Starkes Statement im Widerstandsviertel
Sophie Scholl als Sprayerin
- hochgeladen von Marion Leske
Stromkästen sehen in der Regel langweilig aus - oder sie sind mit den Duftmarken illegaler Sprayer versehen. Da wünscht man sich mehr kreative Gestaltung. Im Prinzip machen die Stadtwerke das möglich. Denn jeder Bürger kann eine Patenschaft für so einen Stromkasten übernehmen. Pardon, auch jede Bürgerin. Dabei sind zwar eine Menge Hürden zu beachten. Aber mit genügend Geduld und Durchhaltevermögen lässt sich hier, im Outdoorbereich, etwas in Richtung „Schöner Wohnen“ bewegen. Im Stadtbezirk Hardtberg, wo die Straßennamen an die Widerstandskämpfer im Dritten Reich erinnern, entstand jetzt ein ganz besonderes Kunstwerk. Die Patin des Stromkastens setzte sich für eine ortsbezogene Arbeit ein, gewann die Grünen-Bezirksvertreter als Sponsoren und beauftragte eine Künstlerin aus der Region. Diese ergänzte das – von der Nachbarschaft angeregte - Motiv der Weißen Rose um die Figur einer Sprayerin mit den Zügen von Sophie Scholl, die 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Damit wird in Zeiten von anwachsendem Rechtsextremismus und Antisemitismus ein starkes Zeichen gesetzt. Ein Konzept, das auch die SWB beeindruckte: „Diese klare Haltung unterstützen wir ausdrücklich.“ Bleibt zu hoffen, dass das Kunstwerk unbeschädigt bleibt. Immerhin ist es auch eine Geste des Respekts vor der Graffiti-Szene – und deren legale Sprayer. (Odry)
LeserReporter/in:Marion Leske aus Bonn |
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