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RheinKlang 669 trotzte Wetterkapriolen
22 Konzerte, Mitsingkonzert und Familienprogramm begeisterten Wesseling

SoulCake auf der Bühne an der Rheintreppe beim 14. Wesselinger Musikfestival RheinKlang 669.  | Foto: Anita Brandtstäter
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  • SoulCake auf der Bühne an der Rheintreppe beim 14. Wesselinger Musikfestival RheinKlang 669.
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Wesseling. Wetterkapriolen konnten dem 14. Wesselinger Musikfestival RheinKlang 669 nur wenig anhaben. Trotz Sturm, Hagel und hochsommerlicher Temperaturen bewies das Organisationsteam des Kulturvereins einmal mehr, mit wie viel Herzblut und Professionalität das beliebte Musikfestival auf die Beine gestellt wird. An zwei Tagen verwandelte sich Wesseling mit 22 Konzerten, einem Mitsingkonzert und einem Kinderprogramm erneut in eine große Bühne für Livemusik.

Der Festivalauftakt am Freitag im C'est la Vie war eigentlich als Open-Air-Abend geplant. Doch Regen, Sturm und Hagel zwangen zum Umzug nach innen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch: Das Euskirchener Duo SchoHnzeit, das Ehepaar mit 25 Jahren Bühnenerfahrung, begeisterte mit Covermusik aus fünf Jahrzehnten Rock- und Popgeschichte sowie kölschen Klassikern. Anschließend sorgte Geiler is' schon – Die kleine Westernhagen Show, mit Stimme und Pianist der Brühler Formation Ganz & Gar – Die Westernhagen Tribute Band, für einen mitreißenden Abend voller Hits von Marius Müller-Westernhagen.

Am Samstag warteten bei hochsommerlicher Hitze weitere 20 Konzerte mit Musikerinnen und Musikern, Ensembles und Bands aus Wesseling und der Region auf das Publikum. Um 15 Uhr eröffnete der Vorsitzende Hoppel Grassmeier das Bühnenprogramm an der Rheintreppe und stellte die Vielfalt des Festivals vor. Der stellvertretende Bürgermeister Halil Odabasi würdigte in seinem Grußwort das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement des Organisationsteams. Für den perfekten Sound sorgte Veranstaltungsleiter Dustin Kaupa, der die Bands technisch betreute.

Den Auftakt auf der Hauptbühne machte die Kölner Rock-Coverband Phil ze Loud um Frontmann Ducki Duckstone. Mit leidenschaftlich interpretierten Rockklassikern sorgte die Band vom ersten Ton an für Begeisterung. Es folgte 69 Shotz aus Kerpen mit einem energiegeladenen Programm aus Klassikern von Green Day, Bon Jovi, Linkin Park, den Foo Fighters und weiteren Party-Hymnen. Sänger Oli verstand es hervorragend, das Publikum trotz der Hitze mitzureißen. Ein weiteres Highlight war die zwölfköpfige Bonner Band SoulCake, die mit kraftvollen Bläsersätzen, mehrstimmigem Gesang, funkigen Keyboards, starken Soli und groovigen Beats die Gäste sogar zum Tanzen brachte. Zum Finale erklangen die unvergessenen Hymnen von Guns N' Roses – allerdings nicht im Original, sondern präsentiert von der 2023 gegründeten Tribute-Band Guns n' Poses, die Klassiker wie Sweet Child O' Mine, Paradise City oder Welcome To The Jungle authentisch und mit großer Spielfreude auf die Bühne brachte. Die Umbaupause davor wurde zu einem besonderen Programmpunkt: Donatella Bagpiper faszinierte mit den Klängen der Great Highland Bagpipes. Ihr Programm reichte von traditionellen schottischen Melodien über Pop-Hits bis hin zu kölschen Liedern.

Zum Festival gehört seit vielen Jahren auch das beliebte Mitsingkonzert, organisiert von Ludger Strobel vom Musikforum Wesseling und Anita Brandtstäter vom Akkordeon-Orchester Wesseling. Aufgrund der hohen Temperaturen fand es diesmal im schattigen Garten des CBT-Wohnhauses St. Lucia statt. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste sangen begeistert bei Liedern wie "Wochenend und Sonnenschein", "Heute an Bord", bekannten Schlagern, kölschen Liedern bis zu "Mir schenke der Ahl e paar Blömcher" mit.

In Mines Spatzentreff standen zwei Benefizkonzerte zugunsten von Projekten des Beratungszentrums für Älterwerden, Behinderung und Rente der Stadt Wesseling auf dem Programm. Susanne Mohs begrüßte die Gäste. Zunächst begeisterte Celtic Fire in der Besetzung Gesang, Akkordeon, Fiddle, Gitarre, Bass mit einer energiegeladenen Mischung aus irischen Klassikern und genreübergreifenden Ausflügen. Anschließend überzeugte Singer-Songwriter Joe Bennick mit atmosphärischem Acoustic-Indie und Folkpop sowie Liedern seines aktuellen Albums "Passages", das auf seinem Roman "Erlensee" und dem generationsübergreifenden Projekt „Bennick trifft Bartning – Raum trifft Musik“ basiert. Zeitgleich erfreute 2M - das sind mAT und Mac, Gitarre und Percussion, die Gäste im Biergarten des Tendur Restaurants vorwiegend mir Songs von J.J.Cale. 

