Schutz vor Hochwasser
Schotts, Mauer und Fenster
- Die Mauer, die sich durch die Einrichtung zieht, schützt vor eindringendem Wasser. Foto: Axel König
- hochgeladen von Angelika Koenig
Hoffnungsthal (kg). Wenn man es nicht weiß, erscheint einem die Mauer innerhalb der Einrichtung als gestalterischer Bestandteil. Sanft steigt das Bauwerk von der einen bis zur anderen Seite an, lediglich unterbrochen von großen Öffnungen. Doch die Mauer dient primär dem Schutz vor Hochwasser. An einer der Öffnungen hebt Michael Heine ein stählernes Schott aus der Boden-Verankerung bis in die Senkrechte. Damit wäre ein Zugang nicht möglich, und auch für eindringendes Wasser wäre an dieser Stelle kein Weiterkommen mehr. „Normalerweise würde das Schott auf Wasserdruck hin reagieren“, erklärt der Geschäftsführer des Wöllner-Stift. Käme es zu einem vergleichbaren Szenario wie Mitte Juli 2021, sind Einrichtung und Menschen, die dort leben und arbeiten, vor eindringendem Wasser und Schäden geschützt. Damals flossen die steigenden Fluten in das Alten- und Pflegeheim. Der Sozialpädagoge berichtet über Wasserstände von zehn Zentimetern in höheren Bereichen, bis hin zu 1,70 Meter, dort, wo sich Gelände und Gebäude auf tieferem Niveau befinden. So sei ein Schaden von rund zwölf Millionen Euro ist entstanden, wozu nicht nur Aufräumarbeiten und Sanierungen zählten, sondern auch die Tagespflege, die zwei Jahre geschlossen bleiben musste. Letztere sei der „neuralgische Punkt“, wie Heine sagt. Den Schaden übernahm die Versicherung, diese drängte aber auch auf Schutzmaßnahmen.
Aufgrund eines Gutachtens ließ der Geschäftsführer von Oktober 2024 bis Ende April dieses Jahres rund 140 betroffene Bereiche sichern, darunter normale und bodentiefe Fenster, Türen und Zugänge. Gläser sind jetzt dicker, Zapfen und Gummis speziell angefertigt, eine komplette Glaswand wurde auf eine Terrassenbegrenzung aufgesetzt. Insgesamt vier Edelstahl-Schotts, die unmittelbar auf Wasserdruck reagieren, wurden installiert. An einer höher gelegenen Stelle finden Dammbalken Anwendung. „Diese können innerhalb einer Minute eingesetzt werden“, erklärt der Geschäftsführer. Das komplette Leitungsteam, 15 Mitarbeiter*innen, sind darauf geschult.
Die Investition für den gesamten Hochwasserschutz kam auf knapp 750.000 Euro. Das Wöllner-Stift deckelte diesen Betrag aus Eigenmitteln.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |