Neue Sportanlage
Keine halben Sachen

Theo Riegel (4. von rechts) freute sich die neue Sportanlage des SSV Merten mit Ehrengästen aus Politik und Sport feierlich einweihen zu können. | Foto: fes
  • Theo Riegel (4. von rechts) freute sich die neue Sportanlage des SSV Merten mit Ehrengästen aus Politik und Sport feierlich einweihen zu können.
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Bornheim-Merten (fes). „Wir haben lange überlegt, ob es richtig ist, unseren neuen Sportpark heute schon zu eröffnen, denn noch ist nicht alles fertiggestellt, aber die Sportler scharren bereits mit den Hufen, was dann doch dafür sprach, die Anlage heute einzuweihen“, meinte Theo Riegel als er zahlreiche Gäste zur feierlichen Eröffnung der neuen Sportanlage des SSV Merten begrüßte. Riegel, langjähriger Vorsitzender und Urgestein des Spiel- und Sportvereins, sprang für seinen verhinderten Nachfolger Wolfgang Zimmermann ein. Nach zweijähriger Bauphase nahmen zahlreiche Fitness- und Sportfreunde das neue Angebot bestehend aus einem Naturrasenplatz, einem Beachvolleyballfeld und einer Calisthenics-Park direkt in Beschlag.

Dahinter verbirgt sich eine Fitnessanlage im Freien gelegen am Waldrand neben dem Fußballplatz. Auf dieser Anlage können Erwachsene und Kinder gleichermaßen trainieren, in einer Schnupperhase, die bis zum 1. September läuft, ist die Nutzung kostenlos. Danach wird eine moderate Gebühr genommen, um die laufenden Kosten zu decken. Genutzt werden kann die Anlage mit einem individuellen QR-Code. Verschiedene Fitnessgeräte wie ein Crosstrainer, eine Schulterpresse oder eine Balance-Station stehen zur Verfügung.

Die Idee für diesen Sportrpark kam erstmals 2009 auf, als der SSV Merten seinen Ascheplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt hatte. „Wir brauchen noch ein kleines Wohnzimmer, einen Naturrasensplatz“, erklärte Riegel, mittlerweile 2. Vorsitzendes des Vereins. Später reifte die Idee, das Angebot um einen Beachvolleyballplatz und besagte Fitnessanlage zu ergänzen. Dafür musste auch ein Entwässerungskonzept gebaut werden. Genügend Eigenmittel waren angespart. 550.000 Euro sollte der neue Naturrasenplatz kosten, 350.000 Euro erhielt der SSV über das Landesförderprogramm „Moderne Sportstätten“. Doch dann kam es zu einer bösen Überraschung. Es musste doppelt so viel Mutterboden abgetragen und wieder verfüllt werden als zuvor eine Gutachterfirma ermittelt hatte: Das bedeutete für den Verein unerwartete Mehrkosten von 80.000 bis 100.000 Euro. Einen Bankkredit gab es nicht mehr, da das Projekt schon zu weit fortgeschritten war. „Doch wir hatten natürlich einen Plan B“, betonte Riegel. Mit der für den Bau der Anlage zuständigen Firma konnte vereinbart werden, die Bezahlung der Rechnungen zu strecken. Zudem fand sich laut Riegel eine „unermüdliche Rentnergang“, denen keine Arbeit und Anstrengung zu viel war, um das Projekt ehrenamtlich zu stemmen: „Ihnen gebührt Hochachtung und jeder Dank.“ Doch es fehlen noch rund weitere 50.000 Euro, etwa für den Ballfangzaun, die Spielerkabinen und die Außenanlagen. Dafür hat sich der Verein ein sogenanntes „Parzellensystem“ einfallen lassen. Für 19,25 Euro (analog zum SSV-Gründungsjahr 1925) kann sich jeder per-QR-Code eine oder mehrere Parzellen kaufen, um das Projekt zu unterstützen.

Landrat Sebastian Schuster ging direkt mit gutem Beispiel voran, kaufte gleich zehn Parzellen und legte noch drei Fußbälle obendrauf: „Sie können glücklich sein über Ihre tolle Anlage“, lobte der Kreischef in seinem Grußwort. Bornheims Bürgmeister Christian Mandt betonte: „Beim SSV Merten werden seit 101 Jahren keine halbe Sachen gemacht, wir können heute gleich drei neue Angebote einweihen und es sind die Ehrenamtler, die zur Erfolgsgeschichte des Vereins beitragen.“ Für Karl-Heinz Carle vom Kreissportbund Rhein-Sieg ist solch ein Angebot nicht nur ein wichtiges Sportangebot: „Sportstätten wie diese sind auch Intgerationsstätten.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß betonte, dass die Politik die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die vielfältigen Sportangebote setzen müsse, daher werde die NRW-Landesregierung das Sportstättenförderprogramm auch wieder aufsetzen.

Weitere Festredner waren der Präsident des Fußballverbands Mittelrhein (FVM), Christos Katzidis, und FVM Vorstandsmitglied Uwe Scheifgen. Mertens neuer Ortsvorsteher Bruno Dembowski gratulierte dem Verein ebenfalls.

Aus der Anwohnerschaft kamen Bedenken wegen der Anliege, unter anderem wegen einer zunehmenden Lärmbelastung und verstopfte Straßen, vor allem durch Besucher und Sportler, die „wild parken“ würden, so Demobwski. Hier sei die Stadt gemeinsam mit den Nachbarn im Gespräch um nach Lösungen zu suchen.

Aktuell spielt das Flaggschiff der Mertener Kicker, die 1. Mannschaft, in der Mittelrheinliga. Das Ziel ist der Aufstieg in die Regionalliga, betonte Riegel. Käme es dazu, müsste es eine Lösung für die schwelende Parkplatzproblematik geben. Gleichzeitig gab Riegel aber zu bedenken, dass die Sportanlage bereits seit1928 auf der „Heide“ stehen würde, die Wohnbebauung kam erst später.

Redakteur/in:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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