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R(h)einJazz im Kleinen Theater
Spielfreude von Kraske’s Knusperjazz

Kraske's Knusperjazz gastierte nach 2017 wieder in der Konzertreihe R(h)einJazz der Stadt Wesseling im Rheinforum.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • Kraske's Knusperjazz gastierte nach 2017 wieder in der Konzertreihe R(h)einJazz der Stadt Wesseling im Rheinforum.
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Wesseling. Am Freitagabend verwandelte sich das Kleine Theater des Rheinforums in Wesseling in eine klingende Schatzkammer der Jazzmusik – allerdings auf höchst ungewöhnliche Weise. Das Quintett Kraske’s Knusperjazz brachte im Rahmen der Konzertreihe R(h)einJazz ein Programm auf die Bühne, das zugleich vertraut und überraschend war: bekannte Standards, Swing, Latin, Pop und Schlager – allesamt auf Deutsch gesungen, raffiniert arrangiert und mit einer großen Portion Spielfreude serviert.

Im Mittelpunkt stand die ausdrucksstarke Sängerin Heike Kraske, deren warme Stimme ebenso in zarten Balladen wie in temperamentvollen Swingnummern glänzte - man hat nicht gemerkt, dass sie erkältet war. Schon beim Auftakt mit dem Schlager „Kauf dir einen bunten Luftballon“ wurde klar: Das wird kein  Jazzkonzert im engeren Sinne folgen, sondern ein musikalisches Abenteuer, das Genregrenzen überschritt. Was die Klasse des Quintetts mit ausmacht: die Arrangements von Rolf von Ameln. Am Korg-E-Piano zauberte er nicht nur filigrane Begleitungen, sondern auch satte Hammond-Sounds und orchestrale Klangflächen. Seine Bearbeitungen verliehen Stücken wie „Schieß mich doch zum Mond“ (Fly Me To The Moon) oder „Schon nach einer Sekunde“ (What A Difference A Day Made) eine frische Note. Zuständig für solistische Glanzlichter: Ean Gidman, der mit Saxophonen, Querflöte und dem elektronischen Blasinstrument Roland AE-20 Aerophone virtuos zwischen swingenden Riffs, lyrischen Linien und synthetischen Klangfarben wechselte. Gerd Brenner am Kontrabass sorgte für ein sattes, warmes Fundament - auch mit längeren und kürzeren Improvisationen, während Uli Schmidt am Schlagzeug mit feinem Gespür zwischen treibendem Swing und subtiler Percussion variierte.

Die Setlist war ein Gang durch 100 Jahre Musikgeschichte – von Caterina Valente über Manfred Krug, Hildegard Knef und Roger Cicero bis hin zu Götz Alsmann und eigenen Texten. Aus „The Lady Is A Tramp“ wurde „Ich glaub’, ne Dame werd’ ich nie“, „Close To You“ von den Carpenters erklang als „Nah bei Dir“, und Louis Armstrongs „What A Wonderful World“ verwandelte sich in „Wunderbar ist die Welt“. Selbst ein Regen-Medley nach einem Bigband-Arrangement für Caterina Valente mit dem Count Basie Orchestra fehlte nicht. Ein weiterer Clou: Drei der Musiker beeindruckten nicht nur mit Backing Vocals, sondern auch mit Solo-Gesang. Rolf von Ameln interpretierte Manfred Krugs „Wenn ich dich seh’“, Uli Schmidt sang augenzwinkernd Krugs „Frosches Lied“, und Ean Gidman überraschte als Engländer mit kölschem Zungenschlag in „Saunaboy“ von Tommy Engel.

Nach gut zwei Stunden Musik wollte das Publikum die Musiker noch nicht gehen lassen. Schade, dass nicht mehr Wesselingerinnen und Wesselinger diesen Termin eingeplant hatten. Die Zugabe war ein weiteres Highlight: „Mas que Nada“ bildete als verspielter „Blauer Montag“ einen stimmungsvollen Abschluss, der die Gäste mit einem beschwingten Lächeln auf den Heimweg entließ. Schon 2017 hatte das Ensemble im großen Saal des Rheinforums begeistert – wieder stand Kraske’s Knusperjazz für pure Lebensfreude, klangliche Überraschungen und liebevolle Detailarbeit.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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