Schützenfest gefeiert
Heidberger Majestäten
- Kaiserin Edelgard Becker, Königspaar Ludger und Nicole Müller, Prinzessin Sherlyn Löschner mit Sandro Pernat, Baroness Alia Schröder mit Felix Teufenbach sowie Kinderkönig Maximilian Ley mit Nora Völker (v.l.).
- Foto: Michael Kupper
Reichshof. Ein Wortspiel mit dem eigenen Namen musste sich der neue Schützenkönig gefallen lassen: Vereinsvorsitzender Rainer Neuhaus sprach bei der Krönung launig von der „Rückkehr von König Ludwig“ - gemeint war freilich Ludger Müller, der sich den Titel zum zweiten Mal sicherte. Schon 2017, als Heidberg das Bundesschützenfest ausrichtete, hatte er die Königswürde inne.
Ungewöhnlich zäh zeigte sich diesmal der Vogel: Kopf, ein angeknackster linker und ein halbierter rechter Flügel hielten bis zum Schluss durch, so dass keine einzige Pfänder-Trophäe vergeben werden konnte. Von anfangs sieben Schützen blieben am Ende Müller und Tim Bubenzer übrig. Nach langem Ringen brachte erst der 107. Schuss die Entscheidung zugunsten von Müller, der Ehefrau Nicole zur Königin machte.
Bereits am Wochenende zuvor waren die ersten Titel vergeben worden. Unter fünf Bewerberinnen setzte sich Sherlyn Löschner mit dem 140. Schuss als Prinzessin durch und holte sich Sandro Pernat als Begleiter an ihre Seite – ein Rollentausch, denn im Vorjahr war Pernat selbst Prinz gewesen. Beim Wettkampf um den Baroness-Vogel, ebenfalls mit fünf Teilnehmerinnen, hatte Alia Schröder schon nach 67 Schüssen das entscheidende Stück in der Hand; an ihrer Seite steht Felix Teufenbach.
Den Auftakt des gesamten Festes bildete am Freitag der Wettbewerb um die Kinderkrone, geschossen wurde mit dem Lichtpunktgewehr. Auch hier fiel die Entscheidung schnell: Maximilian Ley traf mit dem 63. Schuss und wählte Nora Völker zu seiner Kinderkönigin.
Im Anschluss nahmen 20 junge Schützen den „Haldengeier“ ins Visier, für dessen Teile es Biermarken gab. Julius Funke sicherte sich Kopf und Zepter, den Reichsapfel holte Sandro Pernat, während Marius Köster und Simon Schneider für den linken beziehungsweise rechten Flügel verantwortlich zeichneten. Lisanne Solbach beendete den Wettbewerb mit dem 126. Schuss und dem Rumpf als Hauptgewinn.
Bürgermeister Jan Gutowski nutzte seine Rede zur Krönung für einen Seitenhieb auf gängige Festtagsfloskeln: Kein „08/15 Bitte-Danke-Blabla“ wolle er halten, wo nach 30,5734 Sekunden ohnehin niemand mehr zuhöre – die Zahl, wie er betonte, sei rein willkürlich gewählt. Aber sie zeigte Wirkung, denn danach war es ruhiger im Zelt. Anerkennung zollte er der langen Vereinsgeschichte seit 1953: „Wer einen Verein so lange am Leben hält, der muss einiges richtig machen.“ Sein Dank galt ausdrücklich jenen, die abseits des sportlichen Wettkampfs im Hintergrund wirken – „an den vielen Tagen im Jahr, an denen niemand applaudiert“.
Für den frisch gekrönten König ist es ein besonderer Moment: „Diese Wiederholung ist mir eine Ehre und wunderschön“, sagte Ludger Müller nach der Zeremonie. Seine Frau Nicole erinnerte sich schmunzelnd an seine Ansage vor dem Wettbewerb – „Ich bin Ingenieur, ich habe einen Plan“ – und ergänzte, wie sehr sie sich auf diesen Tag gefreut habe.
Für langjährige Vereinsmitgliedschaft wurden geehrt: Ramona Platz, Lars Schneider und Rolf Willmann (40 Jahre); Rainer Becker, Stefan Neumann und Rolf Schneider (25 Jahre).
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |