Bornheimer Jugendkunstpreis
Jury war tief beeindruckt
- Stolz präsentiert Eva Koschik ihr prämiertes Bild „ Mensch und Krieg“ und ihre Urkunde.
- Foto: fes
Bornheim (fes). Die Jury hat entschieden: Eva Kokisch aus Sechtem gewinnt den achten Jugendkunstpreis, ausgelobt vom Bornheimer Stadtjugendring (SJR). Bei einer Feierstunde in der Oase der Europaschule, moderiert von Annika Quetting und Yunus El-Zayat vom SJR, wurden die fünf Preisträger gekürt.
16 Nachwuchskünstlerinnen und –künstler im Alter von 12 bis 18 Jahren reichten in diesem Jahr 24 Werke ein. Bornheims zweite stellvertretende Bürgermeisterin Linda Taft war beeindruckt: “Der Preis ist eine feste Größe in der Bornheimer Kulturlandschaft und zeigt, mit welchem Engagement und Talent ihr Großes auf die Beine stellt.“ Das Wunderbare sei, dass der Preis von Jugendlichen für Jugendliche gestiftet werde.
Eine Jury bewertete die eingereichten Arbeiten. Dem Gremium gehörten Vorjahressiegerin und Ursulinen-Schülerin Sarah Werner (17), Steffen Meier, Kunstlehrer am Alexander-von-Humboldt Gymnasium, sowie der Fotograf und Textilkünstler Sven Küchler aus Walberberg an.
Insgesamt stand ein Preisgeld von 675 Euro zur Verfügung. Gesponsert wurde das Projekt wieder von der Metis-Stiftung der Eheleute Stefan Sattler, Physiker, und Cornelia Meyer-Sattler, Bildhauerin. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte der Naturwissenschaften und der bildenden Künste zu fördern.
Eva Kokisch überzeugte die Experten durch ihr besonders vielschichtiges Bild „Mensch und Krieg“. Dieses sei, so Laudator Meier, durchaus wörtlich zu verstehen. Bei dem Bildgrund handele sich um einen Flohmarktfund. Der zeigt eine gemalte Kopie des Bildes „Der Mann mit dem Goldhelm“, das Mitte des 17. Jahrhunderts von einem anonymen Künstler gemalt und lange für ein Bild Rembrandts gehalten wurde. Vielmehr stammte es aber aus dem Umfeld des niederländischen Malers: „Dieses Vexierspiel treibt die Schülerin weiter, indem sie das Gemälde mit kräftigem Strich weiß überzeichnet, um es sich anzueignen und umzudeuten.“ Bei den künstlerischen Interventionen handele es sich um Kriegs- und Wissenschaftssymbole, ein Gedicht und Brieffragmente: „Bildelemente, die Konstellationen schaffen, die die Fantasie und das Nachdenken anregen und so eine gesellschaftskritische Perspektive eröffnen.“ Kokisch, die schon als Kind angefangen hat zu malen, war es wichtig, sich mit dem aktuellen Thema. Für den ersten Preis bekam die Gymnasiastin 200 Euro.
Platz zwei und 150 Euro gingen an Daniela Ermolenko für ihre humorvolle Darstellung mehrerer „Berühmtheiten Deutschlands“, so der Titel des Werkes, von Helmut Kohl bis Helene Fischer. Den dritten Preis, dotiert mit 100 Euro, sicherte sich Jan Büllesfeld mit seiner Fotografie „Zwischen Licht und Dunkelheit.“
Vergeben wurden auch zwei Sonderpreise: Einen erhielt Tamara Krause (18) für ihr Bild „KI raubt Denken!“. Gewürdigt wurde auch die mit zwölf Jahren jüngste Teilnehmerin Anna Marie Distler, die ihre Lieblingsdesserts zu Papier brachte. Die Künstlerinnen bekamen jeweils ein Preisgeld von 75 Euro.
Der Jugendkunstpreis wurde 2018 von Jugendlichen des damaligen Kinder- und Jugendparlaments ins Leben gerufen. Nachdem das Parlament vor einigen Jahren seine Arbeit eingestellt hatte, übernahm der SJR die Organisation. Der mit 75 Euro dotierte Publikumspreis war bei Redaktionsschluss noch nicht vergeben.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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