10 Jahre "Engel der Kulturen" in Wesseling
Jubiläum mit eindrucksvoller musikalischer Umrahmung
- Für die musikalische Umrahmung des 10. Geburtstags des "Engels der Kulturen" in Wesseling sorgte ein Ensemble um Ludger Strobel, hier an der Gitarre, und Anita Brandtstäter am Akkordeon.
- Foto: Wolfhard Brandtstäter
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Wesseling. Vor genau zehn Jahren setzte die Stadt Wesseling mit der Kunstaktion "Engel der Kulturen" ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Frieden und das Miteinander von Kulturen und Religionen. Am 6. September 2015 wurde das Symbol der Burscheider Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich durch die Stadt gerollt – von der Moschee vorbei an drei christlichen Kirchen, dem Platz der ehemaligen Synagoge bis zum Alfons-Müller-Platz, wo dann eine Bodenintarsie vor dem Alten Rathaus eingelassen wurde.
Zum 10. Geburtstag des Kunstwerks versammelten sich nun einige Bürgerinnen und Bürger zu einer Feierstunde, organisiert von Ute Meiers. Mit dabei waren Bürgermeister Ralph Manzke, der ein Grußwort sprach, Bünyamin Özdemir von der Mimar-Sinan-Camii-Moschee und die Vorsitzende der SPD-Fraktion Gabriele Knode-Stenzel. Schade, dass die drei christlichen Kirchen in Wesseling, die Synagogengemeinde Köln, die Ratsfraktionen und der Integrationsrat sowie Schulen und Kindergärten nicht wie vor zehn Jahren eingebunden wurden.
Der „Engel der Kulturen“ vereint die Zeichen der drei abrahamitischen Weltreligionen – Davidstern, Halbmond und Kreuz – in einer Kreisform. Erst durch das Zusammenwirken aller Symbole wird die Engelgestalt erkennbar. Damit steht das Kunstwerk sinnbildlich für ein friedliches Zusammenleben, für Vielfalt und Respekt. 2015 hatte Pfarrer Ralph-Rüdiger Penczek dazu treffend bemerkt: „Wir sind eins, und wir sind viele in Wesseling. Unterschiedlichkeit ist keine Bedrohung, sondern Bereicherung.“ Eine Botschaft, die heute wieder hochaktuell ist.
Musik als Brücke zwischen Kulturen
Besonders war die musikalische Umrahmung der Jubiläumsfeier, die in ihrer Vielfalt eindrucksvoll an die interkulturelle Botschaft des „Engels der Kulturen“ anknüpfte. Ludger Strobel (Saxophon, Mandoline und Gitarre), Anita Brandtstäter (Akkordeon), Heike Schröter (Bassgitarre), Uli Sponheimer (Tuba) und Erich Hermans (Gesang) gestalteten ein Programm mit großer stilistischer Bandbreite.
Den Auftakt machte "Misirlou", ein Lied mit Wurzeln im östlichen Mittelmeerraum, das gleichermaßen von arabischen, griechischen und jüdischen Musikern gespielt wurde. In Wesseling erklang es in einer dreistimmigen Instrumentalversion – Saxophon und Akkordeon in Melodie, Kontrapunkt und Improvisation, getragen von einem markanten Walking Bass. Nach der Begrüßung durch Ute Meiers folgte "Inch’ Allah" von Salvatore Adamo, eine musikalische Friedensbotschaft zum Nahostkonflikt, die in den 1970er Jahren durch Katja Ebstein in Deutschland populär wurde. Das Ensemble ließ damit auch eine Brücke entstehen zwischen Spiritualität und Popkultur. Höhepunkt war das gemeinsame Singen des Schlagers "Ein bisschen Frieden", das 1982 beim Eurovision Song Contest für Deutschland den Sieg brachte. Mit verteilten Textblättern und einem Refrainchor des Publikums wurde es zu einer gemeinsamen Friedensaktion.
Erinnerung und Ausblick
Neben Musik und Ansprachen - die Künstler ließen außerdem ein Grußwort von Halil Odabasi verlesen - trugen auch kleine Gesten zur schönen Atmosphäre bei: Fotos von der Kunstaktion vor zehn Jahren, selbst gemalte Erinnerungssteine und selbst gebackene Engel-Kuchen rundeten das Jubiläum ab. Mit der Feierstunde bleibt der Engel der Kulturen nicht nur als Kunstwerk im Pflaster des Alfons-Müller-Platzes verankert, sondern auch als lebendiges Symbol im Bewusstsein der Stadtgesellschaft. Dass dieses Jubiläum durch Musik so eindrucksvoll gestaltet werden konnte, unterstreicht die Kraft der Kultur, Brücken zu bauen und Menschen miteinander zu verbinden.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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