Laut oder deutlich!
Marie liest sich an die Spitze
- Diese zwölf Vorlesetalente aus Rheinbacher Grundschulen begeisterten das Publikum bei der Jubiläumsausgabe von „Laut oder deutlich!“ in Rheinbach.
- Foto: Rheinbach liest e.V.
Rheinbach (red). Bereits zum zehnten Mal fand in Rheinbach der Grundschul-Vorlesewettbewerb „Laut oder deutlich!“ statt. Zwölf ausgewählte Viertklässlerinnen und Viertklässler aus allen fünf Grundschulen der Stadt präsentierten sich im Foyer der KGS Merzbach einem aufmerksam lauschenden Publikum. In diesem Jahr setzte sich Marie Özer von der GGS Sürster Weg durch und wurde von der Jury zur Siegerin der Jubiläumsausgabe gekürt. Auf dem zweiten Platz landeten punktgleich Ava Dörrscheidt (KGS Merzbach) und Tilda Härtel (KGS an der Tomburg).
Der Wettbewerb, der in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal ausgerichtet wurde, ist zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Rheinbach geworden. 2015 aus einer Initiative des Stadtjugendparlaments entstanden und gemeinsam mit dem Verein Rheinbach liest e.V. umgesetzt, hat sich die Veranstaltung über die Jahre stetig weiterentwickelt. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz organisiert, bringt sie Kinder, Schulen, Stadtverwaltung, Bücherei, Buchhandel und Kulturamt in einem breit getragenen Netzwerk zusammen.
Dass der Wettbewerb weit mehr ist als ein Einzelereignis, zeigt der Blick auf die Erfolge Rheinbacher Kinder beim bundesweiten Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen: zehn Kreissieger, vier Bezirkssieger und mehrere Teilnahmen am NRW-Landesentscheid stammen aus der Glasstadt – nicht zuletzt ein Verdienst der systematischen Leseförderung vor Ort.
„Lesen ist ein Hobby, manchmal eine Leidenschaft. Vorlesen kann beides sein. Aber in den besonderen Momenten ist Vorlesen sogar pure Kunst“, sagt Gerd Engel von Rheinbach liest e.V. „Gutes Vorlesen führt Literatur, Textrezeption, Stimme, Sprechtechnik und die energetische Verbindung des Vorlesers mit den Zuhörenden in einem performativen Akt zusammen, wie es sonst nur die Musik oder der Tanz vermag.“ Es sei eine „beglückende Erfahrung“, Kinder auf dem Weg zur Vorlesekunst zu begleiten.
Zur Vorbereitung der Kinder auf den großen Auftritt gehören gemeinsame Coaching-Termine in der Bücherei St. Martin und im Himmeroder Hof, betreut von engagierten Vorlesementorinnen und -mentoren. Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem die erfahrenen Lesetalente Charlotte Hartmann, Friederike Spreer und Kilian Hällmayer, die auch beim Pausenprogramm mit einem szenischen Leseauftritt mitwirkten.
Am Jubiläumsabend reichten die Lesebeiträge von „Harry Potter“ über „Schokuspokus“ und „Amanda Black“ bis zu „Frühling auf Solupp“. Die Bandbreite der Bücher spiegelte die Vielfalt der jungen Vorlesestimmen wider – mal dramatisch, mal witzig, mal leise und gefühlvoll. Besonders emotional wurde es bei Marie Özers Vortrag, die mit einer Szene über Demenz und Erinnerung berührte.
Die Jury bestand aus Vertreterinnen und Vertretern des Kulturamts, der Buchhandlung, der Bücherei und aus dem Vorleseteam selbst. Alle Teilnehmenden erhielten Buchpreise und Urkunden. Rheinbachs Bürgermeister Ludger Banken würdigte in einem Grußwort das zehnjährige Bestehen des Wettbewerbs als „Ausdruck von Leseförderung, kulturellem Engagement und Gemeinschaft“.
Nach der Siegerehrung dankte das Moderationsteam Melanie Kriegel und Gerd Engel allen Beteiligten – von der gastgebenden Schule bis zu Technik und Gestaltung. Und so war das Fazit aller Beteiligten eindeutig: ein rundum gelungenes Jubiläum, das in jedem Fall Lust auf eine Fortsetzung macht.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |