"Gute Medizin" vor Ort
Millionenbescheid übergeben

Grund zur Freude: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (4.v.li.) übergibt den Förderbescheid an Schwester Scholastika Kaiser, Schwester Veronika Fricke (5. u.4. von re.) und Ingo Morell (3.v.re.). | Foto: Kaiser
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  • Grund zur Freude: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (4.v.li.) übergibt den Förderbescheid an Schwester Scholastika Kaiser, Schwester Veronika Fricke (5. u.4. von re.) und Ingo Morell (3.v.re.).
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Troisdorf. „Ich habe mir erlaubt, heute eine Krawatte anzuziehen“, bekannte Ingo Morell, Geschäftsführer der Maria Theresia Bonzel-Stiftung, die Hauptgesellschafter der GFO-Kliniken (Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe) ist. Anlass war der Besuch von NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im Neubau der Psychiatrie des Sankt Johannes Krankenhaus Sieglar. Und der kam keineswegs mit leeren Händen. Im Gepäck der - Zitat Laumann- „größte Förderbescheid“, den er je überreicht habe. 200 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds II von Bund und Land, von denen allein der GFO-Klinikstandort Troisdorf mit 164 Millionen gestärkt werden soll. Ein weiterer Teil des Geldes geht an das Beueler Krankenhaus St. Josef. Ziel in Troisdorf ist die Neuordnung der Klinikstandorte Troisdorf-Mitte und Sieglar, deren Zusammenlegung bereits begonnen hat. Ingo Morell betonte im Rahmen des Empfangs noch einmal die Bedeutung dieses Projektes und verschwieg nicht die Kontroversen der vergangenen Jahre. „Die Zusammenlegung der beiden Häuser hat eine sehr emotionale Debatte ausgelöst, die bis heute nachwirkt.“ Gerade das Krankenhaus in Troisdorf Mitte, eines der ältesten in der Region, sei vielen Bürgern ans Herz gewachsen. Lange Zeit hätten beide Häuser für die Versorgung der Menschen im Umkreis sehr gut gepasst, doch eine Doppelstruktur in einer Stadt von 80.000 Einwohnern rentiere sich heute weder wirtschaftlich noch aus Patientensicht.

Bündelung medizinischer Kompetenzen

In den nächsten fünf Jahren soll nach dem Neubau der Psychiatrie, der bereits im vergangenen Jahr eingeweiht wurde, ein weiteres Gebäude auf dem Gelände des Sankt Johannes Krankenhaus entstehen. Erst nach der Fertigstellung werden die beiden Troisdorfer Häuser endgültig zusammengelegt. „Unser Ziel ist es, medizinische und personelle Kompetenzen in einem Haus zu bündeln“, betont Morell. Der Blick der GFO richte sich nicht mehr auf einzelne Standorte, sondern auf den gesamten Verbund. Mit dem Bauprojekt in Sieglar komme man den gestiegenen Anforderungen an Größe und Ausstattung von Kliniken nach.
Minister Laumann hob hervor, dass die Neuausrichtung nur durch ein Umdenken aller Beteiligten möglich sei. „Die Kunst bei der Krankenhausplanung war und ist es, Menschen zu finden, die das gesamte Gesundheitssystem im Blick haben“, erklärte er. Bei der Vergabe von Fördergeldern habe man längst nicht mehr den starren Blick auf die Bettenzahl , sondern vielmehr auf Parameter wie gut geschultes Personal und Ausstattung. Deutlich positionierte sich der Minister gegen eine Strukturreform durch wirtschaftlichen Druck. „Wir wollen Krankenhausplanung nicht über Insolvenzen machen, das sei dann nicht mehr planbar“, so Laumann. Ein solcher Weg zeugte zudem von mangelndem Respekt gegenüber den Menschen, die die Einrichtungen einst aufgebaut hätten. „Krankenhäuser sind früher über Generationen hinweg durch Spenden getragen worden und waren ein wichtiger Teil regionaler Identität“. Insgesamt sieht der Minister die medizinische Versorgung in NRW „gut aufgestellt“. Mehr als 90 Prozent der Menschen erreichten in weniger als 20 Minuten ein Krankenhaus. Mit Blick auf die Zukunft sprach er sich zudem für mehr Kooperation statt Konkurrenz im Gesundheitswesen aus. Es gehe nicht nur im finanzielle Aspekte sondern auch um den effizienten Einsatz knapper personeller Ressourcen. Am Ende wünsche er sich für jede Einrichtung nur eines: „Gute Medizin, gute Arbeitsbedingungen und am Ende auch solide Finanzen“.

Grund zur Freude: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (4.v.li.) übergibt den Förderbescheid an Schwester Scholastika Kaiser, Schwester Veronika Fricke (5. u.4. von re.) und Ingo Morell (3.v.re.). | Foto: Kaiser
Auf der großen Grünfläche hinter dem Sankt Johannes Krankenhaus in Sieglar soll der hochmoderne Anbau binnen fünf Jahre entstehen.

 | Foto: GFO/Architekten Beckmann
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Heidi Kaiser aus Troisdorf

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