Teleskop in der Atacama‑Wüste
Neue Blicke ins Universum
- Das Fred-Young-Submillimetre Telescope steht in 5600 Meter Höhe in der chilenischen Atacama-Wüste.
- Foto: Uni Bonn / Niclas Carl
Bonn (red). Gut drei Jahrzehnte nach einer ursprünglichen Idee von Wissenschaftlern der Universität zu Köln und der Cornell University erhebt sich das Fred Young Submillimeter Telescope (FYST) heute über der Atacama‑Wüste nahe dem Gipfel des Cerro Chajnantor in Chile. Das Teleskop, an dem auch die Universität Bonn beteiligt ist, soll dazu beitragen, grundlegende Fragen der Astronomie zu beantworten – darunter die Entstehung und Entwicklung von Galaxien, die Eigenschaften dunkler Materie und dunkler Energie sowie Prozesse in den ersten Momenten nach dem Urknall.
Am 9. April wurde FYST auf dem Cerro Chajnantor im Umfeld des Atacama Large Millimeter Array (ALMA) feierlich eingeweiht. Mehr als hundert Gäste nahmen an der Zeremonie teil, darunter internationale Würdenträger, Projektunterstützer sowie Forschende aus den USA, Deutschland, Kanada und Chile. Die Einweihung unterstrich die internationale Bedeutung des Projekts.
FYST ist ein Vorhaben des internationalen CCAT Observatory‑Konsortiums. Beteiligt sind unter anderem die Universität zu Köln, die Universität Bonn, das Max‑Planck‑Institut für Astrophysik in Garching, die Cornell University sowie ein kanadisches Universitätskonsortium unter der Leitung der University of Waterloo. Auch Astronomen an neun chilenischen Universitäten sind in das Projekt eingebunden.
„Die Einweihung des Fred‑Young‑Submillimeter‑Teleskops ist ein echter Meilenstein für die internationale Astronomie“, sagte der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch. Mit seinen besonderen Fähigkeiten ermögliche das Teleskop einen neuen Blick auf das kalte Universum und helfe, die Ursprünge kosmischer Strukturen besser zu verstehen. Die Universität Bonn sei stolz, Teil dieser internationalen Zusammenarbeit zu sein.
Technisch zeichnet sich FYST durch ein innovatives optisches Design aus, das es erlaubt, bei jeder Belichtung ein großes Sichtfeld zu erfassen und den Himmel effizient zu kartieren. Das Teleskop arbeitet im Submillimeter‑Wellenlängenbereich des Lichts, einem bislang vergleichsweise wenig erforschten Bereich.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |