Kölsche Weihnacht mit Herz und Humor
41. Weihnachtlicher Festabend des MGV 1844 Wesseling begeistert im Pfarrsaal St. Germanus
- Mit "Kölsche Weihnacht" war der 41. Weihnachtsliche Festabend des Männer-Gesang-Vereins 1844 Wesseling überschrieben. Als Gast begeisterte F.M. Willizil, genannt "Dä Hoot".
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Wesseling. Der 41. Weihnachtliche Festabend des Männer-Gesang-Vereins 1844 Wesseling e.V. am Samstag war mehr als ein traditionelles Weihnachtskonzert: Unter dem Motto „Kölscher Abend“ verwandelte sich der festlich geschmückte Pfarrsaal St. Germanus in einen Ort voller Musik, Erinnerungen, rheinischer Lebensfreude und besinnlicher Momente. Bereits die musikalische Ouvertüre machte deutlich, wohin die Reise ging: Mit „Am Dom zo Kölle“ von August Schnorrenberg und „Kumm, loss mer widder singe“ von Henner Berzau stimmte der Chor klangvoll auf den Abend ein.
Der Vorsitzende Peter Josef Derichsweiler begrüßte anschließend herzlich das zahlreich erschienene Publikum und einige Ehrengäste. Besonders würdigte er den musikalischen Leiter Guido Wilhelmy, der den Chor nicht nur auf diesen Abend vorbereitet, sondern auch etliche Lieder eigens dafür arrangiert hatte. Außerdem begleitete er ihn einfühlsam am Klavier. Mit hoher Wertschätzung stellte er zudem den Gast des Abends vor: Franz-Martin Willizil, genannt „Dä Hoot“ – ein Urgestein der kölschen Musikszene, bekannt durch seine Zusammenarbeit mit den HÖHNERn, Schmitz und der KölschFraktion. Über 50 Jahre Bühnenerfahrung bringt Willizil mit, geboren am 11. im 11. in Köln – wenn auch erst um 23 Uhr. In seiner Moderation erinnerte der Künstler daran, dass er vor 42 Jahren am 22. Dezember in St. Germanus geheiratet hatte. Auch deshalb habe er sich sehr über die Einladung gefreut.
Advent, Kindheit und kölsche Erinnerungen
Dä Hoot mit Gitarre gestaltete den Abend fortan gemeinsam mit dem Chor. In einem stimmungsvollen Wechselspiel von Chor- und Solobeiträgen begann eine musikalische Reise durch Advent und Weihnachtszeit – voller Erinnerungen an den Nikolaustag, den Duft von Gebäck und die Freude über einen Weckmann. Immer wieder ließ Willizil das Publikum dabei auch an sehr persönlichen Weihnachtserinnerungen teilhaben, die er charmant und humorvoll in seine Anmoderationen einfließen ließ. Mit „Doot widder singe“ überzeugte der Männerchor mit Bassist Jürgen Lachmann als Solisten, bevor Willizil mit „Wie flöck jeiht doch et Johr“ und „Ich ben klein“ berührende Momente schuf – mal nachdenklich, mal augenzwinkernd. Der Chor setzte mit „Winter em Dörp“ der Paveier, „Dä Weggemann“ von Ludwg Sebus und „Weihnachtszick“ der Micky Brühl Band kraftvolle Akzente. Spätestens bei „Nix em Büggel“ von D.M. Willizil war das Publikum voll eingebunden: Ein fröhlicher Publikumschor erfüllte den Saal.
Nach der Pause ging es ebenso stimmungsvoll weiter. Lieder wie „Om Chreßkingches Maat“, „Wünsch em Leechterjlanz“ und Willizils Interpretation von "Weihnachtsmaat" der Höhner und von dem bekannten Lied „Heimweh nach Köln“ von Willi Ostermann ließen bei vielen Zuhörenden echtes „Kopf-Kino“ entstehen – Erinnerungen an Weihnachtsmärkte, Lichterglanz und Familienfeiern.
Ein musikalischer Dialog auf Augenhöhe
Eindrucksvoll war das fein abgestimmte Zusammenspiel zwischen Chor und Solist während des weiteren Abends. Mit „De Jlocke vun Kölle“ von Alexander Kowalski setzte der MGV einen emotionalen Höhepunkt. Guido Wilhelmy trat ans Mikrofon und widmete dieses Lied ausdrücklich Dä Hoot – der die Widmung musikalisch beantwortete: Mit seinem Lied „Türme vum Dom“, das der MGV Liederkranz Waldorf einst bei einer Schnupperprobe von Willizil auch gesungen hatte.
Es folgten weitere Höhepunkte wie „Sidd höösch, leev Lück, sidd stell“ von Heiner Berzau, "Minsche wie mir" der Höhner, „Mer kummen us dem Morjenland“ von Hans Knipp und das traditionelle „Trommellied“ im Chrosatz von Wolfgang Lüderitz, das sonst regelmäßig als Zugabe den Weihnachtlichen Festabend beschließt. Doch an diesem besonderen Abend durfte Dä Hoot – nach Rücksprache mit Vorstand und musikalischem Leiter – noch „Weihnachtstön“ beisteuern. Bei dieser Erinnerung an gemeinsames Singen am Weihnachtsbaum sang das Publikum die erste Strophe von „Ihr Kinderlein kommet“ ungeplant vollständig weiter, Willizil kürzte das in den folgenden Strophen augenzwinkernd mit schnellen Gitarrenakkorden ab, "damit das Programm nicht zu lange dauere". Das gemeinsame Finale von Chor und Solist mit „Kutt joot heim“ von Henner Berzau war ein würdiger Abschluss des Konzertprogramms.
Ehrungen, Grußworte und ein besinnlicher Ausklang
Nach diesem Programm ehrten Peter Josef Derichsweiler und Waltraud Rühl in Vertretung des Chorverbands NRW – Sängerkreis Rhein-Erft – die Sänger Holger Steigleder (1. Tenor) und Rudolf Vitt (2. Tenor, langjähriger Geschäftsführer) für jeweils 25 Jahre aktive Mitgliedschaft im Chorverband bzw. sogar im Verein. Urkunden und Blumen wurden überreicht. Einn passenden Akzent setzte die 1. stellvertretenden Bürgermeisterin Monika Engels-Welter mit ihrem Grußwort, das sie auf Kölsch hielt. Ihr Fazit traf den Nerv des Abends: „Andere geben viel Geld für eine ,Kölsche Weihnacht‘ in Köln aus – hier in Wesseling hat man heute Abend alles gehabt.“ Dem konnte wohl kaum jemand widersprechen.
Gemeinsam sangen anschließend alle „Stille Nacht, heilige Nacht“, bereichert durch eine Hallelujah-Gegenstimme des Chors in der Bearbeitung von Jan Ludwig – ein stiller, bewegender Moment. Nach dem Dank von Peter Josef Derichsweiler – insbesondere an Guido Wilhelmy und Franz-Martin Willizil – war der Abend musikalisch noch nicht ganz beendet. Mit dem abschließenden „Blieve“, erneut gemeinsam von Chor und F.M. Willizil gemeinsam gesungen, klang der offizielle Teil nach gut zweieinhalb Stunden aus. Danach ging der Festabend bei einem kalt-warmen Buffet weiter – auch ein Dankeschön an die Frauen der singenden Männer und eine Gelegenheit zum Austausch.
Mit diesem gelungenen kölschen Weihnachtsabend wünschte der älteste Kulturverein Wesselings allen Gästen ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein erfülltes Jahr 2026. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus – und der Gewissheit, einen besonderen Abend erlebt zu haben, der Tradition, Musik und Gemeinschaft auf wunderbare Weise vereinte.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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