BENNEMANNs BLOG
Das Geräusch von "kruuua!"

Hatte ich neulich erwähnt, dass es mich nicht stört, wenn an meinem Auto solch Kärtchen "Guten Tag, wollen Sie Ihr Auto verkaufen?" klebt? Aber hallo, geht’s noch? Das Auto habe ich erst seit ein paar Monaten und nur, weil ich noch keine Zeit hatte, den Saharasand zu entfernen. (Ich hatte übrigens schon wieder zwei (!) postalische Anfragen mein Haus betreffend. Was ich aber allerliebst fand, einer meiner ganz jungen Nachbarn hat mir doch tatsächlich auch extra so einen Brief gezeigt, der bei ihm in der Post lag - nur um mich zu beruhigen.)
Ansonsten komme ich zu nichts mehr, weil seit ich in meinem SCHAUFENSTER den Artikel "Wohin mit Maske und Tests?" gelesen habe, bin ich dermaßen im Brass. Dort hieß es: "Wir müssen im Umgang mit gebrauchten Masken oder anderen Hygieneprodukten wie Einmalhandschuhe immer bedenken, dass sie potentiell infektiös sind", so Axel Subklew von der Initiative "Mülltrennung wirkt". OP-Masken und FFP2-Masken gehören nach deren einmaliger Benutzung in einen gut zu verschließenden Plastikbeutel und werden anschließend über den Restmüll entsorgt. Da muss es aber auch anders lautende Informationsquellen gegeben haben, wonach man die einfach und ganz unkompliziert unter sich fallen lassen soll, wo auch immer man sich gerade befindet. So viele Masken, wie ich täglich draußen finde. Und, interessant auch in dem Zusammenhang das Wörtchen einmalig. Weil, was sich da der ein oder andere in den letzten Monaten hinten aus seiner Gesäßtasche seiner braunen Cordhose rausgezogen hat - holla, die Waldfee!

Weiter hieß es in meinem SCHAUFENSTER: Einmalhandschuhe werden über die Restmülltonne entsorgt, weil sie nicht als Verpackungen gelten. Stimmt! Toll fand ich auch die Tipps für die Entsorgung während der Quarantäne: Verzicht auf Mülltrennung, komplette Entsorgung aller Abfälle in reißfesten Abfallsäcken über den Restmüll. Glasverpackungen, Pfandbehälter, Elektronikabfälle und Batterien zunächst sammeln und im Anschluss an die Quarantäne richtig entsorgen. Und da bin ich jetzt wieder so was von froh, dass ich mein SCHAUFENSTER stets sorgsam studiere. Stell dir vor, ich bin in Quarantäne und hätte das nicht gelesen. Da wäre ich doch glatt während der Quarantäne zu meinem Lieblingsdrogeriemarkt gegangen, um dort die Batterien zu entsorgen, und auf dem Weg schnell noch das Altglas fortgeschafft. Und, klar, mit der Nachbarin ein Pläuschchen gehalten, weil einem ja drinnen die Decke auf den Kopf fällt. Was genau bedeutet eigentlich Quarantäne?
Dann die überaus wertvollen Tipps zu den Corona-Selbsttests: Nach der Durchführung von Corona-Selbsttests müssen alle gebrauchten , potentiell (nur nebenbei, dass ich auch 'potenziell' schreiben darf, war mir so jetzt nicht geläufig) infektiösen Bestandteile sicher verpackt in einen reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und fest verschlossenen Plastikbeutel über den Restmüll entsorgt werden. Die Verpackungen der Tests hingegen können - sofern sie nicht mit dem Probenmaterial in Berührung kommen - getrennt nach Kunststoff-, Metall-, Verbundpackung und Karton-Umverpackung entsprechend in die Gelbe Tonne/den Gelben Sack oder die Papiertonne entsorgt werden.

Nach solch einem Selbsttest bin ich jedes Mal so was von durch! Ich möchte da ja auch alles richtig machen! Und wenn dann mein Traummann den Beipackzettel zu nahe ans Testgerät gelegt hat: diese Unsicherheit, noch Papiertonne oder schon Restmüll? Diese Logistik auf dem Küchentisch! Letztens war es so was von chaotisch und herausfordernd! Wir packten einen Schnelltest aus, offensichtlich eine Fehlproduktion. Sie hatten das Wattestäbchen vergessen, stattdessen lag ein riesiges Plastikteil dabei, das ich kaum in die Nase bekam. Was für eine lange und vor allem schmerzhafte Prozedur! Es passte alles vorne und hinten nicht zusammen. Ich hab dann im Beipackzettel geschaut, ob es diese Tests auch für kleinere Nasen gibt: Fehlanzeige. Stattdessen erfuhr ich, dass es sich hier um einen Spucktest handelte. Laut Anweisung sollte ich tief husten und das Geräusch von "kruuua" machen. Da hatte ich mir also den Speicheltrichter unter Schmerzen in die Nase gerammt!

Und deshalb bin ich, wie ich schon erwähnte, manchmal so mit den Nerven runter, dass mir nur noch als einziger Rückzugsort meine Verkehrsinsel bleibt. Dort darf ich einfach sein und die Gedanken willkommen heißen und wieder ziehen lassen …Wenn mein Traummann und ich im Urlaub mit dem Rädchen unterwegs sind, radeln wir oft an Hotels vorbei, die mit solch einem Schild "Radler willkommen" werben. Und jedes Mal frage ich mich, warum genau schreiben die das extra hin. Für mich hat es so was wie "Hunde willkommen". Was ich bei Hunden durchaus verstehen kann. Weil wenn vor dir ein Hund im Zimmer war, riechst du das, und womöglich kann das Zimmer nicht sofort an jemanden vermietet werden, der keinen Hund besitzt. Ganz zu schweigen von Hundehaaren! Und da frage ich mich eben jedes Mal, wie genau ich mehr einschmutze als ein Autofahrer. Oder wollen die mir sagen, dass ich mein Rädchen mit aufs Zimmer nehmen darf ?…
Ein neuer Gedanke zieht über die Verkehrsinsel: Da ist ja für mich noch alles offen, wenn die Liselotte, die Barbara und die Martina mitmachen. Aber was genau hat sich die Liselotte bei ihrem Elimination Walk in der Wüste gedacht? Ein Glück, dass sie das mit dem Grinsetrainer nochmal rumreißen konnte. Und die Sache mit Liselotte, die sagt, dass Noella sie, Liselotte, eliminieren möchte. Ich glaube, das Missverständnis rührt daher: Noellas Muttersprache ist nicht Deutsch. Wenn sie sagt, sie wolle alle eliminieren, meint sie von Konkurrenz wegen ausschalten, besiegen, sie möchte gewinnen. Liselotte kann kein Englisch. Ich vermute deshalb, dass sie mit der Vokabel eliminieren die Bedeutung töten verbindet. Da treffen also zwei Sprachwelten aufeinander. Gerne wüsste ich, ob Liselotte einmal genau hingehört hat, wenn Heidi und die anderen vom Elimination Walk sprechen. Mein Traummann meint übrigens, ich müsse dazuschreiben, dass ich über Germany's Next Topmodel spreche. Hallo! Über was denn sonst!

Es ist dunkel geworden auf meiner Verkehrsinsel, und das jetzt nach der Zeitumstellung. Da kannst du dir vorstellen, wie spät es ist! So spät, dass ich einmal so was von mutig bin, dass ich mich mal was traue: Ich gehe bei Rot rüber!

Leserreporter:

Adelheid Bennemann aus Bonn

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