Kurzfristig musste das Konzertprogramm des Restaurants Kulisse verlegt werden. Dank der spontanen Unterstützung der Frauenkron & Söhne GmbH, die ihren neuen Ausstellungsraum in der Pontivystraße zur Verfügung stellte und die Gäste mit kalten Getränken versorgte, konnten beide Konzerte dennoch stattfinden. Space Age Dream überzeugte mit britisch geprägtem Rock, geprägt von der markanten Stimme von Gudrun Mangel. Anschließend sorgte TheRockClassiX mit Malika Haberstumpf, Michael Schmitz und Gitarrist Winni Gut unter dem Motto „All You Can Rock!“ für ausgelassene Stimmung und verlagerte die Bühne kurzerhand auf die Treppe vor den Ausstellungsraum.
In der Bar Chezsam begeisterten zunächst Blind Summit mit einer mitreißenden Live-Show voller Kult-Hits und anschließend die sechsköpfige Band Marsbeat, die Rock- und Popklassiker von den 1980er-Jahren bis heute präsentierte.

Auch im Sonnenberg Wesseling herrschte beste Festivalstimmung. Vor dem Public Viewing des ersten WM-Spiels der deutschen Mannschaft sorgte zunächst ToMess, seit Jahren eine Institution der Wesselinger Livemusikszene, mit authentisch interpretierten Coversongs für Begeisterung. Danach brachte die siebenköpfige Coverband Yeah! mit Hits der 1970er- bis 1990er-Jahre den voll besetzten Biergarten zum Mitsingen und Feiern. Für viele Besucher war es ein Wiedersehen mit Achim, Dominique und Marcus, die bereits mit Just4fun beim Festival aufgetreten waren.

Kleesattels Esszimmer lud zum Italienischen Abend ein. Die Formation Amici di Musica mit Andrea am Klavier sowie Pablo an Gitarre und Cajón entführte das Publikum auf eine stimmungsvolle Reise durch die italienische Musikwelt.
Premiere feierte das Bombay Indian Restaurant als Festivalspielstätte. Dort überzeugte das Duo Zafari mit Sängerin Kati und Gitarrist Stefan, die bekannte Hits der 1990er-Jahre bis heute in gefühlvollen Akustikarrangements präsentierten.
Eine gelungene kurzfristige Ergänzung des Programms nach der Absage von Kickass Bastards bot im C'est la Vie die Band Rail Station, die mit eigenen Songs und selten gespielten Klassikern das Publikum auf eine musikalische Reise mitnahm.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Auf Ruttmanns Wiese grillten Karsten Klein und sein Team frische Bratwürstchen, während die Happy Dancers von 1992 e.V. an diesem heißen Sommertag für erfrischende Getränke sorgten.
Auch Familien kamen auf ihre Kosten. In Kooperation mit Play on Demand des Sport- & Gesundheitszentrums Wesseling standen Hüpfburgen bereit. Außerdem konnten sich die kleinen Besucherinnen und Besucher schminken lassen oder Glitzertattoos erhalten. 
Während des gesamten Festivals war außerdem der Kölner Singer-Songwriter und Straßenmusiker Max Goedecke in der Wesselinger Innenstadt unterwegs und spielte zusätzlich Konzerte bei Mines Spatzentreff sowie im C'est la Vie. Mit zahlreichen internationalen Auftritten zählt er inzwischen zu den vielbeschäftigten Künstlern der europäischen Busker-Szene.

Außerdem beteiligten sich auch die Stadtteile Berzdorf und Keldenich am Festival. Im Biergarten des neuen Restaurants Hedonist begeisterten zunächst Appetite for Acoustic und anschließend Tonspende. Das Brühler Gesangsduo Marion Schmitz und Hardy Kirsch wurde von Gereon Pick an der Gitarre und Guido Zander am Bass unterstützt. Susan Hollender und Arno Labonte überzeugten mit ihren eigenen, lebensnahen Liedern.

Auch EDEKA Klein in Berzdorf beteiligte sich mit einem Grillfest und Livemusik. Hat and Voice mit Franz Radmacher und Reinhard Dittmann-Jung präsentierten Rock, Pop, Folk, Country und Blues in ihrem unverwechselbaren Akustikstil. Anschließend lud das Duo GreenShoe mit Roy Grunewald (Gesang, Gitarre) und Thomas Schumacher (Cajón) unter dem Motto „Alles hat seine Zeit“ zum Zuhören, Mitsingen und Mitlachen ein.

Bei etwas angenehmeren Temperaturen hätten sicherlich noch mehr Besucherinnen und Besucher den Weg zu den zahlreichen Spielorten gefunden. Dennoch zeigte das 14. Wesselinger Musikfestival eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig die regionale Musikszene ist. Mit seinem abwechslungsreichen Programm, großem ehrenamtlichem Engagement und zahlreichen begeisternden Künstlerinnen und Künstlern setzte RheinKlang 669 erneut ein starkes Zeichen für die Kultur in Wesseling.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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