Stolpersteine
Bonn ehrt NS-Opfer
- Oberbürgermeister Guido Déus (rechts) bei der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Getreider in der Friedrichstraße. Das Tiefbauamt verlegt die Steine im Boden.
- Foto: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn
Bonn (red). Die Stadt Bonn hat im Juni 70 neue Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Auch Angehörige, die überlebt haben oder fliehen konnten, werden mit den Steinen gewürdigt.
Seit 2002 organisiert die Gedenkstätte und das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Bonn die Verlegungen. Mit den neuen Steinen erhöht sich die Gesamtzahl im Stadtgebiet auf 510.
Ein Teil der Verlegung fand in der Friedrichstraße statt, begleitet von Oberbürgermeister Guido Déus. Dabei waren auch Angehörige der Familie Getreider anwesend, die eigens aus den USA angereist waren.
Weitere Stolpersteine wurden an den darauffolgenden Tagen an verschiedenen Orten in Bonn verlegt. Das Tiefbauamt setzte die Steine im öffentlichen Raum ein.
Am 16. Juni lud die Stadt Bonn die angereisten Angehörigen zu einem Empfang ein. Gäste aus den USA, Kanada, Israel sowie aus Australien und Südafrika nahmen daran teil.Die Stolpersteine sind Teil eines internationalen Projekts des Künstlers Gunter Demnig. In Bonn wird die Erinnerungskultur auch durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Schulklassen getragen, die die Verlegungen finanziell unterstützen und sich mit den Lebensgeschichten der Betroffenen auseinandersetzen.
Vertreter der Stadt hoben die Bedeutung der Stolpersteine als Teil des öffentlichen Gedenkens hervor. Sie sollen im Alltag an die Schicksale der Menschen erinnern, denen sie gewidmet sind, und dazu beitragen, historische Ereignisse im Bewusstsein zu halten.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |