Mittwochs vor dem St. Laurentius-Gemeindehaus
Mobile Praxis für Wohnungslose
- Viele Akteure und ein Ziel (v.l.): Dr. Andreas Teipel, Vorsitzender Professor Dr. Mark Oette und Vize-Vorsitzender Dr. Heinz-Wilhelm Esser (alle drei von Caya). Im Bus: Jenny Daunheimer vom Sozialamt, Jennifer Bielstein (Leiterin Sozialamt), Norbert Hörter (Kreisdechant und Pfarrer von St. Laurentius), Streetworkerin Katrin Leber. Vor dem Bus: Ali Misini (Vorsitzender „Die Platte“), Sabine Kieth (Leiterin Kreis-Gesundheitsamt), Peter Lautz (stellvertretender Landrat), Hauptkommissar Ulrich Gürster und Astrid Baldauf, Apothekerin der Bensberger Schloss Apotheke. Foto: Axel König
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Bergisch Gladbach (kg). Stadt, Kreis, Caya e.V. und weitere Akteure haben eine mobile Ärzteversorgung für Wohnungs- und Obdachlose in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um einen neuen und sieben Meter langen Mercedes-Transporter, der mit Spendengeldern erworben und für etwa 100.000 Euro zu einer modernen Praxis umgerüstet werden konnte. Die Behandlung für die Zielgruppe ist kostenlos. Der Kölner Verein Caya (Come as you are = Komm so, wie du bist) kommt für alle Kosten rund um den Betrieb auf. Die Stadt bezuschusst das erstmals ins Leben gerufene Projekt jeden Monat symbolisch mit 400 Euro. Der Medizin-Bus wird jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr vor dem St.-Laurentius-Gemeindehaus (Laurentiusstraße 4) stehen und geöffnet sein. Am selben Tag sowie an weiteren Wochentagen lädt das Gemeindehaus zur Suppenküche von 12.30 bis 14 Uhr ein. „Wir sind wie eine Hausarztpraxis ausgestattet“, sagen Dr. Professor Mark Oette und Dr. Andreas Teipel. Die beiden Fachärzte sprechen von Untersuchen mit EKG, Ultraschall, Labor und erläutern, dass zum Beispiel Schnupfen, Magen-Darm-Erkrankungen, akute Infektionen, Bluthochdruck und Zucker behandelt werden können. Vorinstallationen für Telemedizin seien an Bord. Bürgermeister Marcel Kreutz sprach bei der Eröffnung der mobilen Station von „mehr Wärme, die in die Stadt kommt“ und davon, dass es wichtig sei, für Obdach- und Wohnungslose eine Zuverlässigkeit anbieten zu können.
Die mobile Praxis des Kölner Vereins Caya ging mit der Eröffnung erstmals in Betrieb. Nach Bergisch Gladbach sind weitere Orte geplant. Der Verein wurde 2021 gegründet und Andreas Teipel hatte im Juli vergangenen Jahres den Weg zur „Praxis auf Rädern“ geebnet. Der Ausrüster Pütting stellte die Spezialeinrichtung innerhalb eines Jahres fertig.
Nach Angaben der Stadt und Schätzungen von Diakonie und dem Verein „Die Platte“ (Hilfe für Bedürftige sowie für Wohnungs- und Obdachlose) könnten bis zu 250 Menschen den Medizin-Bus in Anspruch nehmen. „Auf der Straße schlafen bis zu 15 Menschen“, sagte Katrin Leber, die sich mit Melanie Egenberger die einzige Streetworker-Stelle (Träger Diakonie) im Rheinisch-Bergischen Kreis und der Stadt teilt. Gesundheits- und Krankenpflegerin Katrin Leber berichtete, dass es vor Eröffnung der mobilen Praxis für Obdach- und Wohnungslose nur die Anlaufstelle vom Netzwerk Wohnungsnot (Hauptstraße 289-291), ebenfalls getragen von der Diakonie, gegeben habe.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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