Typisierungsaktion für Stammzellenspende
Jetzt braucht Kalle Euch!

Für Karl-Heinz Andree aus Windeck läuft eine große Typisierungsaktion, nur eine Stammzellenspende kann ihm helfen | Foto: Schmidt
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  • Für Karl-Heinz Andree aus Windeck läuft eine große Typisierungsaktion, nur eine Stammzellenspende kann ihm helfen
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Windeck. Im Jahr 2005 erlebte Karl-Heinz Andree aus Windeck-Röcklingen eine Welle der Hilfsbereitschaft, wie er es sich niemals hätte vorstellen können. Seine 37 Jahre alte Frau Rita war damals nach einer Hirnblutung ins Wachkoma gefallen. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen, zehn und dreizehn Jahre alt, entschloss er sich, Ehefrau und Mutter nach Hause zu holen und zu pflegen. Im vergangenen September ist Rita Andree nach zwei Jahrzehnten im Wachkoma verstorben. Derzeit erlebt Karl-Heinz Andree erneut eine Welle der Hilfsbereitschaft. Er, der immer hilft, braucht jetzt selbst Hilfe. Seit Jahren ist er in Behandlung mit einer seltenen Knochenmarkerkrankung, alleine schafft er es nun nicht mehr. Um wieder gesund zu werden, benötigt er dringend eine Stammzellspende.

„Es ist unfassbar, wie die Leute in den Vereinen sich für mich engagieren“, findet der 58-Jährige, obwohl er eine solche überwältigend große Hilfsbereitschaft schon erlebt hatte. Wieder haben etliche Vereine, Familie und Freunde und das Herchener Prinzenpaar 2025/2026 Carina und Thomas Becher gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspende DKMS in einer großen Aktion für „ihren Kalle“ aufgerufen. Angesagt hat sich zu einer Autogrammstunde in der Mittagszeit auch der Handballspieler Heiner Brand. Er wurde 2007 berühmt, als die deutsche Männer-Handballnationalmannschaft mit ihm als Bundestrainer den Weltmeistertitel gewann.

Wie immer hat der dem Leben und den Menschen so freundlich Zugewandte, von allen Kalle gerufen, ein Lächeln im Gesicht. Seine eigene Person stellt er selbst auch jetzt nicht in den Vordergrund, ihm ist es wichtig möglichst viele Menschen zu einer Stammzellenspende zu bewegen, weil jede Spende einer an Blutkrebs erkrankten Person das Leben retten könnte.

Dabei bewegt sein Schicksal viele Menschen in Windeck. Seine Frau Rita war 2005 die leuchtende Prinzessin des Herchener Dreigestirns gewesen, bevor sie wenig später ins Wachkoma fiel. Um seine Frau zurück in die Familie zu holen, war es notwendig das Haus umzubauen. Sie wurde seither rund um die Uhr von Pflegepersonal betreut, das im Haus ein und aus ging. Auch die Kinder und er, deren Leben weitergehen musste, brauchten eine Ruhezone im Haus. Die große Spendenaktion und ein Benefizkonzert ermöglichten den Umbau des Hauses.

Wieder sind es der Bürgerverein Herchen, die Dorfgemeinschaft Röcklingen, der Löschzug der Feuerwehr, der Quartettverein, die KG Herchen und seine Gruppe „Flieger Herchen“, und die Genossenschaft Siegtaler Hof, die sich neben Familie und Freunden „Gemeinsam für unseren Kalle“ stark machen. Seine Söhne sind inzwischen selbst Väter, und Kalle erfreut sich an seinen drei Enkelkindern. „Es hilft nicht, den Kopf in den Sand zu stecken“, findet er und geht weiterhin arbeiten, auch wenn er schlapp und müde ist. Karl-Heinz Andree ist Geschäftsführer in der Einrichtung vom Verein „Patienten im Wachkoma“, PiW, in Bergneustadt, dort wo seine Frau damals zwischen Krankhausaufenthalt und Nachhause holen untergebracht gewesen war. Bei seinem Arbeitgeber darf er Kommen und Gehen, wie es ihm gesundheitlich möglich ist. „Auch meine Kollegen vertreten mich tausendprozentig und halten mir den Rücken frei“. Weiterhin engagiert sich Andree auch als Vorsitzender der genossenschaftlich betriebenen Dorfkneipe „Siegtaler Hof“ in Herchen. „Ich brauche die Aufgaben, die gebe ich nicht auf“, ist seine persönliche Medizin.

„Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“

Am Samstag, den 9. Mai findet von 11 bis 15 Uhr die DKMS-Typisierungsaktion im Feuerwehrgerätehaus in 51570 Herchen, Klosterhof 7, statt. Im Anschluss findet ab etwa 15 Uhr eine Party mit Live-Musik zugunsten der DKMS statt. Es wird Live-Musik von Mirnix Dirnix und den Holly Dollies sowie Auftritte der Tanzgruppen der KG Herchen geben.

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren als potenzielle/r Stammzellspender/in in der DKMS- Datei registrieren. Dies geschieht mit einem einfachen Wangenabstrich, mit dem anschließend die Gewebemerkmale bestimmt werden. Stimmen diese mit denen einer Patientin oder eines Patienten überein, folgen weitere Tests. Eine Spende ist vom 18. bis zum 61. Geburtstag möglich.

Weitere Informationen über die Registrierung, die Stammzellspende und sonstige Möglichkeiten, sich für Menschen mit Blutkrebs zu engagieren, erhalten Interessierte vor Ort oder https://www.dkms.de/aktiv-werden/spender-werden.

Für Karl-Heinz Andree aus Windeck läuft eine große Typisierungsaktion, nur eine Stammzellenspende kann ihm helfen | Foto: Schmidt
Der legendäre Heiner Brand kommt mittags zur Autogrammstunde, um die Typisierungsaktion zu unterstützen. | Foto: DHM Sportsmarketing/Detlev Hebel
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Sylvia Schmidt aus Windeck

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