Götterfunken
Zwei Kirchen – ein Preis
- v.l.n.r:. Hans Christoph Pakleppa, Msgr. Markus Hofmann, Pfarrrer Martin Gröger, Stephan Eisel
- Foto: Bürger für Beethoven
Bonn (red). Die Bürger für Beethoven haben zum neunten Mal ihren Kulturpreis „Götterfunken“ verliehen – in diesem Jahr gleich an zwei Preisträger: das Bonner Münster und die Kreuzkirche. Beide Gotteshäuser erhalten die Auszeichnung für ihr besonderes Engagement beim Beethovenfest, obwohl dies nicht Teil ihres eigentlichen kirchlichen Auftrags ist.
„Wir wollen mit der Auszeichnung diejenigen ermutigen, die auf außergewöhnlichen Wegen den großen Komponisten den Bürgern näherbringen“, sagte der Vereinsvorsitzende Stephan Eisel bei der Verleihung. „Bonn wird sich als Beethovenstadt nämlich nur etablieren können, wenn wir dabei ausgetretene Pfade verlassen.“
Die Katholische Kirchengemeinde St. Martin, zu der das Bonner Münster gehört, und die Evangelische Kreuzkirchengemeinde stellen regelmäßig ihre Kirchengebäude als Spielstätten für das Beethovenfest zur Verfügung. Hans Christoph Pakleppa, Projektbeauftragter für den „Götterfunken“ im Vorstand des Vereins, betonte: „Der Einsatz der beiden Kirchengemeinden ist preiswürdig, weil sie ihre zentralen Kirchengebäude in klingende Spielstätten verwandeln. Die Festivalzentrale vor der Kreuzkirche ermöglicht zudem barrierefreien und niederschwelligen Zugang zu Tickets und Informationen.“
Musik, Ökumene und Engagement
Stadtdechant Msgr. Dr. Markus Hofmann zeigte sich dankbar für die Auszeichnung: „Nach der Generalsanierung hat sich das Bonner Münster auch als Spielort diverser Musikfestivals etabliert. Ich freue mich, in diesem Sommer erstmalig als Münsterpfarrer zwei Konzerte des Beethovenfests in unserer schönen Basilika erleben zu dürfen.“
Auch Dr. Martin Gröger, Pfarrer der Kreuzkirche, hob die besondere Verbindung von Kirche und Musik hervor: „Musik gehört zur DNA unserer Gemeinde – so wie Beethoven zu Bonn gehört. Dass wir für drei Jahre als Festivalzentrale fungieren durften und nun gemeinsam mit dem Bonner Münster den Götterfunken erhalten, ist ein starkes Zeichen für die Ökumene.“
Die Preisverleihung fand im Rahmen eines musikalischen Festakts statt. Den Auftakt bildete ein Orgelkonzert in der Münster-Basilika mit Markus Karas (Regional- und Münsterkantor) und Stefan Horz (Organist der Kreuzkirche). Im Anschluss übergaben Stephan Eisel und Hans Christoph Pakleppa die Götterfunken-Stele stellvertretend an Stadtdechant Hofmann und Pfarrer Gröger. Den zweiten Teil des Festakts gestalteten Musikerinnen und Musiker der Kreuzkirche unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Karin Freist-Wissing.
Ein Preis mit Geschichte
Die rund 20 cm hohe „Götterfunken“-Stele ist ein Unikat, entworfen von der Bildhauerin Beate Meffert-Schmengler. Seit 2017 zeichnen die Bürger für Beethoven mit dem Preis Institutionen und Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung Beethovens verdient machen – etwa die Bonner Polizei, die Stiftung Namen-Jesu-Kirche, die Bäckerei Mauel oder die Deutsche Bahn für die Gestaltung der Beethoven-Treppen im Hauptbahnhof.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |