Museumsfest im Bergischen Museum
„Zeigt her eure Hände“
- „Zeigt her eure Hände“ - Kinder konnten das Museum mit ihren Händen erleben. Foto: Axel König
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Bensberg (kg). Geschichte blieb beim Museumsfest des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe nicht hinter Absperrungen oder Vitrinen verborgen. Besucher*innen konnten an vielen Stationen selbst ausprobieren, wie früher gearbeitet wurde – zum Beispiel mit Wolle, Holz, Lehm oder Kräutern. Entsprechend groß war der Andrang auf dem Gelände.
Zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit gehört das Spinnen. Wie aus lockerer Wolle ein Faden entsteht, zeigten Janina Endresz und ihre Mutter Karin Dünner am Spinnrad. „Wir haben heute Wolle von einem Bergschaf dabei“, sagten sie und erzählten, dass früher das Spinnen weit mehr gewesen als reine Handarbeit: „In der einzigen beheizten Stube eines Hauses trafen sich Familie und Nachbarn, arbeiteten gemeinsam und tauschten Neuigkeiten miteinander aus.“ Nicht zuletzt spielt das Spinnrad bis heute auch in vielen Märchen eine besondere Rolle. Im Bauerngarten zeigte Mechtild Münzer, welche Kräuter sich für eine selbstgemachte Butter eignen. Mit Borretsch, Kresse, Kapuzinerblüten und weiteren Zutaten bereitete sie einen Kräuteraufstrich zu und erklärte den Besucher*innen die Verwendung der Pflanzen. Handwerk selbst ausprobieren konnten die Gäste auch in der Stellmacherei. Unter Anleitung des promovierten Historikers Alexander Kierdorf spannten sie Holzstücke in eine Ziehbank ein und bearbeiteten sie mit einem Ziehmesser. Daneben zeigte ein weiterer Handwerker, wie aus einem Stück Weidenholz ein Hammerstiel entsteht.
Besonders beliebt bei Kindern war die Lehmbaustelle. Anna Schelm stellte Lehm, Wasser und Stroh bereit sowie ein kleines Fachwerkmodell, dessen Gefache gemeinsam ausgefüllt werden konnten. Mit sichtbarer Freude griffen Kinder und Erwachsene zu und arbeiteten Seite für Seite an dem kleinen Bauwerk weiter.
Neben den Mitmachangeboten sorgten frisches Brot, regionale Spezialitäten und schattige Sitzplätze dafür, dass viele Gäste den Sommertag auf dem Museumsgelände in entspannter Atmosphäre verbrachten.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |