30 Jahre UN in Bonn
30 Jahre UN in Bonn
- Urkundenübergabe zur Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen: OB Guido Déus (M.) mit dem DGVN-Vorsitzenden Dr. Ekkehart Griep (2.v.r.) sowie den DGVN-Vorstandsmitgliedern Thomas Weiler (l.), Karin Kortmann (2.v.l.) und Patrizia Disselhoff (r.).
- Foto: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn
Bonn (red). Seit 30 Jahren ist Bonn ein Standort der Vereinten Nationen. Den Grundstein dafür legte die Ansiedlung des UN-Freiwilligenprogramms UNV im Haus Carstanjen am 20. Juni 1996. Genau fünf Jahre nach dem Umzugsbeschluss des Deutschen Bundestages begann damit die Entwicklung Bonns zur deutschen Stadt der Vereinten Nationen.
Nur wenige Wochen später folgte am 12. August 1996 das Klimasekretariat der Vereinten Nationen. Dieser Schritt prägte das Profil Bonns als Stadt für Klima- und Nachhaltigkeitspolitik maßgeblich. Heute arbeiten 27 UN-Einrichtungen auf dem Bonner UN-Campus an Zukunftsfragen wie Klimaschutz, Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Digitalisierung.
Im Laufe des Jahres 2026 wird zudem das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Teile seines Hauptsitzes nach Bonn verlegen. Rund 300 Mitarbeitende sollen dadurch hinzukommen. Damit wächst die Zahl der Beschäftigten der Vereinten Nationen in Bonn auf etwa 1.500 Menschen.
Oberbürgermeister Guido Déus bezeichnete Bonn anlässlich des Jubiläums als starkes internationales Signal für Multilateralismus und globale Verantwortung. Die Vereinten Nationen prägten die Stadt, zugleich stärke Bonn als deutscher UN-Standort die internationale Handlungsfähigkeit der UN. In Bonn werde täglich an Lösungen für eine friedlichere, gerechtere und nachhaltigere Welt gearbeitet.
Zum runden Geburtstag als UN-Stadt ist Bonn Mitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen geworden. Oberbürgermeister Déus nahm die Mitgliedsurkunde von Dr. Ekkehart Griep, dem Vorsitzenden des DGVN-Bundesverbandes, entgegen. Die Gesellschaft versteht sich als Brücke zwischen den Vereinten Nationen und der deutschen Öffentlichkeit und will das Verständnis für globale Zusammenhänge und die Arbeit der UN stärken.
Der Beitritt war vom Rat im Juli 2025 beschlossen worden. Die Stadt unterstreicht damit ihr Bekenntnis zum Multilateralismus und ihre internationale Identität als deutsche UN-Stadt. Zugleich unterstützt Bonn damit die Ziele der UN-Charta, insbesondere globalen Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte.
Das Jubiläumsjahr 2026 wird von mehreren Veranstaltungen begleitet. Geplant sind unter anderem das Bürgerfest des Bundespräsidenten und ein Tag der offenen Tür in der Villa Hammerschmidt am 5. September, Aktionen zum World CleanUp Day am 20. September, ein Bürgerfest auf dem Markt zum Tag der Vereinten Nationen am 10. Oktober sowie eine Veranstaltung zum Weltaidstag am 1. Dezember.
Auch im Stadtbild macht Bonn den runden Geburtstag sichtbar. Der Platz des Grundgesetzes blüht derzeit in UN-Blau und soll die Verbundenheit der Bundesstadt mit den Vereinten Nationen zeigen. Die Bepflanzung der Böschungsflächen mit Stauden in Blau- und Grautönen greift bewusst die Farbe der Vereinten Nationen auf.Bereits 2024 war die in die Jahre gekommene und teilweise lückige Staudenpflanzung weitgehend durch insektenfreundliche Blumenansaaten ersetzt worden. Der Schwerpunkt lag auch dabei auf blauen und weißen Blüten. Drei ausgewählte Saatmischungen sorgen dafür, dass der Platz ab April in den charakteristischen Farben der Vereinten Nationen erscheint.
Bonn hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einem bedeutenden Zentrum für die Umsetzung der Agenda 2030 und der Nachhaltigkeitsziele entwickelt. Der UN-Campus sowie die Zusammenarbeit von UN-Einrichtungen, Bundesregierung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen prägen die Stadt als Standort für globale Zukunftsfragen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |