Wanderausstellung
Gegen das Vergessen
Die Wanderausstellung „Leere Stühle – Bleibende Erinnerungen“ eröffnet an der Marienschule Euskirchen.
Euskirchen (red). Mit einer Vernissage wird am Dienstag, 13. Oktober, die Wanderausstellung „Leere Stühle – Bleibende Erinnerungen“ im Foyer der Marienschule Euskirchen eröffnet. Das Projekt setzt sich mit den Opfern der NS-Euthanasie in der Region auseinander und möchte Erinnerungskultur auf besondere Weise erfahrbar machen.
Entstanden ist die Ausstellung im Rahmen eines inklusiven Geschichts- und Kunstprojekts. Auszubildende der Nordeifel.Werkstätten sowie Schüler der Marienschule beschäftigten sich mit den Lebensgeschichten von Menschen aus der Region, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden.
Zentrales Ausstellungsobjekt sind künstlerisch gestaltete Holzstühle. Die „leeren Stühle“ stehen symbolisch für die Menschen, die fehlen, und erinnern an individuelle Schicksale sowie den bis heute spürbaren Verlust. Grundlage der Arbeiten sind Quellen des Geschichtsvereins des Kreises Euskirchen. Inspirieren ließ sich das Projekt vom Mahnmal der leeren Stühle auf dem Plac Bohaterów Getta in Krakau.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht unter anderem ein überdimensionaler Stuhl mit dem Titel „Ein Platz bleibt leer. In Gedenken an Maria“. Er erinnert an Maria Daniel (1914, Morsbach – 1941, Hadamar), die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasiemorde wurde. Das Kunstwerk soll zum Gedenken und zum Gespräch über historisches Unrecht sowie die Verantwortung in der Gegenwart anregen.
Die Eröffnung beginnt um 17.30 Uhr im Foyer der Marienschule Euskirchen am Basingstoker Ring 3. Neben der Vorstellung der Projektidee sind Grußworte verschiedener Vertreter aus Politik, Bildung und Gesellschaft vorgesehen. Musikalische Beiträge von Schülern der Marienschule begleiten die Veranstaltung.
Die Ausstellung soll künftig an weiteren Schulen, Rathäusern und öffentlichen Orten im Kreis Euskirchen gezeigt und durch zusätzliche Installationen erweitert werden. Damit soll die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte und Erinnerungskultur über den ursprünglichen Ausstellungsort hinaus fortgeführt werden.
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |