Städtebautag Wiehl
Wiehler Mühlenbrücke jetzt deutlich tragfähiger
- Dietrich Wirths freut sich mit Bürgermeister Ulrich Stücker und Tiefbauamtsleiter Pascal Hilgenberg (r.), dass das von ihm geschaffene Schild in frischer Optik wieder die Brücke ziert.
- Foto: Christian Melzer
Wiehl. Die historische Mühlenbrücke und das zweite Leben einer alten Treppe standen im Mittelpunkt des Aktionstags auf der Mühlenstraße. Rund 100 Interessierte erhielten Infos aus erster Hand. Anlass war der bundesweite „Tag der Städtebauförderung“.
„Der Name klingt etwas hakelig, aber dahinter steckt was Wunderbares: Denn damit sind Fördermittel verbunden“, sagte Bürgermeister Ulrich Stücker. Insgesamt rund 20 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren an finanzieller Förderung durch Bund und Land nach Wiehl geflossen - für Maßnahmen in Wiehl, Bielstein und Drabenderhöhe. „Ohne diese Unterstützung ginge nichts, die Projekte wären für die Stadt allein nicht zu stemmen“, so Stücker.
Der Bürgermeister wies auf die historische Bedeutung der 1650 erbauten Mühlenbrücke hin, lange Zeit die einzige Möglichkeit, trockenen Fußes die Wiehl zu queren. Tiefbauamtsleiter Pascal Hilgenberg griff den Aspekt auf. Im Rahmen von zwei Führungen erläuterte er die Maßnahme an dem alten Bauwerk. „Die Substanz der Brücke war zunächst völlig unklar, Unterlagen zur Statik gab es keine“, berichtete er.
Im Jahr 1980 war die Brücke bereits einmal saniert worden. „Allerdings hat man es damals versäumt, Maßnahmen gegen Staunässe zu ergreifen“, so Hilgenberg. Nun wurde ein Gefälle und eine Rinne eingebaut, so dass Feuchtigkeit seitlich abfließen kann. Zudem hat die Brücke im Zuge der Sanierung an Tragfähigkeit gewonnen: Statt fünf Tonnen hält sie nun eine Belastung von 16 Tonnen aus. Möglich wurde das durch ein „Bauwerk im Bauwerk“: eine zusätzliche Schicht in Beton.
Zu sehen sein wird davon künftig nichts, die Mühlenbrücke erhält ihr altes Erscheinungsbild zurück – mit einer Ausnahme: „Die Brüstung bekommt in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ein Geländer, um eine Höhe von 1,30 Meter zu erreichen“, informierte der Tiefbauamtsleiter. Die vorgeschriebene Ergänzung dient der Sicherheit, auch im Hinblick auf die nahe Kita.
Eine Sanierung hat ebenfalls die alte Treppe zwischen Mühlenstraße und Hauptstraße erfahren, mit Treppenstufen aus Naturstein und eingelassenen Sichtkanten.
Der Abschluss der Arbeiten für die Gesamtmaßnahme ist für November geplant. Dann soll auch das Holzschild in frischer Optik wieder an der Brücke angebracht werden. Die Gestaltung dafür hatte vor rund 40 Jahren der Wiehler Dietrich Wirths geliefert. „Die Idee dazu ist damals beim Mühlenstraßenfest entstanden“, erinnerte sich der 90-Jährige, der an der Führung teilnahm. Die Inschrift wird nun ergänzt: Außer dem Baujahr 1650 und dem Renovierungsjahr 1980 soll nun auch das Jahr 2026 darauf verewigt werden.
Neben den Informationen rund um das Projekt gab es bei der dreistündigen Veranstaltung auch Unterhaltung: Das Lindlarer Trio „Black Community“ interpretierte Klassiker aus Rock und Pop. Für die Bewirtung sorgte das Team der DLRG Wiehl. Die Einnahmen von 420 Euro stockt die Stadt auf 600 Euro auf. Die Mittel dienen dem Umbau des neuen DLRG-Einsatzfahrzeugs.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |