Orgeln sind „sein Ding“
Paul Stasch ist ein echter Orgelfan

Wenn Paul Stasch auf der Orgelbank sitzt, liegt immer ein Lächeln auf seinem Gesicht.  | Foto: Gast
  • Wenn Paul Stasch auf der Orgelbank sitzt, liegt immer ein Lächeln auf seinem Gesicht.
  • Foto: Gast

Siegburg. Wenn Paul Stasch auf der Orgelbank sitzt, Register zieht, Finger und Füße über die Manual- und Pedaltasten spazieren und das Instrument seinen vollen Klang entfaltet, liegt ein Lächeln auf seinem Gesicht. Nicht nur die Weyland-Orgel in seiner Kaldauer Heimatkirche spielt der 14-jährige Gymnasiast. Wenn Familie Stasch in Urlaub fährt, fragt Paul vorher in den dortigen Kirchen an, ob er Orgel spielen darf. Vor kurzem spielte er eine etwa 160 Jahre alte Rohlfs-Orgel im ostfriesischen Esens. Auch auf Sylt und in Bayern saß er am Spieltisch.

Im letzten Jahr durfte er im Rahmen eines Orgel-Camps für Nachwuchsorganisten sogar nachts an der großen Querhaus-Orgel im Kölner Dom spielen. Die Größe der Dom-Orgel und die Klangvielfalt ihrer 90 Register beeindruckten den Teenager sehr. „Da möchte ich nochmal spielen“, schwärmt er.

Tasteninstrumente faszinierten Paul schon immer. Schon als kleiner Junge schlich er häufig zum Keyboard in seines Vaters Büro, um darauf zu spielen. Mit sieben Jahren erhielt er dann ersten Klavierunterricht.

Die Leidenschaft für Orgeln erwachte, als er einmal die im Klavierunterricht gelernte „Morgenstimmung“ aus Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite auf der Orgel probierte. „Das klang so toll, dass ich weiter Orgel spielen wollte“, erzählt er. Den ersten Orgelunterricht erhielt er an der Kaldauer Orgel. Inzwischen lernt Paul bei Kantor Guido Harzen an der größeren Klais-Orgel der Siegburger Stadt-Pfarrkirche. Da er alle Siegburger Organisten kennt, spielt er hin und wieder auch an den übrigen Orgeln in der Stadt. Meistens übt er in Kaldauen - neben gängiger Orgelliteratur auch fast jedes Lied, das er irgendwo aufgeschnappt hat. Seit zwei Jahren stellt er als „OrganFox“ kleine Videos mit seinem Orgelspiel auf YouTube und Instagram online. Es gebe nicht viele Videos von Orgelspielern und dem wolle er abhelfen, so Paul.

Besonders gerne erinnert sich der Orgel-Fan an einen Auftritt im bayrischen Weißenburg. Dort gab im vergangenen Jahr sein Idol Alexander Uhl ein „etwas anderes Orgel-Konzert“ mit lauter Pop-Songs und Paul bestürmte seine Eltern mit ihm das Konzert zu besuchen. Anschließend schrieb er Uhl an, ob er vor dem Konzert einmal die Orgel spielen dürfe, und das Idol antwortete: „Hinterher.“ Familie Stasch fuhr zum Konzert in Weißenburg und als die Zuhörer in der „rappelvollen“ Kirche Zugaben forderten, rief Uhl den jungen Siegburger nach oben.

Paul spielte den „Stammbaum“ der Bläck Fööss. Sein Vater erinnert sich: „Ich filmte mit zitternden Händen und der Junge blieb total cool.“ „Danach konnte man sehen, wie die Zahl der Aufrufe bei YouTube und Instagram hochging“, strahlt Paul. Später einmal hauptberuflicher Organist werden will Paul nicht. „Es soll vorgekommen sein, dass man den Spaß verliert, wenn man sein Hobby zum Beruf macht.“, erklärt er.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Christa Gast aus Königswinter

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