Beitrag zur Erinnerung
Zeichen für Verständigung
- Die Gruppe aus Rheinbach macht während ihrer Fahrt nach Verdun Station am Radfahrer-Kreisel in Bastogne. Die Stadt in den Ardennen war im zweiten Weltkreig hart umkämpft.
- Foto: Privat
Rheinbach (red). Eine ungewöhnliche Reise mit klarem Ziel: Bereits zum dritten Mal hat der Verein „Partnerschaft des Friedens Rheinbach / Douaumont-Vaux“ eine mehrtägige Fahrradfahrt nach Verdun organisiert. Neun Jugendliche aus Rheinbach machten sich gemeinsam mit Betreuern auf den rund 280 Kilometer langen Weg – nicht nur als sportliche Herausforderung, sondern vor allem als Beitrag zur Erinnerung und zum Austausch.
Der Startschuss fiel nach einem symbolischen Auftakt in Rheinbach, wo eine Gedenkplatte an die historische Begegnung von Helmut Kohl und François Mitterrand erinnert. Von dort führte die Strecke in drei Etappen bis nach Douaumont-Vaux und Verdun. Teilweise mussten die Teilnehmenden Tagesdistanzen von über 100 Kilometern bewältigen – eine Leistung, die sie mit Unterstützung eines begleitenden Versorgungsteams meisterten.
In Verdun angekommen, wurde die Gruppe herzlich empfangen. Vertreter der französischen Partnergemeinde sowie zahlreiche Einwohner begrüßten die Jugendlichen mit einem gemeinsamen Essen. Der Besuch des Beinhauses von Douaumont, einem zentralen Erinnerungsort an die Opfer des Ersten Weltkriegs, bildete einen der eindrucksvollsten Momente der Reise. Hier wird der Gefallenen beider Orte gemeinsam gedacht – eine Verbindung, die in dieser Form nur zwischen Rheinbach und Douaumont-Vaux besteht.
Neben der historischen Auseinandersetzung spielte auch das Erleben vor Ort eine große Rolle. So konnten die Jugendlichen mithilfe moderner Technik in der Zitadelle von Verdun einen virtuellen Einblick in die Ereignisse der Vergangenheit gewinnen.
Für die Organisatoren steht in erster Linie der Gedanke im Mittelpunkt, junge Menschen für Geschichte zu sensibilisieren und gleichzeitig den europäischen Austausch zu stärken. Die Radtour verbindet sportliche Anstrengung mit Begegnung und Erinnerung – und wird so zu einem lebendigen Beitrag zur Verständigung über Generationen hinweg hinweg.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |