KatRetter-App
App bringt Ersthilfe schneller zum Einsatzort
- v.l.n.r. David Bormann, Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn und Projektteam „KatRetter“, Dr. Ulrich Heister, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bonn, Jochen Stein, Amtsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn, Dr. Michael Rudersdorf, Dezernent für den Bevölkerungsschutz des Rhein-Sieg-Kreises, Guido Déus, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Daniel Schneider, Amt für Bevölkerungsschutz des Rhein-Sieg-Kreises und Projektteam „KatRetter“, Christian Diepenseifen, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Rhein-Sieg-Kreis.
- Foto: Rhein-Sieg-Kreis
Rhein-Sieg-Kreis (red). Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Zwar ist der Rettungsdienst schnell vor Ort, doch die Minuten bis zu seinem Eintreffen haben entscheidenden Einfluss auf die Überlebenschancen. Genau hier setzt die KatRetter-App an, die jetzt gemeinsam vom Rhein-Sieg-Kreis und der Bundesstadt Bonn vorgestellt wurde. Ziel ist es, im Notfall schneller qualifizierte Erste Hilfe zu ermöglichen und so Menschenleben zu retten.
Die App alarmiert registrierte Ersthelfende parallel zum Rettungsdienst. Erkennt die Leitstelle in Bonn oder im Rhein-Sieg-Kreis bei einem Notruf einen möglichen Herz-Kreislauf-Stillstand, wird neben dem Rettungsdienst auch die KatRetter-App aktiviert. Teilnehmende im Umkreis des Einsatzortes erhalten eine Nachricht und können den Einsatz annehmen oder ablehnen. Wer zusagt, kann bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes vor Ort Hilfe leisten und lebensrettende Maßnahmen beginnen.
Vorgestellt wurde die App von Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, und Guido Déus, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn. Beide betonten die Bedeutung der kreis- und städteübergreifenden Zusammenarbeit. Notfälle machten nicht an Verwaltungsgrenzen halt, hieß es bei der Präsentation. Die KatRetter-App sei ein weiterer Baustein der bereits seit Jahren engen Kooperation von Feuerwehr und Rettungsdienst in der Region.
Das System versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zur bestehenden Notfallrettung. Ersthelfende können unter anderem betreuen, beobachten, die stabile Seitenlage anwenden oder mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Voraussetzung für die Teilnahme ist mindestens ein absolvierte Erste-Hilfe-Kurs sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Wiederbelebungsmaßnahmen eigenverantwortlich durchzuführen. Ein beruflicher Hintergrund im Gesundheitswesen, bei Hilfsorganisationen, im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder im Katastrophen- oder Zivilschutz ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises haben sich mit Stand vom 8. Mai bereits über 1200 Ersthelfende in der App registriert. Die KatRetter-App ist kostenlos in den gängigen App-Stores unter dem Suchbegriff „KATRETTER“ verfügbar. Entwickelt wurde sie in Kooperation der Berliner Feuerwehr, des Fraunhofer-Instituts für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der CombiRisk GmbH.
Die Einführung in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ist als gemeinsames Projekt angelegt. Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich für fünf Jahre auf rund 39.000 Euro, darunter 9.000 Euro einmalige Einführungskosten. Zwei Drittel der Kosten übernimmt der Rhein-Sieg-Kreis, ein Drittel die Bundesstadt Bonn. Nach dem Download wählen Teilnehmende die Region Bonn/Rhein-Sieg aus, geben persönliche Daten an, bestätigen ihre Identität und aktivieren Standortfreigabe sowie Benachrichtigungen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |