Glasfachschule
Glasfachschule
behält Sonderstellung
- Georg Linden (rechts), Werkstatt- und Abteilungsleiter Handwerk, erläutert Bundesinnungsmeister Robert Schmitz (links) und Jan Lux Entwürfe für Glasmalerei.
- Foto: Lucas Pfingsten
Rheinbach (red). Besuch aus Berlin und zugleich eine wichtige Nachricht für den Bildungsstandort Rheinbach: Der neue Bundesinnungsmeister des Glaserhandwerks, Robert Schmitz, hat gemeinsam mit dem neuen Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbandes, Raoul Nossek, die Glasfachschule NRW besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs stand jedoch nicht nur die Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses, sondern auch die besondere Rolle, die die Rheinbacher Einrichtung bundesweit einnimmt.
Gemeinsam mit Jan Lux, Geschäftsführer des Glaserinnungsverbandes NRW, besichtigten die Gäste die Werkstätten der Glaser sowie der Glasveredler. Vorgestellt wurden unter anderem moderne Ausbildungsbereiche für Glasmalerei und Kunstverglasung, Schliff und Gravur sowie Kanten- und Flächenveredelung. Auch der neue „Makerspace“ der Schule stand auf dem Programm. Dort lernen Auszubildende unter praxisnahen Bedingungen den Aus- und Einbau von Türen, Fenstern, Duschwänden, Geländern und absturzsichernden Verglasungen.
Während des Rundgangs betonte Robert Schmitz die Bedeutung spezialisierter Ausbildungsstandorte für das Handwerk. Gute Schulen seien unverzichtbar, um junge Menschen qualifiziert auszubilden und für die Arbeit mit dem Werkstoff Glas zu begeistern.
Für die Glasfachschule hatte Schulleiter Jochen Roebers zudem eine besondere Nachricht parat. Bis zum Jahr 2034 bleibt die Gleichstellung der Abschlüsse der Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung mit den Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfungen des dualen Systems bestehen. Wer die Ausbildung in Rheinbach erfolgreich abschließt, erhält damit weiterhin einen rechtlich gleichwertigen Abschluss. Nach Angaben der Schule ist diese Regelung inzwischen deutschlandweit einzigartig.
Der Zustimmung des Bundesrates zu der entsprechenden Verordnung war eine umfassende Überprüfung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung vorausgegangen. Bewertet wurden unter anderem die Werkstattausstattung, die Qualifikation der Lehrkräfte, der Ausbildungsumfang und die Prüfungserfolge. Das Gutachten bescheinigt der Glasfachschule eine hochwertige Ausbildung, die allgemeinbildende, berufsbildende und künstlerische Elemente miteinander verbindet.
Thema des Besuchs war außerdem die Digitalisierung im Handwerk. Die Schule vermittelt nach eigenen Angaben Kompetenzen in CAD, digitaler Gestaltung, Plottertechnik und 3D-Druck. Im Austausch mit Lehrkräften wurde auch über die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die handwerkliche Ausbildung gesprochen. Einigkeit bestand darüber, dass Betriebe und Schulen ihre Ausbildungsinhalte an die technologischen Entwicklungen anpassen müssen.
Für die Qualität der Ausbildung sprechen aus Sicht der Schule auch zahlreiche Wettbewerbserfolge. Zwischen 2017 und 2024 erreichten Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule jährlich Platzierungen auf Kammer-, Landes- und Bundesebene, unter anderem bei den Wettbewerben „German Craft Skills“ und „Die gute Form“. Darüber hinaus ist die Schule regelmäßig beim europäischen Nachwuchspreis für Glaskünstlerinnen und Glaskünstler vertreten.
Mit ihrer dualen und vollzeitschulischen Ausbildung sowie dem Meistervorbereitungskurs sieht sich die Glasfachschule als wichtiger Baustein zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses im Glashandwerk. Diese Leistungsfähigkeit will sie auch auf der Weltleitmesse glasstec 2026 präsentieren, wo sie gemeinsam mit dem Bundesinnungsverband vertreten sein wird.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |