Baumpflanzaktion
Wald ist wichtig fürs Trinkwasser

Aufmerksam lauschten die Kinder den Erläuterungen. 
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  • Aufmerksam lauschten die Kinder den Erläuterungen.
  • Foto: Michael Kupper

Brüchermühle. „Durch die Methode der Eigenwerbung sind die Bäumchen optimal an das hiesige Mikroklima angepasst“, erklärte Forstausbilder Stefan Vormann vom Aggerverband Schüler*innen der Jahrgangsstufe 7 von der Gesamtschule Reichshof unterhalb des Damms der Wiehltalsperre.

Mit „Eigenwerbung“ sei das Ausgraben junger Bäume aus eigenen Wäldern in der Nähe gemeint, die an ihrem ursprünglichen Standort keine Überlebenschancen hätten, erläuterte er. Der Aggerverband habe rund um die Wiehltalsperre etwa 150 Hektar Wald, wovon etwa ein Drittel dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sei.

Im Rahmen einer Aktionswoche, die die Schule in Kooperation mit dem Verband nun bereits zum drittem Mal in Folge organisiert hat, hat jeweils eine Klasse der fünfzügigen Stufe von montags bis freitags bei der Wiederaufforstung geholfen.

Am Vormittag haben sie rund 500 Bäumchen „geworben“ und am Nachmittag auf einer Schadfläche wieder eingepflanzt. Insgesamt haben 150 Schüler so einen Hektar Brachfläche mit etwa 2500 Bäumchen wiederbewaldet. Der Forstausbilder berichtete, dass mit dieser Methode Anwachsquoten von weit über 80 Prozent erreicht werden. In dieser Woche seien vorrangig Eiche, Buche und Bergahorn, aber auch Douglasie, Kirsche, Küstentanne, Feldahorn und Hainbuche umgepflanzt worden.

Bei einer Mittagspause schilderte Dr. Uwe Moshage, Vorstand des Aggerverbands, das schnelles Handeln geboten sei, da es nicht nur gelte, den Wald wieder aufzuforsten, sondern auch die der Bodenerosion zu verhindern. „Ein gesunder Wald ist ein Puffer zum Schutz der Talsperre – wenn da organisches Material hineingeschwemmt wird, leidet die Wasserqualität.“

Bürgermeister Rüdiger Gennies bezeichnete die Aktion als einen bemerkenswerten Beitrag zum Klimaschutz, da knapp die Hälfte des 4870 Hektar umfassenden Waldes in der Gemeinde durch den Borkenkäfer geschädigt sei. „So eine Aktion gibt den Kindern Hoffnung“, freute sich Schulleiterin Annemarie Halfar und betonte:

„Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit ist dabei besonders wichtig.“

Rita Kemmerich von der Firma Jokey, die die Umpflanzaktion mit Kunststoffeimern unterstützt, schilderte, dass das dafür verwendete Material ausschließlich Rezyklat sei, zu 75 Prozent aus dem „Gelben Sack“ und zu 25 Prozent aus postmaritimer Sammlung, etwa Fischernetzen. Tägliche Mittagessen für die Schüler hat der Förderverein der Gummersbacher Rotary Clubs gespendet. Thomas Hütt, Präsident des Rotary Clubs Gummersbach-Oberberg, ist begeistert: „Eine optimale Kombination aus Nachhaltigkeit und Pädagogik.“

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Michael Kupper aus Reichshof

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