Woche der Wiederbelebung
Jeder kann Leben retten
- Bürgermeisterin Larissa Weber frischt auf dem Vieh- und Krammarkt ihre Kenntnisse über die Herzdruckmassage auf.
- Foto: Klinikum Oberberg
Waldbröl (red). Wie funktioniert die Herzdruckmassage, wo werden die Hände aufgesetzt und wie schnell muss gedrückt werden? Antworten auf diese Fragen gab es jetzt auf dem Vieh- und Krammarkt in Waldbröl. Im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung informierten das Team der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin des Kreiskrankenhauses Waldbröl sowie der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises über lebensrettende Sofortmaßnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.
Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen aus Erste-Hilfe-Kursen aufzufrischen. An Reanimationspuppen konnten sie die Herzdruckmassage selbst ausprobieren und mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Mitarbeiterinnen des Rettungsdienstes erklärten, worauf es im Ernstfall ankommt. Ziel der Aktion war es, Unsicherheiten abzubauen und Menschen zu ermutigen, im Notfall zu handeln.
Wie wichtig schnelle Hilfe ist, erläuterte Dr. Jörg Niehüser-Saran, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Notfallmedizin am Kreiskrankenhaus Waldbröl. Bereits wenige Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung könnten schwerwiegende Folgen haben. Deshalb sei es entscheidend, bei einem beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstand sofort den Notruf zu wählen und mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Die Sorge, dabei etwas falsch zu machen, versuchte der Mediziner den Marktbesuchern zu nehmen. Entscheidend sei vor allem, überhaupt tätig zu werden.
Auch die Waldbröler Bürgermeisterin Larissa Weber besuchte den gemeinsamen Informationsstand von Krankenhaus und Rettungsdienst und ließ sich die Handgriffe der Wiederbelebung zeigen. Dabei erinnerte sie sich an eine frühere Notfallsituation, in der sie selbst auf Kenntnisse der Herzdruckmassage angewiesen war. Die praktische Übung vermittle Sicherheit, erklärte die Bürgermeisterin. Mit ihrem Besuch wollte sie zugleich auf die Bedeutung des Themas aufmerksam machen und die Menschen ermuntern, im Ernstfall Hilfe zu leisten.
Nach Angaben der Veranstalter beginnen in Deutschland bei rund der Hälfte der beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstände Ersthelfende mit Wiederbelebungsmaßnahmen. In Schweden liege dieser Anteil deutlich höher. Mit ihrer Beteiligung an der Woche der Wiederbelebung möchten das Kreiskrankenhaus Waldbröl und der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises dazu beitragen, die Bereitschaft zur Hilfeleistung weiter zu erhöhen. Die Botschaft der Aktion war klar: Im Notfall nicht wegschauen, den Notruf wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen.
Redakteur/in:Kristina Franke aus Sankt Augustin |