die WOLLE der MENSCH das SCHAF
Wolle aus Europa: Zwischen Tradition und Zukunft

Nicht genutzte Wolle landet im Feuer. Über 60 Millionen Schafe in der EU geben mehr als 100 Millionen Kilo Wolle, doch 60 Prozent dieser „Wunderfaser“ werden jährlich vernichtet.  | Foto: Walter Aigner
  • Nicht genutzte Wolle landet im Feuer. Über 60 Millionen Schafe in der EU geben mehr als 100 Millionen Kilo Wolle, doch 60 Prozent dieser „Wunderfaser“ werden jährlich vernichtet.
  • Foto: Walter Aigner

Welche Bedeutung hat Wolle heute, und vor welchen Herausforderungen steht die Schafhaltung in Europa? Diesen Fragen widmet sich ein Film- und Diskussionsabend am Sonntag, 11. Oktober, von 18 bis 21 Uhr im LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller. Passend zur Sonderausstellung „Von der Wolle“ wird der Film „die WOLLE der MENSCH das SCHAF“ von Walter Aigner gezeigt.

Euskirchen-Kuchenheim (lk). Für seinen Film ist Aigner durch Europa gereist und hat sich mit Schafhaltung und der Verarbeitung von Wolle beschäftigt. Der Film feierte im Frühjahr Premiere und wird nun in der historischen Shedhalle der Tuchfabrik Müller gezeigt. Anschließend diskutieren Aigner, Frieda Feld von rh:ool Yarn und Schäfer Simon Darscheid mit dem Publikum. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen der europäischen Schafhaltung und die Bedeutung von Nachhaltigkeit. Moderiert wird die Runde von Dr. Christiane Lamberty, Kuratorin der Ausstellung.

Aigner setzt sich für eine höhere Wertschätzung der Wolle und der Arbeit von Wanderhirten ein. Schafe leisten mit ihrer Beweidung einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und zur Biodiversität. Zudem spielen sie beim Schutz vor Waldbränden und Erosion eine Rolle. Gleichzeitig spiegelt sich diese Bedeutung laut der Vorlage nicht in entsprechenden Wollpreisen oder einer stärkeren Abnahme der anfallenden Wollmengen wider. In Deutschland werden demnach schätzungsweise nur 30 Prozent der Wolle genutzt.

Gerade bei kleineren Mengen stellt sich die Frage nach geeigneten Möglichkeiten der Verwertung. Aigner hat auf seiner Reise von Rumänien bis Portugal Menschen getroffen, die daran arbeiten, Wolle wieder stärker zu nutzen. Verwendung findet der Rohstoff beispielsweise für Kleidung, Heimtextilien oder im Bau. Auch in Düsseldorf und Köln gibt es Ansätze zur regionalen Nutzung: Die Initiative rh:ool Yarn vermarktet Wolle sogenannter „Rheinschafe“ als Garne für Pullover oder Schals.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Fachleute als auch an Endverbraucher. Die Teilnahme am Film- und Diskussionsabend kostet 5 Euro. Bereits vor der Abendveranstaltung werden Führungen durch die Sonderausstellung angeboten. Um 14.30 Uhr beginnt eine öffentliche Führung, die 3 Euro zuzüglich Eintritt kostet. Um 16 Uhr gibt Kuratorin Christiane Lamberty bei einem geführten Rundgang Einblicke in die Entstehung der Ausstellung. Diese Führung kostet ebenfalls 3 Euro, die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt.

Tickets sind vorab im Webshop sowie vor Ort an der Museumskasse erhältlich. Veranstaltungsort ist das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller, Carl-Koenen-Straße 25b in Euskirchen.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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