Friedensdemonstration
Starke Kinder zeigen Flagge

Die Schüler der Bodenbergschule in Schladern verschafften sich lautstark Gehör bei ihrem kleinen Zug durch Rosbach bis zum Rathaus.
  • Die Schüler der Bodenbergschule in Schladern verschafften sich lautstark Gehör bei ihrem kleinen Zug durch Rosbach bis zum Rathaus.
  • Foto: Sylvia Schmidt

Windeck. Was würden Erwachsene wohl antworten, sollten sie die Ursache für den Ukraine-Krieg in wenige treffende Worte fassen? Der acht Jahre alte Linus aus Schladern bringt es nebenbei auf den Punkt: „Putin ist so bestimmerisch.“ Seit Kindergartentagen ist er mit der ein Jahr älteren Greta befreundet, und die fragte ihn neulich, ob er mit dabei wäre, sie wolle eine Kinderfriedensdemonstration durch Rosbach und bis zum Rathaus organisieren.

Beide besuchen die Bodenbergschule in Schladern, und dort fanden sie weitere Mitstreiter für ihr Vorhaben. „Wir wollen zeigen, dass Kinder auch was können, dass sie stark sind“, bekräftigen Greta und Linus das Anliegen der jungen Teilnehmerschaft.

Innerhalb von 14 Tagen organisierten sie mit Unterstützung einiger Eltern alles Nötige. Jedes Kind bastelte und malte seine eigene Friedensbotschaft auf ein Schild. In der Nähe des Bahnhofs ist Treffpunkt. Sieben Kinder mussten wegen Corona-Erkrankung kurzfristig absagen. Davon ließen sich die anderen neun nicht abhalten. Sie setzten sich in Bewegung Richtung Amtsstraße/Mittelstraße über die Rathausstraße bis zum Rathaus. Lautstark skandierten sie ihre Slogans: Wir Kinder wollen Frieden - Wir sind die Welt - Krieg aus der Welt. Aufwind bekamen sie durch das wohlwollende Hupen und Zurufe von Autofahrern, die ihnen zuriefen „Macht weiter so!“. Auch die Begleitung von zwei freundlichen Polizeibeamten hatte einen wichtigen Stellenwert für sie.

Teilnehmer Oskar gefragt, schilderte er seine Wahrnehmung: „Kinder machen sich auch Sorgen um die Leute aus der Ukraine, weil sie Angst haben. Das ist echt eine Situation, wo es keinen Ausweg gibt. Aber auch große Tiere empfinden manchmal Angst, vielleicht gibt Putin dann klein bei. Wenn er sagt, dass er den Krieg nicht möchte, ist der Krieg vorbei.“ Oskars hätte auch einen Lösungsvorschlag: „Auch die russischen Leute sollten auf die Straße gehen. Hunderttausende Russen und Ukrainer sollten sich an der Grenze treffen und zusammen „Nein“ zum Krieg sagen.“ Linus fügt an: „Die Menschen wollen Freiheit, keinen Krieg. Sie dürfen ihre Meinung nicht äußern, weil Putin so bestimmerisch ist, sie müssen sich was trauen.“ Eva aus Übersetzig ist sieben Jahre alt. Sie berichtet von der neuen ukrainischen Mitschülerin in der Klasse. „Wir bekommen morgen Kärtchen in der Schule mit wichtigen Worten, damit wir uns mit ihr verständigen können.“

Am Rathaus angekommen, sitzen einige ältere Damen bei einem Eis im Café. Sie applaudieren für das Engagement der jungen Hoffnungsträger. Eine Mutter beschreibt die Bedeutung für die Kinder so: „In der langen Corona-Zeit waren sie hilflos der Situation ausgesetzt. Gerade wieder in der Schulnormalität angekommen, schmeißt der Krieg sie hinaus. Da ist es für sie ganz wichtig für sie zu erleben, dass sie nicht ohnmächtig sind, sondern auch im Kleinen etwas tun können.“

Redakteur:

Sylvia Schmidt aus Windeck

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