es für Kinder ist, Schwimmen zu können, hat Rudolf Böhm
schon oft von Eltern zu hören bekommen. Dadurch, dass die Kinder
schwimmen gelernt hatten, konnten sie sich aus Gefahrensituationen
retten, weiß Böhm. Schlimmstenfalls wären sie ertrunken. Doch es
gibt noch andere positive Effekte, ist sich der Sportwissenschaftler
aus Bornheim sicher: „Eine frühe motorische Stimulation hat auch
Effekte auf die Gehirnleistung und Intelligenz der Kinder."

Und der Sport an sich? „Schwimmen ist ein Sport, den man im
Gegensatz zu anderen Sportarten bis ins hohe Alter ausüben kann, beim
Schwimmen ist man quasi schwerelos, der Körper wird vom Wasser
getragen."

 

- Frank Engel-Strebel

Redakteur:

RAG - Redaktion

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