„Der Wind in den Weiden“
Weitere Aufführungen ab dem 5. September
- Die Besucher können sich auf turbulente Szenen rund um die Villa Kröterich freuen.
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Alfter. Der Theaterspaß zwischen Wiesen, Blumen und Bäumen geht in eine neue Runde: Die Freilichtbühne Alfter feierte vor den Sommerferien die erfolgreiche Premiere ihres neuen Theaterstückes „Der Wind in den Weiden“ nach dem bekannten gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Kenneth Grahame.
Los geht es vor der großen Hauptbühne, die diesmal als opulente, herrschaftliche Villa daherkommt, in der der eingebildete Kröterich zu Hause ist. Die Betonung liegt dabei auf „Kröte-Rich“, denn finanziell muss sich der forsche Hausherr keine Sorgen machen: „Ich will Geld ausgeben, kein Geld verdienen“. Für Wirbel sorgt der Besuch des jungen, heranwachsenden Maulwurfs, der von seiner Familie hinaus ins Leben geschickt wird um auf eigenen Füßen zu stehen. Als er auf den schillernden, extrovertierten Kröterich trifft, weiß dieser zunächst mit seinem Gast nicht besonders viel anzufangen. Schnell wird klar, „Kröte-Rich“ weiß ebenso wie der Maulwurf kaum etwas von der Welt, schon gar nicht von der Menschenwelt. Also wagen sie sich ins Abenteuer und brechen gemeinsam mit einer quirligen Wasserratte und ihren Gefährten, „The Rats“, zu einer bunten Reise auf. Ein Dachs passt indes auf Kröterichs Anwesen auf.
Natürlich begleitet das Publikum das ungleiche Trio bei seinen Erlebnissen. Die vorab vom Theaterteam verteilten Klappstühle werden zusammengepackt und alle wandern von der Hauptbühne zur Tannensenke.
Dort treffen sie auf die „Menschenwelt“. Die drei tierischen Freunde lernen unter anderem eine urkomische Truppe mit Bahnfahrern kennen und drehen eine Runde mit einem kleinen Boot - TÜV-geprüft, versteht sich.
Auf einer weiteren Etappe, auf dem „Böhling“, begegnen sie den Büromenschen, darunter einer Dauertelefoniererin, einer Koffeinsüchtigen und einer Abstemplerin. Kröterich möchte diesen Ort mit den „unheimlichen Büromenschen“ möglichst schnell wieder verlassen und zu seiner Villa zurückkehren. Doch dort bietet sich ihm ein eher unerfreuliches Bild. Mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht gespoilert.
Erstmals hält der Düsseldorfer Kulturmanger, Autor, Komponist und Regisseur Dennis Palmen die Fäden in der Hand. Sein langjähriger Vorgänger Bernhard Altfeld, der in den vergangenen zwei Jahren „Der Zauberer von Oz“ inszeniert hatte, hat sich in eine kreative Pause zurückgezogen. Die Idee, das in Deutschland eher weniger bekannte Kinderbuch „Der Wind in den Weiden“ zu inszenieren, kam von Palmen selbst: „Es ist eines meiner Lieblingskinderbücher und ich finde, es passt hervorragend zu der inklusiven Ausrichtung der Freilichtbühne und bringt Gemeinschaft, Freundschaft und Naturverbundenheit zum Ausdruck“. Palmen schrieb das 1908 erschienene Buch (Originaltitel: „The Wind in the Willows“) für die Inszenierung um und komponierte gleich noch fünf Songs, die die Theaterband während der Show live spielte. Palmen versteht es wie schon sein Vorgänger die Laienschauspieler mühelos mitzunehmen. Man merkt allen ihre Leidenschaft und Spielfreude an, der Funke springt sofort aufs Publikum über. Die Hauptrollen sind übrigens doppelt besetzt, falls mal jemand ausfallen sollte.
Ungefähr drei Stunden sollte man mitbringen, denn bei 300 bis 400 Zuschauern pro Aufführung dauert es etwas, um von einem Schauplatz zum nächsten zu gelangen. Doch auch dabei ist wieder für jede Menge Kurzweil gesorgt: Wie immer sorgen die Schauspieler für ausgefallene und lustige Szenen am Nebenrand.
Weiter geht es nach den Sommerferien an den Wochenenden ab dem 5. September. Die letzte Aufführung findet am 19. September statt. Der Freilichtbühnenverein versteht sich als inklusives Theater, an dem Menschen mit und ohne Behinderung mitspielen und teilnehmen können. Daher gibt es auch seit einigen Jahren immer zwei Aufführungen mit Gebärdendolmetschern: Die nächste ist am 13. September. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Einlass etwa 30 Minuten vorher.
Der Spielort liegt am Buchholzweg, Ecke Hühnerbuschweg unterhalb des Friedenswegs in Alfter-Ort. Direkt an der Bühne gibt es keine Pkw-Parkplätze, Zweiräder können aber abgestellt werden. Es empfiehlt sich die Anreise mit Bus oder Bahn. Kostenlose Parkplätze gibt es auf dem Herrenwingert. Fußweg von dort aus zur Bühne etwa 15 Minuten. Karten sowie weitere Informationen gibt es im Vorverkauf bei Gabis Fotowelt (Am Herrenwingert 14, Alfter-Ort) oder unter www.freilichtbuehnealfter.de. Kinder bezahlen 10 Euro, Erwachsene 15 Euro. An der Tageskasse gibt es einen Aufschlag von 3 Euro. Aktuelle Info gibt es auch auf YouTube, Facebook und Instagram.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |